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Die Gabengeber
Panorama 2 Min. 18.12.2018 Aus unserem online-Archiv

Die Gabengeber

Das Christkind (rechts) beglückt die Kinder in Luxemburg, Österreich und katholischen Teilen Deutschlands.

Die Gabengeber

Das Christkind (rechts) beglückt die Kinder in Luxemburg, Österreich und katholischen Teilen Deutschlands.
Foto: dpa
Panorama 2 Min. 18.12.2018 Aus unserem online-Archiv

Die Gabengeber

Michael JUCHMES
Michael JUCHMES
Christkind oder Weihnachtsmann? Wer bringt eigentlich die Geschenke, die der Kleeschen noch nicht abgeliefert hat? Ein Überblick über die von den Kindern so sehnlichst erwarteten Geschenkebringer.

Der 6. Dezember war – zumindest für die Kinder in Luxemburg – der bislang wichtigste Tag des Jahres. An diesem Tag durften sie die Geschenke auspacken, die der Kleeschen aus seinem großen Gabensack zog. Die nächste Bescherung steht dann bereits in wenigen Tagen an – am Heiligen Abend.

Christkind

Vor allem in den katholischen Gebieten Europas – etwa in Luxemburg, West- und Süddeutschland sowie in Österreich – freut man sich dann über die Geschenke, die vom Christkind unter den Weihnachtsbaum gelegt werden. Die Figur geht, wie es der Name schon vermuten lässt, auf Jesus Christus zurück und ist protestantischen Ursprungs. Womöglich entstand sie als Gegenbewegung zur Heiligenverehrung der Katholiken, ausgelöst durch Martin Luther. Die Umlegung der „Bescherung“ vom 6. auf den 24. Dezember ist ebenfalls darauf zurückzuführen.

Weihnachtsmann

Der Weihnachtsmann, in der englischsprachigen Welt als Santa Claus bekannt, ist eine Figur, die auf die Legenden vom Heiligen Nikolaus, dem britischen Father Christmas und dem niederländischen Sinterklaas zurückgeht. Erstmals schriftlich erwähnt wurde er im Jahr 1770 in einer Berliner Wochenzeitschrift. Große Bekanntheit erlangte er im deutschsprachigen Raum durch das Lied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ (1835) von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben. Das Bild des Weihnachtsmannes, der in einem von Rentieren gezogenen Schlitten um die Welt fliegt und Kinder beschenkt, geht auf das 1823 veröffentlichte Gedicht „The Night before Christmas“ zurück. Damals wurden auch schon die Rentiere benannt – außer Rudolph. Dieser erblickte das Licht der Welt 1939, in einem Gedicht von Robert L. May. In Russland kennt man Santa Claus als Väterchen Frost (Deduschka Moros). Dieser trägt ein blau-weißes Kostüm – als Symbol für Kälte. An seiner Seite: seine Enkelin Schneeflöckchen (Snegorutschka).

In den USA kümmert sich Santa Claus um die Bescherung der braven Kleinen. In Teilen Europas ist es der Weihnachtsmann, in Russland Väterchen Frost.
In den USA kümmert sich Santa Claus um die Bescherung der braven Kleinen. In Teilen Europas ist es der Weihnachtsmann, in Russland Väterchen Frost.
Foto: DPA

Befana

Bis zum Morgen des 6. Januar müssen sich italienische Kinder gedulden. Denn in der vorherigen Nacht fliegt die Hexe Befana – abgeleitet von „Epiphanias“, dem Tag der Heiligen Drei Könige – von Haus zu Haus und lässt Geschenke zurück. Die Hexe hat laut Sage bereits vor den Hirten von der Geburt Christi erfahren. Sie brach aber zu spät auf und konnte daher nicht vom Stern von Bethlehem zur Krippe geführt werden.

Heilige Drei Könige

Die Weisen aus dem Morgenland (Los Reyes Magos), die durch den Stern zum Christuskind geführt wurden, bringen in der spanischsprachigen Welt die Geschenke. In manchen Ländern stellen die Kinder eine Kiste mit Gras oder Ähnlichem unter ihr Bett, damit sich die Kamele der Heiligen Drei Könige daran stärken können.

Bis zum 6. Januar müssen sich die Kinder in Spanien gedulden - dann ziehen die Könige in die Krippe ein und bringen ihre Gaben.
Bis zum 6. Januar müssen sich die Kinder in Spanien gedulden - dann ziehen die Könige in die Krippe ein und bringen ihre Gaben.
Foto: dpa

Weihnachtsnisse & Co.

Die skandinavischen Kinder werden nicht vom Weihnachtsmann beschenkt, sondern vom Julenisse (Dänemark, Norwegen), einer Art Kobold mit roter Mütze, beziehungsweise dem Tomte (Schweden) oder Tonttu (Finnland). Er ähnelt auf aktuellen Abbildungen dem Weihnachtsmann. Ursprünglich war er mit dem Julbocken, dem Weihnachtsbock, unterwegs und klopfte an die Haustür der Menschen, um diesen die Geschenke persönlich zu überreichen.

Jólasveinar

In Island haben gleich 13 Weihnachtsgesellen (Jólasveinar) das Zepter in der Hand. Der Erste kommt am 12. Dezember zu den Menschen, der Letzte an Heiligabend. Ab dem 25. Dezember zieht sich dann täglich einer in die Berge zurück, bis der letzte schließlich am 6. Januar verschwindet. Die 13 Trolle brachten ursprünglich übrigens keine Geschenke, sondern spielten Streiche. Ihr Haustier ist die Weihnachtskatze (Jólakötturinn), die faule Leute verspeist.


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