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Die Geschichte der Ampel: Es begann mit einem Knall
Panorama 2 Min. 10.12.2018

Die Geschichte der Ampel: Es begann mit einem Knall

So tanzt nur einer: In Friedberg, in Hessen, regt Elvis Presley die Fußgänger zum Überqueren der Straße an. In der Stadt absolvierte der US-Musiker seinen Militärdienst.

Die Geschichte der Ampel: Es begann mit einem Knall

So tanzt nur einer: In Friedberg, in Hessen, regt Elvis Presley die Fußgänger zum Überqueren der Straße an. In der Stadt absolvierte der US-Musiker seinen Militärdienst.
Foto: dpa
Panorama 2 Min. 10.12.2018

Die Geschichte der Ampel: Es begann mit einem Knall

Die Verkehrsampel feiert heute ihren 150. Geburtstag. Der Start war etwas holprig - um nicht zu sagen explosiv.

(dpa/mij) - Vor 150 Jahren stellte der Chef von Scotland Yard in London die erste Ampel der Welt auf. Zeitungen priesen sie als „hübsch“, andere nannten sie „elegant“. Etwa acht Meter hoch soll sie gewesen sein, gusseisern und gasbetrieben stand sie vor dem Parlament nahe der Themse. Am 10. Dezember 1868 nahm die Ampel den Betrieb auf – drei Wochen später explodierte sie.

Farben für nächtlichen Verkehr

Der Polizist, der die Ampel bediente, wurde durch die Explosion verletzt – einige Quellen schreiben sogar: getötet. Heute weist an der Stelle eine grüne Plakette auf den Erfinder der Ampel hin: John Peake Knight. Seine Idee war es, Signale aus dem Schienenverkehr auf die Straße zu übertragen. Die Ampel ahmte einen Polizisten nach, der den Verkehrsteilnehmern mit seinen Armen Zeichen gab. Nur hatte die Ampel drei davon: Zeigten sie nach oben, mussten Reiter und Kutschen anhalten, zeigten sie nach unten, war die Fahrt frei. Nachts leuchtete zusätzlich eine Laterne, in den heute noch gebräuchlichen Farben Rot oder Grün.

Die Ampel wurde dort installiert, damit die Abgeordneten schneller über die Straße und ins Parlament gelangen konnten. Bei den Londonern war die Ampel schnell unbeliebt. Ein Kutschfahrer beschwerte sich, dass sie „bloß eine weitere Erfindung ist, um uns arme Taxifahrer fertig zu machen“. Trotz der Explosion blieb sie bis 1872 in Betrieb. Dann verschwand die Signalleuchte und Londons Straßen waren für rund 50 Jahre ampelfrei.

Nach dem spektakulären Misserfolg in London dauerte es 46 Jahre, bis die erste elektrische Ampel 1914 in Cleveland, im US-Bundesstaat Ohio, in Betrieb ging – der Beginn eines weltweiten Siegeszuges – nachdem New York die Erfindung übernommen hatte.

„Ampel wird nie überflüssig“

Aber sind die Tage der Ampel gezählt, wenn das autonome Fahren kommt und die Autos direkt miteinander kommunizieren? Wegen der Fußgänger und Radfahrer werde es weiter Ampeln geben, sind sich Experten sicher. „Die Ampel wird niemals überflüssig“, sagt Leo Birkner, Siemens-Produktmanager für urbane Verkehrssysteme.


19.03.2018, Rheinland-Pfalz, Trier: Eine Karl-Karx-Figur leuchtet seit heute an einer Fussgängerampel in unmittelbarer Nähe der bald errichteten Karl-Marx-Statue. Für die Signalanlage wurde LED-Technik eingesetzt und Schablonen eingebaut, die mittels Lasertechnik gefräst wurden. Foto: Harald Tittel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Inzwischen beschäftigen die Ampelmännchen die Menschen scheinbar mehr als die Ampeln selbst. In Trier regelte passend zur gleichnamigen Ausstellung in den vergangenen Monaten Karl Marx höchstpersönlich den Fußgängerverkehr. Und jüngst schmückte die Stadt Friedberg in Hessen eine Ampel am Elvis-Presley-Platz mit der Figur des King of Rock 'n' Roll, der dort seinen Militärdienst absolvierte.


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