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Escobars tierisches Erbe: Ein Flusspferd kommt selten allein
Panorama 20.01.2021

Escobars tierisches Erbe: Ein Flusspferd kommt selten allein

Ein Nilpferd steht auf einer Straße der Hacienda Napoles, die einst dem Drogenboss Pablo Escobar gehörte.

Escobars tierisches Erbe: Ein Flusspferd kommt selten allein

Ein Nilpferd steht auf einer Straße der Hacienda Napoles, die einst dem Drogenboss Pablo Escobar gehörte.
Foto: Sinikka Tarvainen/dpa
Panorama 20.01.2021

Escobars tierisches Erbe: Ein Flusspferd kommt selten allein

Forscher empfehlen die Tötung von Pablo Escobars Nilpferden, denn sie bringen Mensch und Ökosystem in Gefahr.

Die Nachkommen von Pablo Escobars Nilpferden sollten nach Ansicht von Forschern möglichst bald in ihrer Ausbreitung gebremst werden – auch mit drastischen Mitteln. Die Experten fürchten, dass sich die vermehrungsfreudigen Tiere in größeren Teilen Kolumbiens niederlassen. 

Der Drogenbaron Escobar brachte einst vier afrikanische Flusspferde auf seine Hacienda Nápoles, zuletzt streiften geschätzt zwischen 65 und 80 Tiere durch die Region. 


19.08.2020, Rheinland-Pfalz, Maßweiler: Sahib (l), ein 14 Jahre alter Sibirischer Tiger, und das 13-jährige Tigerweibchen Jill liegen in einem Gehege einer Großkatzenstation der Tierschutzorganisation «Vier Pfoten» auf dem Dach eines Unterschlupfs. Die beiden ehemaligen Zirkustiger wurden bei der Wildtierauffangstation abgegeben. (zu dpa «Raubtiere in Rente: Zirkus-Tiger finden Aufnahme in der Südwestpfalz») Foto: Uwe Anspach/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Raubtiere in Rente
Zirkustiger verbringen in einem Wildtierauffanglager nahe Zweibrücken ihren Lebensabend.

Tötung als einzige Maßnahme

„Unsere Ergebnisse zeigen die dringende Notwendigkeit, dass die kolumbianischen Behörden kritische Management-Entscheidungen treffen, um das Populationswachstum und die Ausbreitung der Flusspferde zu begrenzen“, schreiben die Forscher im Fachblatt „Biological Conservation“. Eine Tötung sei vermutlich die einzige Maßnahme, mit der das Problem in den Griff zu kriegen sei. Die Tiere zerstören Felder, bringen das Ökosystem aus dem Gleichgewicht und Anwohner in Gefahr. 

Nilpferd Vanessa sitzt in einem gesonderten Teich auf der Hacienda Napoles. Das Tier wurde von der Herde verstoßen.
Nilpferd Vanessa sitzt in einem gesonderten Teich auf der Hacienda Napoles. Das Tier wurde von der Herde verstoßen.
Foto: Sinikka Tarvainen/dpa

Nachdem Escobar 1993 von Sicherheitskräften erschossen worden war, verfiel die Hacienda Nápoles. Die Nilpferde zogen in die umliegenden Wälder und pflanzten sich dort ungehindert fort. In gewisser Weise stehen die sogenannten „Kokain-Hippos“ stellvertretend für das Erbe Escobars, den viele Kolumbianer am liebsten vergessen würden – was allerdings nicht so leicht ist. Weil sie bisweilen auch Menschen angreifen, sind die bislang praktizierten Eindämmungsmaßnahmen wie Kastration und Sterilisation nicht nur aufwendig und offensichtlich wenig wirksam, sondern auch gefährlich (das LW berichtete). 

Ans Herz gewachsen

„Die Option, sie zu töten, war immer auf dem Tisch“, so der Biologe David Echeverry von der regionalen Umweltagentur Cornare. „Allerdings ist es sehr schwierig, sich vorzustellen, dass dies im Moment passieren könnte.“ Den Forschern scheint bewusst zu sein, dass ihre Empfehlungen nur schwer umzusetzen sind: „Weil das Flusspferd eine sehr charismatische Tierart ist, ist der Ansatz (der Tötung) nicht frei von Kontroversen.“

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