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Die "Schlafsteuer" macht sich bezahlt
Panorama 2 Min. 04.11.2018 Aus unserem online-Archiv

Die "Schlafsteuer" macht sich bezahlt

Wenn die Nacht in Santorins Hotels und Ferienanlagen beginnt, freut sich der Fiskus.

Die "Schlafsteuer" macht sich bezahlt

Wenn die Nacht in Santorins Hotels und Ferienanlagen beginnt, freut sich der Fiskus.
Foto: Shutterstock
Panorama 2 Min. 04.11.2018 Aus unserem online-Archiv

Die "Schlafsteuer" macht sich bezahlt

Einer kreativen Erfindung zum Dank wird die griechische Finanzkasse in diesem Jahr voraussichtlich um 100 Millionen Euro bereichert.

von Ferry Batzoglou (Athen)

Seit Beginn dieses Jahres greift der griechische Finanzminister Euklid Tsakalatos den Urlaubern am Peloponnes direkt in die Tasche: Sie müssen pro Übernachtung und Zimmer eine Schlafsteuer berappen. Die Einnahmen übersteigen schon jetzt die Zielvorgabe für 2018. Der Athener Kassenwart kann sich die Hände reiben: Konkret beliefen sich die Einnahmen aus der Schlafsteuer in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres auf 85,4 Millionen Euro. Dies gab der Chef der Griechischen Steuerbehörde (AADE), Georgios Pitsilis, in Athen bekannt. Damit liegen die Einnahmen aus der neuen Steuer von Anfang Januar bis Ende September bereits deutlich über der Zielvorgabe in Höhe von 74 Millionen Euro für das Jahr 2018.

Experten zufolge wird der hellenische Fiskus im laufenden Jahr eine Schlafsteuer von deutlich mehr als 100 Millionen Euro kassieren. Besonders kräftig sprudelten die Einnahmen in der Hochsaison von Anfang Juli bis Ende September: Allein im dritten Quartal 2018 bezahlten die Touristen in Athen, Thessaloniki, Korfu, Kreta oder Rhodos knapp 60 Millionen Euro für ihren Schlaf. Die kreative Steuer wurde von der Athener Links-rechts-Regierung unter Premierminister Alexis Tsipras vom „Bündnis der Radikalen Linken“ („Syriza“) eingeführt. Je nach Kategorie des gebuchten Hotels werden zwischen 50 Cent und vier Euro pro Übernachtung und Zimmer fällig. Für Hotels mit einem oder zwei Sternen sind 50 Cent pro Nacht und Zimmer zu bezahlen. Für Drei-Sterne-Hotels sind 1,5 Euro fällig, für Vier-Sterne-Hotels drei Euro und Fünf-Sterne-Hotels vier Euro.

Die Reisebranche boomt

Der Grund für die unerwartet hohen Einnahmen ist schnell gefunden: Griechenlands Tourismus floriert. Wie die Athener Notenbank (TTE) in einer offiziellen Studie ermittelte, wuchs die Zahl der Übernachtungen in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp zehn Millionen von 59,85 Millionen auf nunmehr 69,42 Millionen Übernachtungen. Dies bedeutet einen Anstieg von 16 Prozent.

Besonders stark stiegen die Übernachtungen von deutschen Urlaubern in Griechenland. Sie erhöhten sich im Zeitraum von Januar bis Juni 2018 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 38,7 Prozent. Die Zahl der Übernachtungen von Franzosen in Hellas kletterten ferner um 20,3 Prozent, diejenigen von Briten aber lediglich um 1,6 Prozent. Demgegenüber brach die Zahl der Übernachtungen von russischen Staatsbürgern im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 14,6 Prozent ein. Im vergangenen Jahr wurde erstmals die Marke von 30 Millionen Gästen in Griechenland übertroffen, die zahlreichen Kreuzfahrturlauber mit inbegriffen. Zum Abschluss dieses Jahres erwartet man in Griechenland insgesamt mehr als 32 Millionen Touristen aus aller Welt. Dies wäre ein neues Allzeithoch.


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