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Erste Luxemburgerin wagt den Versuch: Solo durch den Ärmelkanal
Panorama 3 Min. 07.03.2017 Aus unserem online-Archiv

Erste Luxemburgerin wagt den Versuch: Solo durch den Ärmelkanal

Paule Kremer trainiert täglich bis zu drei Stunden im Becken. Mit Laufeinheiten versucht sie zudem, ihre Kondition zu verbessern.

Erste Luxemburgerin wagt den Versuch: Solo durch den Ärmelkanal

Paule Kremer trainiert täglich bis zu drei Stunden im Becken. Mit Laufeinheiten versucht sie zudem, ihre Kondition zu verbessern.
Foto: Inna Ganschow
Panorama 3 Min. 07.03.2017 Aus unserem online-Archiv

Erste Luxemburgerin wagt den Versuch: Solo durch den Ärmelkanal

Paule Kremer plant, als Einzelschwimmerin den Ärmelkanal zu durchqueren. Mit ihrer Aktion möchte die 28-Jährige auf die Charity-Initiative „Plooschter Projet“ ihres Freundes aufmerksam machen, der eine Leukämie-Erkrankung besiegt hat und nun andere dafür gewinnen möchte, Stammzellen-Spender zu werden.

Interview: Inna Ganschow

Paule Kremer, wie entstand Ihre Liebe zum Schwimmsport?

Als Kind habe ich Sport noch gehasst. Ich habe erst an der Uni begonnen, Triathlon zu machen. Im ersten Jahr habe ich mit Fitness und Laufen angefangen, weil ich mich so ungesund ernährt habe, dass ich zunahm. Dann bin ich auf Crosslauf umgestiegen und schließlich in einen Lauf-Club eingetreten, um mich zu verbessern. Dort gab es auch einen Triathlon-Club und so nahm alles seinen Lauf. Ich habe zudem fünf Jahre in England am Meer studiert, genauer gesagt in Brighton. Leider habe ich dort noch nicht trainiert, was ich heute bereue.

Wie kommt man als Englischlehrerin dazu, sich einer der größten Herausforderungen für professionelle Schwimmerinnen zu stellen?

Letztes Jahr hat mich mein Freund gefragt, ob ich den Ärmelkanal in einer Staffel durchqueren möchte, was ich auch getan habe. Es hat mir so gut gefallen, dass ich dachte, es wäre schön, das auch alleine zu machen. Und danach habe ich mir gesagt: „Du musst es jetzt versuchen.“ Ich habe mich damals im Wasser sehr wohl gefühlt. Es war mir – im Gegensatz zu den anderen – gar nicht kalt. Das Wetter war super, kein Wind, keine Wellen, aber diese Konditionen hat man in England sehr selten. Also dachte ich, dass die Chancen für die gleichen Wetterbedingungen gut sind, wenn ich mein Glück zur selben Zeit probiere. Daher haben wir als Zeitpunkt Ende Juli, Anfang August ausgewählt.

Wie bereiten Sie sich auf diese Herausforderung vor?

Ich schwimme jeden Tag im Becken des SC Redange mit Trainerin Monique Zepp. Das macht etwa zwei, drei Stunden im Wasser und dann laufe ich auch noch, um meine Kondition zu verbessern. Im Schwimmbad zu trainieren ist unglaublich langweilig. Im Ärmelkanal ist dagegen Abwechslung garantiert. Mal sieht man eine Fähre, mal kann man eine Qualle greifen oder einen Fisch sehen. Im April geht es dann mit dem Schwimmklub nach Barcelona, um im Trainingslager an meiner Technik und der Ausdauer zu arbeiten. Ab der letzten Aprilwoche bin ich dann in Dover, von wo aus ich starten werde. Dann geht es darum, die Distanzen zu erhöhen und immer länger im kalten Wasser zu schwimmen, bis ich nachweisen kann, dass ich sechs Stunden am Stück im Wasser war. Dann bin ich für die Route zugelassen.

Sie verbringen viel Zeit im Wasser. Wie reagiert Ihr Körper darauf?

Momentan verbringe ich nicht mehr Zeit im Wasser als die Kinder, die im Club trainieren. Den Chlor-Geruch finde ich mittlerweile sogar ganz angenehm. Die Haut reagiert aber leider auf vielfältige Art – auch wenn man durch Meerwasser schwimmt. Der Mund wird vom Salz ganz rissig und die Haut reibt sich am Badeanzug wund. Man muss viel Vaseline benutzen, auch wenn diese sich mit der Zeit wieder auflöst. Für die Haut nehme ich momentan viel Öl und manchmal wasche ich die Haarspülung nicht aus. Insgesamt werde ich 12 bis 16 Stunden im Wasser sein, dann werde ich von allem aber nur wenig mitbekommen, da ich auf andere Sachen konzentriert bin. Von zu viel Wasser im Ohr kann es auch zu Ohrenschmerzen kommen, aber das ist das einzige wirkliche Wehwehchen.

Woher wissen Sie während Ihres Versuchs, wohin Sie schwimmen und wo Sie gerade sind?

Die ersten sechs Stunden schwimmt man praktisch Richtung Schweden, dann ändert sich die Strömung und man darf Richtung Frankreich schwimmen. Hat man es aber in zwölf Stunden nicht ans Ufer geschafft, wird sich die Strömung wieder ändern. Dann schwimmt man parallel zur Strömung und wird das Ziel verfehlen. Es sei denn, man schwimmt durch die Strömung, was nach so langer Zeit im Wasser sehr schwierig wird, weil man dann zu müde ist. Es gibt Leute, die es dann doch nach 15 Stunden geschafft haben, aber da schwimmt man zum Teil auf der Stelle und es kommt darauf an, ob der Kopf noch mitmacht.

Glauben Sie, dass Sie diesen Strapazen standhalten?

Körperlich sollte es gehen, denn da ist man so drin, dass es klappt, aber der Kopf kann einem einen Streich spielen und Motivation in Resignation umschlagen lassen. Wenn man die Route aus Wettergründen abbricht, weil es zu gefährlich ist, dann darf man den Versuch später noch ein zweites Mal wiederholen, aber das möchte ich nicht riskieren.

Weitere Informationen zur Kanaldurchquerung gibt's unter bit.ly/plooschterprojet.


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