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Einfühlsames Ansprechen hilft
Panorama 10.08.2016 Aus unserem online-Archiv
Anzeichen für Essstörungen

Einfühlsames Ansprechen hilft

 Das Gewicht und die Figur sind für Magersüchtige oft die einzigen Dinge, die zählen. Bilder in sozialen Netzwerken feuern den Hype häufig zusätzlich an.
Anzeichen für Essstörungen

Einfühlsames Ansprechen hilft

Das Gewicht und die Figur sind für Magersüchtige oft die einzigen Dinge, die zählen. Bilder in sozialen Netzwerken feuern den Hype häufig zusätzlich an.
Foto: dpa
Panorama 10.08.2016 Aus unserem online-Archiv
Anzeichen für Essstörungen

Einfühlsames Ansprechen hilft

Kevin WAMMER
Kevin WAMMER
Die Gedanken kreisen nur um Kalorien und Gewicht: Magersüchtige und Bulimiekranke basieren ihr Selbstwertgefühl allein auf ihren Körper. Experten raten: Wer in der Familie, im Freundeskreis oder in der Schule ein solches Verhalten bemerkt, sollte es unbedingt ansprechen.

(dpa) - Essstörungen können sich unterschiedlich zeigen - eine Form ist die Magersucht. Anzeichen dafür ist meist Untergewicht, das vor allem durch Hungern, aber auch durch Erbrechen, sehr viel Sport oder Abführmittel erreicht wird, wie das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) erläutert. Betroffene wiegen sich meist häufig, zählen Kalorien und haben panische Angst davor zuzunehmen. Sie halten sich trotz Untergewichts für zu dick.

Eine weitere Form ist die Bulimie. Betroffene verschlingen bei Essanfällen heimlich große Mengen, haben danach Schuldgefühle und steuern gegen: zum Beispiel mit Erbrechen, Fasten, Diäten oder übermäßigem Sport. 

Magersucht trifft vor allem junge Frauen zwischen 14 und 18 Jahren, Bulimie eher Frauen ab etwa 17 Jahren bis Mitte 20. Schlimmstenfalls kann die Krankheit zum Tod führen, fast alle Organe können Schaden nehmen - gerade bei Heranwachsenden auch das Gehirn.

Einfühlsames Gespräch

Während gesunde Menschen ihr Selbstwertgefühl aus verschiedenen Lebensbereichen ziehen, ist das bei Magersüchtigen anders: „Gewicht und Figur sind die einzigen Dinge, die noch etwas zählen“, sagt Beate Herpertz-Dahlmann, Direktorin der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kinder- und Jugendalters an der Uniklinik Aachen. „Medien spielen dabei eine wichtige Rolle.“ Das Fernsehen etwa präsentiere Schönheitsideale, online wird in Nischen gewetteifert: Wer am dünnsten ist, bekommt dort den meisten Beifall.

Wer bei seinem Kind oder bei einer Freundin Anzeichen für eine Essstörung bemerkt, sollte seine Sorge unbedingt einfühlsam ansprechen, empfiehlt Herpertz-Dahlmann. Magersucht ist erkennbar etwa an Gewichtsverlust oder ständigem Wiegen. Bulimiekranke seien dagegen häufig normalgewichtig. Hinweise können hier der Gang zur Toilette nach jedem Essen oder ein plötzlich leerer Kühlschrank sein.

Therapien wurden besser

Die Heilungsraten seien heute deutlich besser als noch vor 15 Jahren: „Die Therapien sind besser geworden“, sagt Beate Herpertz-Dahlmann. Sie sollen Kranke einerseits wieder auf ein gesundes Gewicht bringen, andererseits aber auch psychische Ursachen aufarbeiten.

Grundsätzlich kann es ein Zeichen für eine Essstörung sein, wenn die Gedanken ständig ums Essen und die Figur kreisen, man den eigenen Körper verabscheut oder heimlich isst. Mögliche Ansprechpartner sind der Kinder- und Jugendarzt oder -psychiater, der Hausarzt oder ein Psychotherapeut.


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Zum Themendienst-Bericht vom 5. August 2015: Anorexie oder Bulimie lassen sich nicht von Beginn an am K�rpergewicht bemessen. Wenn sich alles nur noch um das Gewicht, die Ern�hrung oder die Kleidergr��e dreht, sind das aber Warnsignale f�r eine Essst�rung. 
(Archivbild vom 16.03.2015/Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text. Die Ver�ffentlichung ist f�r dpa-Themendienst-Bezieher honorarfrei.) Foto: Monique W�stenhagen