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Dognapping: Illegales Millionengeschäft mit Hunden
Panorama 3 Min. 23.02.2021

Dognapping: Illegales Millionengeschäft mit Hunden

In Wales gelang es der Polizei nach einem Einsatz in der Grafschaft Carmarthenshire, fast 30 entführte Hunde an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben.

Dognapping: Illegales Millionengeschäft mit Hunden

In Wales gelang es der Polizei nach einem Einsatz in der Grafschaft Carmarthenshire, fast 30 entführte Hunde an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben.
Foto: Heddlu Dyf/Dyfed Powys Police/NP
Panorama 3 Min. 23.02.2021

Dognapping: Illegales Millionengeschäft mit Hunden

Die Corona-Pandemie hat die Nachfrage nach Haustieren auch in Großbritannien stark steigen lassen. Kriminelle Banden verdienen mit Hundediebstahl und illegaler Zucht inzwischen Millionen.

(dpa) -  Einsamkeit, Bewegungsmangel, Angst: Auch in Großbritannien sehnen sich in Zeiten von Corona-Pandemie und Lockdown viele Menschen nach einem Hund. Laut Pets4Homes, einer  Plattform für den Handel mit Haustieren, haben sich die Preise für Welpen im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Doch die Tiere geraten deswegen auch immer mehr in den Blick von Kriminellen, die aus der Sehnsucht der Menschen nach einem treuen Begleiter ein Geschäft machen wollen.

Fünf gestohlene Welpen

Wie einen Schlag in die Magengrube empfand Will Bevan das Gefühl, als er entdeckte, dass die fünf Welpen seiner Border-Collie-Hündin Anfang Februar gestohlen wurden. Das Tor zum Stall, in dem sie untergebracht waren, stand weit offen. 


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Der Schäfer aus Stow-on-the-Wold in der englischen Grafschaft Gloucestershire arbeitet täglich mit Hunden zusammen. „Sie sind Teil meiner Familie und ich kann meinen Job nicht ohne sie machen.“ Seine Aufrufe, nach den Hündchen Ausschau zu halten, wurden tausendfach in sozialen Medien geteilt.

Die Organisation Doglost, die eine Datenbank für vermisste Hunde betreibt, verzeichnete im vergangenen Jahr 465 gestohlene Tiere in Großbritannien und Irland – mehr als zweieinhalb Mal so viele wie noch 2019. Am begehrtesten sind Cocker Spaniel, gefolgt von English Springer Spaniel und Jack Russell Terriern.

Wenn es sich auch um ein vergleichsweise seltenes Verbrechen handelt, werden mit gestohlenen Hunden längst Millionen gemacht, wie ein Ermittler der BBC berichtet. Entführt werden demnach nicht nur Welpen, die direkt zum Verkauf angeboten werden, sondern auch ausgewachsene Tiere für die Zucht – oft unter haarsträubenden Bedingungen. Mit Hormonbehandlung würden die Hündinnen zu drei bis vier Würfen pro Jahr getrieben.

Nur milde Strafen

Wayne May, der ehrenamtlich für Doglost arbeitet, erläutert, wie die Rechnung für die „Dognapper“ aufgehe: Züchte man mit einem gestohlenen Tier fünf Welpen, könne man mit einem Gewinn von bis zu 25.000 Pfund (rund 28.500 Euro) rechnen. Die Gefahr vor Strafverfolgung sei weitaus geringer als beim Drogenhandel. 


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„Wenn Sie mit Kokain im Wert von 25.000 Pfund erwischt werden, wandern Sie ins Gefängnis“, so May. Wer beim Klauen eines Hundes ertappt werde, komme meist mit einer Strafe von etwa 250 Pfund davon.

Zwar heißt es von der Regierung, der Diebstahl von Haustieren könne mit bis zu sieben Jahren Gefängnis bestraft werden. Doch wie oft es zu einem Urteil kommt und wie hoch die Strafen dabei ausfallen, wird in den Statistiken nicht erfasst.

Längst werden nicht nur unbemerkt Hunde gestohlen. Manche Besitzer werden auf offener Straße bedroht oder müssen zusehen, wie die Diebe ihre Lieblinge über den Gartenzaun heben. Die Tierschutzorganisation RSPCA (Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals) warnte kürzlich vor Kriminellen, die in Fahrzeugen mit dem Logo der Tierschützer unterwegs seien und Spaziergänger ansprächen. „Fragen Sie immer nach dem Ausweis, wenn jemand behauptet, ein RSPCA-Mitarbeiter zu sein, und halten Sie Ausschau nach einem Abzeichen“, so die Organisation.

Keine Fotos auf Social Media

„Hundediebstahl kann ein verheerendes Verbrechen sein für Familien und erhebliches Leid für die Besitzer verursachen“, sagt Deputy Chief Constable Amanda Blakeman vom Verband der Polizeichefs NPCC (National Police Chiefs Council). Sie warnt Hundebesitzer davor, Fotos ihrer Welpen in sozialen Medien zu posten. Das könne die Aufmerksamkeit von Kriminellen auf sie ziehen.

Will Bevan hofft hingegen darauf, dass ihm die große Aufmerksamkeit im Netz hilft, seine Welpen wiederzubekommen. Immerhin: Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben von Doglost 200 gestohlene Hunde wieder mit ihren Besitzern vereint.

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