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Ein Spiel, das verbindet
Architekten erwünscht: Bei „Fortnite“ dreht sich nicht alles ums Schießen, sondern auch ums Bauen von Verteidigungsanlagen.

Ein Spiel, das verbindet

Screenshot: Hersteller
Architekten erwünscht: Bei „Fortnite“ dreht sich nicht alles ums Schießen, sondern auch ums Bauen von Verteidigungsanlagen.
Panorama 2 Min. 26.06.2018

Ein Spiel, das verbindet

Der Online-Comic-Shooter „Fortnite“ verspricht adrenalingeladene Partien, bei denen die Urinstinkte zum Vorschein treten. Nun dürfen sich Spieler aus Luxemburg in einem 24-stündigen Marathon-Event um ein stolzes Preisgeld messen.

von Matthias Probst

Ein perfides, aber reizvolles Gedankenspiel: Was würde ich tun, wenn ich mit 99 anderen Menschen auf einer einsamen Insel in einen tödlichen Wettstreit gezwungen würde, in dem nur der letzte Überlebende das Eiland wieder verlassen darf? Genau das ist die These, die dem Kinofilm „Battle Royale“ von Regisseur Kinji Fukasaku aus dem Jahr 2000 zugrunde liegt. Trotz der anfangs heftigen Kritik an seinem Werk, mauserte sich der Streifen 2001 zum dritterfolgreichsten Film in Japan.

Bei einer LAN-Party werden Computer über ein lokales Netzwerk verbunden. LAN steht dabei für „Local Area Network“.
Bei einer LAN-Party werden Computer über ein lokales Netzwerk verbunden. LAN steht dabei für „Local Area Network“.
Foto: privat

Buchautoren und später natürlich auch Hollywood adaptierten die Idee und kleideten sie in andere Kontexte: Seien es nun die „Tribute von Panem“ oder „Maze Runners“ – Filme, in denen es um den puren Überlebenskampf geht, stehen beim Publikum hoch im Kurs. Kein Wunder also, dass dieses Konzept bei Videospielen ebenso gut funktioniert: „Playerunknown’s Battlegrounds“ (kurz: PUBG) hat es vorgemacht, wie dieses „Battle Royale“ in digitaler Form aussehen kann. Das Spiel „Fortnite“ ist auf diesen Zug aufgesprungen und konnte sogar die Konkurrenz überholen: Über 125 Millionen Spieler verzeichnet „Fortnite“ derzeit und ist damit das Gesprächsthema Nummer eins in der Welt der Games.

Fabio De Aguiar, der Gründer von „11F Gaming“.
Fabio De Aguiar, der Gründer von „11F Gaming“.
Foto: privat

Längst ist das Phänomen auf den luxemburgischen Markt übergeschwappt. Daher wird es Gamer sicherlich freuen, dass sie bald ihr Können vor Publikum unter Beweis stellen dürfen: In einem 24-stündigen Marathon-Event treten die besten „Fortnite“-Spieler der Großregion gegeneinander an.

Regionale Führungsposition

Vom 30. Juni bis zum 1. Juli verwandelt sich das Casino 2000 in Mondorf zum virtuellen Schlachtfeld. Fabio De Aguiar, Gründer von „11F Gaming“, hat diese Veranstaltung geplant: Seit fast sechs Monaten sitzt der 31-Jährige mit seinem Team an den Vorbereitungen. Noch bis am Dienstag laufen die Anmeldungen, der Zuspruch sei aber jetzt schon überwältigend: „Wir haben innerhalb kürzester Zeit über 500 Anmeldungen erhalten“, erklärt Fabio De Aguiar. Aus Erfahrung weiß er jedoch, dass letztlich nur rund die Hälfte der Spieler erscheinen und das Startgeld bezahlen werden. Dennoch: Das „Fortnite“-LAN- Event scheint ein voller Erfolg zu werden – und ist zudem die größte LAN-Party in der Region um Luxemburg.

Die Gründe für diesen immensen Zuspruch sieht der leidenschaftliche Gamer in den Zutaten, die „Fortnite“ mitbringt: „Zunächst einmal ist das Spiel kostenlos“, betont Fabio De Aguiar. Auf diese Art ist die Einstiegshürde natürlich sehr gering. Hinzu kommt, dass die Software inzwischen neben dem PC auch auf allen aktuellen Konsolen wie der PlayStation 4, der Xbox One und – ganz neu – sogar auf Nintendos Switch zu finden ist. Die Funktion des sogenannten Cross-Gaming, also dem plattformübergreifenden Spielen gegeneinander, macht „Fortnite“ dabei umso attraktiver.

Aber auch ein weiterer Aspekt trägt zu dieser Beliebtheit bei, wie Fabio De Aguiar weiß: „Der Comic-Look des Spiels entschärft das Geschehen: Hier spritzt kein Blut, und es fliegen keine Körperteile durch die Gegend. Stirbt jemand, verpufft er in einer kleinen Wolke.“ Das ist auch der Grund, warum Prüfbehörden wie die USK in Deutschland „Fortnite“ bereits ab zwölf Jahren freigegeben haben. Im Mittelpunkt des Geschehens steht also lediglich der sportliche und taktische Aspekt, um als Letzter im Ring zu bleiben. Es wird demnach spannend werden, wer sich letztlich den größten Anteil aus dem Preispool von insgesamt 3 500 Euro sichern kann.


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