Wählen Sie Ihre Nachrichten​

EU sagt gepanschtem Honig den Kampf an
Panorama 28.02.2018

EU sagt gepanschtem Honig den Kampf an

Honig soll nach Möglichkeit besser kontrolliert und gekennzeichnet werden.

EU sagt gepanschtem Honig den Kampf an

Honig soll nach Möglichkeit besser kontrolliert und gekennzeichnet werden.
Foto: Shutterstock
Panorama 28.02.2018

EU sagt gepanschtem Honig den Kampf an

Gefälschter Honig beschäftigt das Europäische Parlament. An diesem Donnerstag wollen die Abgeordneten über ein Papier abstimmen, das bessere Kontrollen, härtere Strafen und klarere Kennzeichnungen anregt.

(dpa) - Dem Landwirtschaftsausschuss des Parlaments zufolge erfüllt vor allem Import-Honig europäische Standards häufiger nicht. Rund 200 000 Tonnen Honig importiert die EU jährlich, während die Mitgliedsländer etwa 250 000 Tonnen pro Jahr erzeugen.


Die Bienvélker
Positionspapier der Bienenzüchter : Imker verlangen weniger Pestizideinsatz
In einem Positionspapier haben die Bienenzüchter ihre grundlegenden Forderungen zum Ausdruck gebracht. Sorgen machen ihnen vor allem Pestizide und die Varroa-Milbe.

Der Ausschuss verweist auf Tests des gemeinsamen Forschungszentrums der EU-Kommission, bei denen jede fünfte Probe von Import-Honig die EU-Standards nicht erfüllt habe. Nach Angaben des Forschungszentrums werde aber auch Honig aus EU-Ländern verfälscht, etwa mit zugesetztem Zucker. Die Parlamentarier diskutieren am Mittwoch unter anderem auch über besseren Schutz von Bienen und Unterstützung für Imker.

Kritik gab es im Vorfeld der Debatte an der aktuell von der EU vorgegebenen Kennzeichnungspflicht. Es genüge zu schreiben: Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern, kritisierte der Präsident des Deutschen Imkerbundes, Peter Maske. Der Verbraucher sei der Geprellte. „Er weiß nicht, was er isst.“ Für die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch ist die aktuelle Kennzeichnung eine „Farce“. Aus ihrer Sicht müssten die Hersteller von Lebensmitteln verpflichtet werden, mindestens die Herkunftsländer der Hauptzutaten ihrer Produkte anzugeben.

Das Papier, über das die EU-Parlamentarier am Donnerstag abstimmen wollen, ist aber - bezogen auf die Kontrollen - nicht mehr als ein Appell an die Mitgliedsstaaten. Denn diese sind dafür zuständig. Bei der Kennzeichnung ginge der Aufruf hingegen in Richtung EU-Kommission für einen entsprechenden Gesetzesentwurf.


Zum Themendienst-Bericht von Teresa Nauber vom 19. April 2017: Feiner Süßmacher: Honig enthält hauptsächlich Zucker, ist aber ein klein wenig kalorienarmer als Industriezucker. (Archivbild vom 10.04.2017 /Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher.) Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Honig: Altbewährtes Hausmittel
Eingerührt im Tee oder pur auf dem Löffel: Honig schmeckt nicht nur gut, er ist auch gesund. Zwar enthält er ähnlich viele Kalorien wie Zucker, dafür aber eine Reihe wichtiger Nährstoffe. Außerdem lindert er Husten besser als mancher Hustenstiller.

Nach Parlamentsangaben erfüllen die importierten Produkte häufig die in der Union geltenden Standards nicht: Bei Tests des gemeinsamen Forschungszentrums der EU-Kommission fielen 20 Prozent der Proben durch. So wird nach Angaben der Forscher etwa Zucker zugesetzt - was bei dem Naturprodukt Honig nicht zulässig ist. Die vergleichsweise teure Ware wird so mit billigen Mitteln gestreckt. Gesundheitlich ist das unbedenklich, aber Verbraucher werden getäuscht.

Vor allem Honig aus China, dem weltgrößten Exporteur und größten Lieferanten Europas, steht immer wieder unter Pansch-Verdacht. Chinesischen Importhonig etwa gibt es nach Angaben des Deutschen Imkerbundes auf dem Weltmarkt bereits für 1,20 Euro pro Kilogramm.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.