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England: Römisches Mosaik aus dem 5. Jahrhundert entdeckt
Panorama 4 10.12.2020

England: Römisches Mosaik aus dem 5. Jahrhundert entdeckt

Archäologen legen ein Mosaik frei, das bei Ausgrabungsarbeiten des National Trust an einer römischen Villa in Chedworth entdeckt wurde.

England: Römisches Mosaik aus dem 5. Jahrhundert entdeckt

Archäologen legen ein Mosaik frei, das bei Ausgrabungsarbeiten des National Trust an einer römischen Villa in Chedworth entdeckt wurde.
Foto: National Trust/PA Media/dpa
Panorama 4 10.12.2020

England: Römisches Mosaik aus dem 5. Jahrhundert entdeckt

Als die Römer sich zwischen dem 4. und dem 5. Jahrhundert von den britischen Inseln zurückzogen, begann dort das dunkle Zeitalter. Nur wenige Artefakte aus dieser Zeit haben bis heute überlebt.

(dpa/SC) - Zum ersten Mal haben Forscher in Großbritannien ein Mosaik aus dem 5. Jahrhundert entdeckt. Das Setzbild im englischen Chedworth belege, dass auch nach dem Abzug der Römer der romanisierte Lebensstil gehalten habe, betonten die Archäologen am Donnerstag. Bisher waren Historiker davon ausgegangen, dass im „dunklen Zeitalter“ (Dark Ages) alle römischen Städte und Villen verlassen und dem Verfall preisgegeben worden seien.

Das Mosaik in Chedworth sei der Beweis, dass der Rückgang von Kultur nach dem Ende des römischen Britannien langsamer vonstattengegangen sei als gedacht, sagte der Archäologe Martin Papworth von der Denkmalpflegestiftung National Trust. „Die Schaffung eines neuen Raums und die Verlegung eines neuen Bodens deuten auf Wohlstand hin und dass sich die Mosaikindustrie 50 Jahre länger fortgesetzt hat als bisher bekannt.“ Es wird davon ausgegangen, dass der Raum in den Sommermonaten wahrscheinlich als Esszimmer genutzt wurde.

Eine Radiokohlenstoffdatierung habe ergeben, dass eine Mauer, die das Mosaik begrenzt, spätestens 424 gebaut worden sei, hieß es weiter. Das Bild selbst sei eindeutig erst danach gesetzt worden. Es handelt sich um ein kompliziertes Design mit einer Reihe von Kreisen, die alternierend mit Blumen gefüllt sind, Knoten bilden den Rand.


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Trotz seiner Komplexität sei das Mosaik bereits weitaus unausgefeilter als vergleichbare Arbeiten, die in der Chadworth Villa und in anderen römischen Siedlungen ein Jahrhundert zuvor hergestellt worden waren. Kleinere Fehler weisen auf eine graduelle Erosion der Fertigkeiten der Handwerker hin.

Bei der Villa, rund 155 Kilometer nordwestlich von London, handelt es sich um eines der größten und am besten erhaltenen römischen Häuser in Großbritannien. Rund um das nahe gelegene Cirencester, Ende des 4. Jahrhunderts die zweitgrößte römische Stadt in Britannien nach London, wurden bereits mehrere teils reich verzierte Villen entdeckt.


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