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Fantasy-Convention „LuxCon“: „Möge dein Blut schreien!“
Lieben L. Litaer ist ein Experte der klingonischen Sprache.

Fantasy-Convention „LuxCon“: „Möge dein Blut schreien!“

Foto: privat
Lieben L. Litaer ist ein Experte der klingonischen Sprache.
Panorama 3 Min. 21.04.2017

Fantasy-Convention „LuxCon“: „Möge dein Blut schreien!“

Klingonisch lernen leicht gemacht - das können Fantasy-Fans am Wochenende auf der Fantasy-Convention „LuxCon“ in Luxemburg. Der gebührtige Belgier Lieven L. Litaer wird einen Vortrag halten und hat im Vorfeld über die Alltagstauglichkeit der Kunstsprache geplaudert.

(bip) - „Möge Dein Blut schreien!“ – dies ist kein Ausruf aus einem Horrorfilm, sondern ein Trinkspruch, wie ihn die Klingonen der berühmten Science-Fiction-Reihe „Star Trek“ gerne ausbringen: „IwlIj jachjaj.“ Dabei kommt es natürlich auf die richtige Aussprache an.

Klingonisch ist eine komplette Sprache, die für die Serie vor über 30 Jahren von einem Linguisten entwickelt wurde.

„Klingonisch ist eine komplette Sprache, die für die Serie vor über 30 Jahren von einem Linguisten entwickelt wurde“, erklärt der gebürtige Belgier Lieven L. Litaer. Es gibt ein großes Wörterbuch, Litaer selbst hat ein Übungsheft („Klingonisch für Einsteiger“) entwickelt, betreibt einen Klingonisch-YouTube-Kanal, hält Vorträge – etwa auf der „LuxCon“ – und hat nicht zuletzt einen über 1.000-seitigen Wikipedia-Eintrag zur klingonischen Sprache verfasst.

Eine Wunsche-Ehe

Ab 1991 begann Lieven L. Litaer, sich mit der Serie „Star Trek“ zu beschäftigen. Gleichzeitig war er schon als Teenager sehr an Sprachen interessiert. So war es nur logisch, dass er neugierig auf die komplexe Sprache der langhaarigen Außerirdischen wurde. „Das war sozusagen eine Wunsch-Ehe“, sagt der 1980 geborene Belgier, der seit 30 Jahren im Saarland lebt, heute als Architekt arbeitet und mittlerweile neun Sprachen spricht – darunter auch Arabisch und Türkisch.

Am Klingonischen und generell an „Star Trek“ fasziniert Lieven L. Litaer vor allem, dass alles perfekt ausgearbeitet ist. „Mir fiel als Teenager auf, dass Wörter und Sätze immer wiederkehren in der Serie und dass alles logisch aufgebaut ist. Man kann die Details nachprüfen – genau wie übrigens bei den physikalischen Phänomenen in der Serie.“

Sogar Hamlet wurde schon auf Klingonisch übersetzt.

Die Sprache findet sich heute auch dort wieder, wo man erst mal nicht mit ihr rechnet – etwa in der Werbung oder in Filmen oder Serien wie „Emergency Room“, in denen „Trekkies“ einige Sätze in Klingonisch wechseln und damit für Verwirrung sorgen. „Sogar Hamlet wurde schon auf Klingonisch übersetzt“, sagt Lieven L. Litaer – und in seiner Stimme schwingt Bewunderung und Stolz mit. Er selbst arbeitet gerade an einem Buch über die Sprache und ihre Hintergründe.

Eine komplexe Sprache

Klingonisch ist wie Esperanto und das Elbische aus „Herr der Ringe“ eine Kunstsprache. Aufgrund ihrer großen Komplexität ließe sich die Sprache nicht „mal kurz in einer Viertelstunde lernen“ – was dazu führe, dass nicht viele Interessierte wirklich lange bei der Stange blieben.

„Aber keine Sorge, wer zu meinem Vortrag kommt, wird auch ohne Vorkenntnisse gut unterhalten und erfährt viel interessantes Hintergrundwissen“, verspricht Litaer. „Es sind viele Wortspiele, meist aus dem Angelsächsischen, in dieser Sprache zu finden. So heißt etwa ,Hod‘ Captain – und ist gleichzeitig im Englischen die Abkürzung für Head of Department.“ Auf diese Weise könne man sich witzige Eselsbrücken erschaffen.

Tochter spricht auch schon Klingonisch

Erzählen wird Lieven L. Litaer darüber hinaus einiges zur Sprachgeschichte, zum Vorkommen und natürlich werden die Besucher einige wichtige Sätze lernen. Vielleicht kommt auch das sechsjährige Töchterchen mal wieder am Ende des Vortrags auf die Bühne. Denn auch sie spricht schon Klingonisch. Sätze von großer Alltagstauglichkeit, wie zum Beispiel „nuqDag 'oH puchpa' 'e'?“ – „Wo ist die Toilette?“ Und das kann man dann auch gleich auf der LuxCon anwenden.

Das LuxCon Festival

Das Fantastikfestival „LuxCon“ findet am Samstag, 22. April und Sonntag, 23. April im Forum „Geesseknäppchen“ statt. Besondere Gäste sind neben Klingonisch-Lehrer Lieven L. Litaer die weltbekannten Autoren Christopher Priest und Ian R. MacLeod. Der Eintrittspreis beträgt 5 Euro, das Wochenend-Ticket gibt's für 9 Euro. Weitere Infos auf www.luxcon.lu.


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