Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Ein Luxemburger auf dem Weg ins All
Panorama 2 Min. 23.11.2022
Astronauten-Crew der Esa

Ein Luxemburger auf dem Weg ins All

Raphaël Liégeois lebte einige Jahre in Differdingen.
Astronauten-Crew der Esa

Ein Luxemburger auf dem Weg ins All

Raphaël Liégeois lebte einige Jahre in Differdingen.
Crédit: ESA
Panorama 2 Min. 23.11.2022
Astronauten-Crew der Esa

Ein Luxemburger auf dem Weg ins All

Fünf Europäerinnen und Europäer bilden die neue Astronauten-Crew der Esa - darunter auch der Belgo-Luxemburger Raphaël Liégeois.

(dpa/LW) - Für fünf Europäerinnen und Europäer ist der Traum wahr geworden: Die Französin Sophie Adenot, der Spanier Pablo Álvarez Fernández, die Britin Rosemary Coogan, der Schweizer Marco Alain Sieber und Raphaël Liégeois, der über die luxemburgische und belgische Staatsbürgerschaft verfügt, bilden die neue Astronauten-Crew der Esa, wie die europäische Raumfahrtagentur am Mittwoch bekannt gab. 

Liégois, der sich unter rund 22.000 Bewerberinnen und Bewerbern – davon 65 aus Luxemburg – durchsetzen konnte, lebte einige Jahre in Differdingen. Den luxemburgischen Pass besitzt er laut Berichten verschiedener Medien seit 2018. 

Die Ausbildung startet in Köln

Für die glücklichen fünf Kandidaten lockt vor dem Weltall nun erst einmal der Rhein. Beim Europäischen Astronautenzentrum in Köln läuft die einjährige Grundausbildung, in der die Crew Grundlagen der Naturwissenschaften und des Ingenieurwesens erlernt, Russisch paukt und auch das Training für Weltraumflüge beginnt. Anschließend durchlaufen die Neuen die etwa einjährige Aufbauausbildung, bei der sie besonders mit der Raumstation ISS vertraut gemacht werden und zum Beispiel an der Bodenkontrolle ihre Kolleginnen und Kollegen im All unterstützen.


Luxemburg braucht einen langen Atem für seine Weltraumpläne
Das Luxemburger Gesetz zu den Weltraum-Ressourcen wird fünf Jahre alt – zum Einsatz kam es bisher nicht. Es wird dauern, bis sich die Investitionen rentieren.

Erst in der dritten Phase der Ausbildung erhalten die Astronautinnen und Astronauten eine konkrete Mission und bereiten sich auf diese vor. Etwa anderthalb Jahre lang beschäftigen sich die künftigen Raumfahrer dann damit, wie die Experimente ihrer Mission durchgeführt werden und was wissenschaftlich dahintersteckt.

Der erste Flug liegt noch in Ferne

Bis die neue Astro-Crew ins All abhebt, kann es also locker drei Jahre dauern, wenn nicht länger. 


iSpace - Mondrover aus Luxemburg. (Foto: Alain Piron)
Der erste Luxemburger auf dem Mond ist ein Roboter
Ispace baut einen Rover für anstehende Weltraummissionen. Er soll Mondgestein abbauen und an die Nasa übergeben.

Wohin die neue Generation der Astronautinnen und Astronauten fliegen wird, steht auch noch in den Sternen. Denn die Zukunft der ISS ist weiter ungewiss. Russland hatte angekündigt, nach 2024 aus dem Gemeinschaftsprojekt aussteigen zu wollen. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa sieht sich zumindest bis 2030 verpflichtet, den Außenposten in Betrieb zu halten. Flüge eines Esa-Astronauten zum Mond könnten auch noch etwas auf sich warten lassen. Möglich wären zum Beispiel Missionen zum „Lunar Gateway“, der geplanten Station auf der Mondumlaufbahn.

Flugchancen wohl auch für Reserve-Astronauten

Neben den fünf Astronauten, die die Esa als sogenannte Karriereastronauten vorgestellt hat, wurden auch elf Raumfahrer in Reserve ausgewählt. Ins All gehen könnte es auch für sie. Matthias Maurer etwa war in der Top Zehn seines Bewerbungsjahrgangs, aber zunächst nicht in der finalen Auswahl, und wurde dann Jahre später als Astronaut nominiert.


Matthias Maurer
Matthias Maurer: „Luxemburg ist in der Raumfahrt ein Big Player“
Der Astronaut aus dem Saarland spricht im Interview über die Mondmission Artemis und welche Rolle das Großherzogtum dabei spielt.

Teil der astronautischen Reserve wird zusätzlich der Brite John McFall sein, der in der neu geschaffenen Position als Astronaut mit körperlicher Behinderung ausgewählt wurde. McFall wird Teil eines Projekts, das herausfinden möchte, wie Barrieren in der Raumfahrt abgebaut werden können. Esa-Chef Josef Aschbacher sagte, man sei gewillt, das All für alle zu öffnen. Man brauche dafür spezielle Studien und eventuell Anpassungen im Weltraum oder auf dem Weg dorthin.

Die Esa hatte die Suche nach neuen Astronauten und Astronautinnen im vergangenen März gestartet. Insgesamt gingen mehr als 22.000 Bewerbungen ein, davon 65 aus Luxemburg, 670 aus der Schweiz, knapp 3.700 aus Deutschland und 470 aus Österreich.

Erhöhtes Budget für die Esa

Auf dem Pariser Treffen beschlossen die 22 Mitgliedsländer außerdem ein deutlich erhöhtes Drei-Jahres-Budget für die Esa in Höhe von 16,9 Milliarden Euro. Gegenüber dem bisherigen Budget ist das ein Plus von 17 Prozent.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema