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Europäische Raumfahrt: Luxemburgs Zukunft im All
Was Satelliten in Zukunft noch alles für Techniken und Anwendungen auf der Erde ermöglichen werden, ist nicht absehbar.

Europäische Raumfahrt: Luxemburgs Zukunft im All

AFP
Was Satelliten in Zukunft noch alles für Techniken und Anwendungen auf der Erde ermöglichen werden, ist nicht absehbar.
Panorama 2 Min. 22.10.2014

Europäische Raumfahrt: Luxemburgs Zukunft im All

Seit zwei Jahren hat Luxemburg mit der Schweiz den Vorsitz der Europäischen-Raumfahrtagentur ESA inne - und gibt die Agenda vor. Weltraumtechnik wird hierzulande immer wichtiger.

Von Jan Söfjer

Für so ein kleines Land hat Luxemburg eine ziemlich große Aufgabe. Seit zwei Jahren hat es mit der Schweiz den Vorsitz der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) inne. „Luxemburg ist der Agendasetter und am Hebel der Europäischen Raumfahrt“, sagt ESA-Sprecher Bernhard von Weyhe. Bis 2016 wird Luxemburg wohl noch diese Rolle ausüben, dann übernimmt ein anderes Land. Im Dezember treffen sich alle ESA-Mitglieder und Partner in Luxemburg zu einer sogenannten Ministerkonferenz, um über die Zukunft von Projekten und der Organisation selbst zu sprechen.

20 Mitgliedsstaaten gehören der Raumfahrtagentur mit Sitz in Paris und Einrichtungen in mehreren Ländern an. 1975 wurde sie aus zwei Vorgängerorganisationen gegründet. Indem sie die Finanzmittel und das Wissen der einzelnen Länder bündelt, ermöglicht sie die Realisierung von Programmen und Projekten, die kein Mitgliedsstaat alleine stemmen könnte – wie die Rosetta-Mission.

Kein Land zahlt pro Einwohner mehr als Luxemburg

2 250 Mitarbeiter waren 2013 bei der ESA beschäftigt. Ihr Etat betrug rund 4,28 Milliarden Euro. Der Luxemburger Anteil daran ist gering: 20 Millionen Euro. Anderseits: Pro Einwohner zahlt kein anderes Land mehr als Luxemburg: knapp 36 Euro. Das ist das Dreifache des Durchschnitts. Doch das Geld verschwindet nicht irgendwo. Ungefähr 80 Prozent fließen in die Geberländer zurück – in Forschungseinrichtungen und Privatunternehmen für Weltraumtechnik.

Hierzulande gibt es sieben Forschungseinrichtungen und 23 Firmen für Weltraumtechnik. Die älteste ist die Satellitengesellschaft SES. Diese wird heute auch beim Euro Space Day mit Unternehmensmesse in Saarbrücken dabei sein, bei dem großregionale Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft mehr über Projekte und das Potential der Raumfahrt erfahren. Highlight ist eine Video-Schaltung zum deutschen Astronauten Alexander Gerst in die Internationale Raumstation.

Zukunftssichere Hightech-Jobs

„Satelliten werden immer wichtiger“, sagt Marc Perres, der sich im Wirtschaftsministerium um die Beziehungen mit der ESA kümmert. „Die Raumfahrt hat ein großes Potenzial.“ Für Luxemburg ist die Förderung der Weltraumtechnik eine strategische Entscheidung. Satellitentechnik wird immer bedeutender. Neue Anwendungen für eine vernetzte Zukunft entstehen und mit ihr „zukunftssichere Hightech-Jobs“, so Sprecher Weyhe. Weltraumtechnologie kann helfen, die Bedeutungsverringerung des Finanzsektors zu kompensieren. Die Zukunft Luxemburgs liegt also ein Stück weit dort, wo Satellit Rosetta hinge
flogen ist: in den Tiefen des Alls.


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