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Evelyn Burdecki ist Dschungelkönigin
Panorama 2 Min. 27.01.2019

Evelyn Burdecki ist Dschungelkönigin

Evelyn Burdecki wurde nach 16 Tagen Dschungelcamp von den Moderatoren Sonja Zietlow (r.) und Daniel Hartwich zur Siegerin gekrönt.

Evelyn Burdecki ist Dschungelkönigin

Evelyn Burdecki wurde nach 16 Tagen Dschungelcamp von den Moderatoren Sonja Zietlow (r.) und Daniel Hartwich zur Siegerin gekrönt.
Foto: TVNOW / Stefan Menne
Panorama 2 Min. 27.01.2019

Evelyn Burdecki ist Dschungelkönigin

Gilles SIEBENALER
Gilles SIEBENALER
„Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ läuft seit nunmehr 15 Jahren im deutschen Fernsehen. An die Ekelprüfungen haben sich mittlerweile alle gewöhnt. Da bedarf es neuer Aufreger. Und Kandidaten, die dieses Spiel beherrschen.

Evelyn Burdecki ist Dschungelkönigin 2019. Evelyn wer? Nun, ein Star, wie man ihn bei einer TV-Show mit dem Namen „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ eigentlich erwarten kann, ist Burdecki nicht. Doch wer ist das schon oder war das je in diesem Format, das nun bereits in der 13. Ausgabe über den Bildschirm flimmerte? Der Begriff Star ist ein dehnbarer Begriff, aktuell mehr denn je. Und gerade in diesem Kontext betrachtet ist die 29-jährige Burdecki die perfekte Gewinnerin.

Auch 15 Jahre nach seiner ersten Ausstrahlung im deutschen Fernsehen spaltet das Dschungelcamp noch die Zuschauer. Während die einen sich als leidenschaftliche Fans outen, sehen andere in der Show den Untergang des Abendlandes. Oder sahen ihn zumindest einmal. Denn mittlerweile bleibt die große Aufregung der Anfangszeit aus.

Der Großteil der Zuschauer findet sich wohl sowieso irgendwo zwischen den beiden genannten Gruppen wieder: Sie sind sich bewusst, dass die Show nun nicht gerade ihren Intellekt kitzelt – das erwarten sie auch nicht. Vielmehr haben sie an dem trashigen Format einfach ihren kurzweiligen Spaß. Ein bisschen Voyeurismus und Schadenfreude gehören zweifelsfrei auch dazu.

Rosen beim „Bachelor“, Mehlwürmer im Dschungelcamp

Das Dschungelcamp reiht sich dabei ein in eine ganze Palette von Shows im (Privat-)Fernsehen, die, obwohl konzeptuell teils ganz unterschiedlich ausgelegt, doch nach gleichem Muster funktionieren, dieselbe Zielgruppe ansprechen und mittlerweile auch dieselben Kandidaten anziehen.

Von der Suche nach dem nächsten deutschen Superstar bei DSDS über die Modelkür bei „Germany's Next Top Model“ (GNTM) bis hin zur Rosenvergabe beim „Bachelor“, stets dreht sich alles um zwischenmenschliche Beziehungen, den Wettbewerbsgedanken und die Konflikte, die aus dieser Kombination entstehen.

In den Sendungen ergeben sich diese Konflikte ganz natürlich, und wenn nicht, helfen die Macher schon mal kräftig nach. Mittlerweile sind gleich mehrere Generationen mit dieser Art TV-Shows aufgewachsen. Und der Zuschauer von gestern ist dabei gewissermaßen der Kandidat von morgen.


Domenico de Cicco muss das Camp verlassen.
Rauswurfphase im Dschungelcamp: Für Domenico heißt es Tschüss
Die erste Woche ist um. Im Dschungelcamp geht es ans Eingemachte. Ab jetzt fliegt jeden Abend ein Teilnehmer raus. Als erstes hat sich Domenico De Cicco verabschiedet. Dagegen lebt Gisele Oppermann richtig auf.

Das zeigt ein Blick auf die Bewohnerschaft des diesjährigen Dschungelcamps: Neben Altstars wie Peter Orloff oder Sibylle Rauch, die tatsächlich vor vielen Jahren noch dem ein oder anderen ein Begriff waren, Soapdarstellern (Felix Van Deventer, „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“) und ehemaligen Sportlern (Bobfahrerin Sandra Kiriasis) sitzen ums Lagerfeuer mit Evelyn Burdecki und Domenico De Cicco, zwei „Bachelor“-Teilnehmer, mit Gisele Oppermann, eine ehemalige GNTM-Kandidatin, sowie mit Bastian Yotta und Chris Töpperwien zwei (Selbst-)Darsteller, die beide in unterschiedlichen TV-Produktionen oder -beiträgen ihr Glück in Übersee suchten.

Performen als Job description

Sie alle sind Sinnbild einer Entwicklung im deutschen Fernsehen, bei denen die „Stars“ nichts können (müssen), sondern eigentlich nur sie selbst sind. Das aber darf keineswegs mit Authentizität verwechselt werden. Vielmehr geht es ums „performen“, gemäß dem, was die Produzenten verlangen – und auch so in den Vertrag schreiben – oder was die Möchtegernstars glauben, was ihre „Fans“ von ihnen erwarten.

Die neue Dschungelkönigin ist insofern ein Produkt ihrer Zeit, wie die Formate selbst auch – buhlte sie doch zunächst beim „Bachelor“ um Gunst und Rosen, um sich dann beim „Bachelor in Paradise“ in den späteren Mitcamper Domenico De Cicco zu verlieben - und dann flugs wieder von dem verlassen wurde.

Mit dieser Konstellation hatte der Sender RTL bereits für einen der Konfliktherde im Dschungel gesorgt. Burdecki meisterte die Situation deutlich besser als De Cicco. Denn anders als bei diesem hatte man bei Burdecki tatsächlich den Eindruck, dass sie ehrlich mit dem Beziehungsende haderte. Zwischen all der „Performance“ schimmerte doch ab und an auch ein bisschen Mensch durch.


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