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Digitalen Nachlass rechtzeitig regeln
Panorama 2 Min. 28.09.2015 Aus unserem online-Archiv
Der zweite Tod

Digitalen Nachlass rechtzeitig regeln

Daten, Fotos, Filme - immer mehr Menschen speichern ihr Leben auf digitalen Servern. Und dort bleibt es erhalten, über ihren Tod hinaus.
Der zweite Tod

Digitalen Nachlass rechtzeitig regeln

Daten, Fotos, Filme - immer mehr Menschen speichern ihr Leben auf digitalen Servern. Und dort bleibt es erhalten, über ihren Tod hinaus.
Foto: AFP
Panorama 2 Min. 28.09.2015 Aus unserem online-Archiv
Der zweite Tod

Digitalen Nachlass rechtzeitig regeln

Stirbt ein Mensch, lebt er im Internet noch länger weiter. Damit die Angehörigen sich um diesen digitalen Nachlass kümmern können, sollten schon zu Lebzeiten einige Vorkehrungen getroffen werden.

(dpa/tmn) - Während sich Verwandte und Bestatter um die Verwaltung des weltlichen Nachlasses kümmern, lebt der Verstorbene im Netz weiter - auf Facebook-, Twitter oder Instagram-Accounts, bei Online-Versandhäusern und als Inhaber von Online-Konten für Strom- oder Telefonverträge. Die Regelung dieses digitalen Nachlasses stellt Angehörige häufig vor große Probleme.

Viele schreiben sich wichtige Passwörter nicht auf - im Todesfall sind sie unrettbar verloren. Dabei müssen sich Angehörige auch um die Abwicklung der digitalen Aktivitäten kümmern. Internetverträge, Abonnements, laufende Ebay-Auktionen oder Versandbestellungen laufen nämlich weiter und müssen grundsätzlich auch weiter gezahlt werden. Der Tod allein löst die meisten Verträge zunächst einmal nicht auf. Es bedarf einer richtigen Kündigung.

Umso wichtiger, dass der digitale Nachlass zu Lebzeiten eindeutig geregelt ist. Man sollte den Hinterbliebenen den Zugriff auf die Daten und Passwörter ermöglichen, damit es zu keinen Problemen kommt. Ohne Passwörter verweigern Facebook und Co. das Löschen der Konten. Sie verlangen eine Sterbeurkunde, manchmal einen Erbschein.

Einen Nachlassverwalter bestimmen

Am besten schreibt man alle Passwörter klassisch auf eine Liste und legt diese an einen sicheren Ort. In einen Safe oder einen besonders gesicherten Schrank. Empfehlenswert sind verschlüsselte USB-Sticks, auf denen man die Passwörter speichern kann. Sie sind auch für den Laien einfach in der Bedienung. Auf jeden Fall sollte man einen digitalen Nachlassverwalter schriftlich bestimmen. Das muss nicht zwingend ein Erbe sein. Dieser sollte eine Übersicht haben, welche wichtigen Online-Konten es gibt und sie nach dem Tod verwalten.

Wie der digitale Tod aussieht, kann jeder selbst entscheiden. Sollen Mail-Adressen oder Social-Media-Profile weiterbestehen oder gelöscht werden? Die einzelnen Plattformen bieten verschiedene Optionen an. Das Facebook-Profil können Hinterbliebene in eine Art Gedenkzustand versetzten. Google lässt den Nutzer zu Lebzeiten selbst entscheiden, was mit seinem Profil nach dem Tod passieren soll. Mit Hilfe des Kontoaktivitätmanagers kann der Nutzer eine Wartefrist festlegen. Hat man sich längere Zeit nicht angemeldet, löscht Google den Account und leitet die Optionen ein, die der Nutzer zu Lebzeiten ausgewählt hat.

Definitives Löschen planen

Einen Menschen auch digital sterben zu lassen, wird immer mehr zum Thema. Das deutsche Projekt „Surfer haben Rechte“ informiert im Netz umfassend über Möglichkeiten und bietet den Selbsttest #machsgut an. Denn die wahren Probleme mit dem digitalen Erbe kommen erst noch. Bis vor Kurzem Verstorbene hatten mehrheitlich von den Möglichkeiten des Internets nur sparsam Gebrauch gemacht. Allmählich sterben die ersten wirklichen Nutzer und stellen die Hinterbliebenen vor neue Herausforderungen.

Die meisten Angehörigen denken in ihrer Trauer nicht an Fragen des Internets. Wenn zu Lebzeiten nichts geregelt wird, sind nach dem Tod oft IT-Experten gefragt, um Passwörter zu knacken oder die verschiedenen Konten aufzuspüren. Und das kann teuer werden.

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