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Dr. Romi Roth hilft: Wenn ein Tier auf Reisen geht
Panorama 11.08.2022
Aus der Tiersprechstunde

Dr. Romi Roth hilft: Wenn ein Tier auf Reisen geht

Bereits die Anreise zum Urlaubsort kann für das Haustier äußerst belastend sein.
Aus der Tiersprechstunde

Dr. Romi Roth hilft: Wenn ein Tier auf Reisen geht

Bereits die Anreise zum Urlaubsort kann für das Haustier äußerst belastend sein.
Foto: LW-Archiv
Panorama 11.08.2022
Aus der Tiersprechstunde

Dr. Romi Roth hilft: Wenn ein Tier auf Reisen geht

Reiseund strapazen hartnäckige Parasiten - eine Urlaubsreise kann für Vierbeiner durchaus negative Folgen haben, wie Dr. Romi Roth erklärt.

Von Dr. Romi Roth

Die 16-jährige Jack-Russel-Hündin Coco, die mit ihren 16 Jahre sollte ursprünglich während der Urlaubsreise ihrer Familie von einer Studentin gehütet werden. Da diese junge Frau nun jedoch wegen eigener Reisepläne abgesprungen war, wollten Cocos Besitzer die kleine Hündin einfach mit nach Spanien nehmen. Vor der Flugreise sollte sie allerdings noch tiermedizinisch durchgecheckt werden. Dies umso mehr, da sie letztens häufig Durchfall und daher auch einiges an Gewicht verloren hatte. 

Bei der allgemeinen Untersuchung stellte sich heraus, dass der Gewichtsverlust des greisen Tierchens derart dramatisch war, dass sie wohl ohne Probleme in der Passagierkabine hätte mitreisen können. Ihre Abmagerung, wie Stuhl- und Blutuntanalysen sowie Röntgen- und Ultraschalluntersuchung zeigten, wurde aber von einer Bauchspeicheldrüsenentzündung mit starker Dünndarmreizung verursacht, so dass ihre Mitreise den Besitzern dringend abgeraten werden musste. 


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Parasitenbefall

Aber auch ohne solch aktuellen Hinderungsgrund ist es nicht ungefährlich, einen alten oder gebrechlichen Hund in eine der beliebten Urlaubsregionen mitzunehmen. Über die Reisestrapazen hinaus können einige meist von Parasiten übertragene Reisekrankheiten mitgebracht werden, die sich manchmal erst lange nach der Reise mit schwer zu deutenden Krankheitserscheinungen bemerkbar machen. 

So wird die Babesiose, die früher „Maladie des Chiens du Midi“ genannt wurde, über den Stich bestimmter Zeckenarten übertragen. Auch eine Ansteckung mit Ehrlichiose, deren Erreger sogar über heimische Zecken vermittelt werden, ist viel häufiger in südlicheren Gefilden möglich. Leishmanien sind Parasiten, die sich von der Stichstelle durch Sandmücken aus zunächst unter der Haut und dann über das Blut in weitere Organe verbreiten. Durch verschiedene Stechmückenarten werden Herzwürmer (Dirofilarien) übertragen, die es sich in den Blutgefäßen der Hunde gemütlich machen, deren Immunsystem auf solche Herausforderungen in keinster Weise gefasst ist. 

Wohl gibt es gegen Babesiose und Leishmaniose Impfungen. Allgemein sollte dennoch jeder Hund, der nach einer Reise außergewöhnlich müde oder kränklich erscheint, dem Haustierarzt vorgestellt werden, der mit einer Blutprobe diagnostische Klarheit verschaffen kann.

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