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Eine pharmazeutische Revolution: Hepatitis C kann geheilt werden
Panorama 2 Min. 29.03.2015

Eine pharmazeutische Revolution: Hepatitis C kann geheilt werden

(V.l.n.r.) Dr. Jarek Oleszczuk, Direktor des Pharmakonzerns Abbvie für Belgien/Luxemburg, Dr. Gennaro Taddei (Gastroenterologe) und Dr. Thérèse Staub (Infektiologin) stellten das Heilmittel vor.

Eine pharmazeutische Revolution: Hepatitis C kann geheilt werden

(V.l.n.r.) Dr. Jarek Oleszczuk, Direktor des Pharmakonzerns Abbvie für Belgien/Luxemburg, Dr. Gennaro Taddei (Gastroenterologe) und Dr. Thérèse Staub (Infektiologin) stellten das Heilmittel vor.
Foto: Cheryl Cadamuro
Panorama 2 Min. 29.03.2015

Eine pharmazeutische Revolution: Hepatitis C kann geheilt werden

Weltweit leiden 160 Millionen Menschen unter chronischer Hepatitis C – die nicht selten zum Tod führen kann. Doch es besteht Grund zur Hoffnung. Ein neues Medikament verspricht bei 97 Prozent der Patienten Heilungschancen.

(che) - Weltweit leiden 160 Millionen Menschen unter chronischer Hepatitis C – die nicht selten zum Tod führen kann. Doch es besteht Grund zur Hoffnung. Ein neues Medikament, das wahrscheinlich ab Mai erhältlich sein wird, verspricht bei 97 Prozent der Patienten Heilungschancen. Bis 2030 könnte der heimtückische Erreger so sogar ausgerottet werden.¶

Grippesymptome, Fieber, Müdigkeit, Abgeschlagenheit – die Symptome, die auf eine Infizierung mit dem Hepatitis C-Virus hinweisen, sind oft unspezifischer Art. Manchmal verläuft die Ansteckung, die eine Funktionsuntüchtigkeit der Leber nach sich ziehen kann, sogar symptomlos. Doch vor allem beim chronischen Verlauf ist mit ernst zu nehmenden Folgen zu rechnen.

Während die akute Form oft harmlos verläuft – bei 15-25 Prozent der Infizierten setzen Selbstheilungskräfte ein – sieht es bei den restlichen 75 bis 85 Prozent hingegen nicht so rosig aus: Die Entzündung der Leber schreitet oft unbemerkt, aber zugleich auch sehr aggressiv voran.

Die Auswirkungen des chronischen Verlaufs der Erkrankung sind katastrophal: Zahlreiche Erkrankungen der Leber – ausgelöst durch den gefährlichen Keim – wie Fibrose, Zirrhose, Krebs bis hin zum Tod machen die Ernsthaftigkeit der Krankheit deutlich. Bei etwa zehn Prozent der Patienten entsteht nach jahrelanger Krankheit beispielsweise eine Leberzirrhose. Jährlich stecken sich 3-4 Millionen Menschen mit dem Virus an. Die Übertragung erfolgt meist über infiziertes Blut oder Schleimhäute. Die Komplexität des Erregers ist nicht zu unterschätzen: Sechs Genotypen samt zahlreicher Untertypen haben eine heilungsversprechende Therapie lange Zeit erschwert.

Neue Hoffnung für Erkrankte

Doch ein neues Medikament, das höchstwahrscheinlich im Mai auf den Markt kommen soll, verspricht Patienten, die sich mit dem Genotyp 1 oder 4 angesteckt haben, nun Hoffnung. Auch in Luxemburg ist dies ein großer Fortschritt: 53,4 Prozent der Patienten sind nämlich mit Genotyp 1 infiziert. Zudem stellt das Präparat eine zweifache Revolution im Therapiebereich dar: Das Pharmazeutikum ist frei von der nebenwirkungsreichen Substanz Interferon und besteht zudem aus drei antiviralen Wirkstoffen.

Klinische Tests ergaben, dass die Heilungschancen bei über 90 Prozent liegen – was ein enormer Fortschritt im Behandlungsspielraum ist: „Wir warten schon seit langem auf ein interferonfreies Medikament zur Behandlung einer chronischen Hepatitis-C-Erkrankung“, erklärt Dr. Gennaro Taddei, Präsident der „Société luxembourgeoise de gastroentérologie“.

Mit der neuen Medizin kann in vielen Fällen bereits nach einer zwölfwöchigen Therapie eine Genesung verzeichnet werden. Hervorzuheben sei nämlich auch, dass das HP-C-Virus nun, im Gegensatz zum HI-Virus, heilbar ist, ergänzt Dr. Thérèse Staub, die ihres Zeichens Ärztin für Infektiologie im Centre hospitalier (CHL) ist.

Und die Aussichten könnten positiver nicht sein: 2030 könnte der gefährliche Keim dank der neuen Behandlungsmaßnahmen ausgerottet sein.


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