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Deutsche Kolonialgeschichte: Schädel aus Afrika werden untersucht
Panorama 05.10.2017 Aus unserem online-Archiv

Deutsche Kolonialgeschichte: Schädel aus Afrika werden untersucht

Das Museum für Völkerkunde in Berlin geht auf die deutsche Kolonialzeit zurück.

Deutsche Kolonialgeschichte: Schädel aus Afrika werden untersucht

Das Museum für Völkerkunde in Berlin geht auf die deutsche Kolonialzeit zurück.
Foto: Wikimedia Commons / gemeinfrei
Panorama 05.10.2017 Aus unserem online-Archiv

Deutsche Kolonialgeschichte: Schädel aus Afrika werden untersucht

Rund 1100 menschliche Schädel aus der ehemaligen deutschen Kolonie Deutsch-Ostafrika sollen untersucht und gegebenfalls zurück in ihre Herkunftsländer verschickt werden. Sie sind Teil einer Sammlung des Berliner Museums für Völkerkunde.

(dpa) - Etwa 1100 menschliche Schädel, die aus der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika stammen, sollen in Berlin untersucht und gegebenenfalls in ihre Herkunftsländer zurückgebracht werden. Zusammen mit Wissenschaftlern aus Ruanda, Tansania und Burundi startet die Stiftung Preußischer Kulturbesitz damit ein Projekt, das Vorbild für den Umgang mit menschlichen Überresten in Museen und anthropologischen Sammlungen sein soll, wie Stiftungspräsident Hermann Parzinger am Donnerstag sagte.

Die Schädel waren in der Wende zum 20. Jahrhundert vom Mediziner und Anthropologen Felix von Luschan (1854-1924) am Berliner Museum für Völkerkunde zusammengetragen worden. Ursprünglich bestand die Sammlung aus 6000 Schädeln aus aller Welt, von denen heute noch rund 5000 vorhanden sind. Davon konnten 1100 Ostafrika zugeordnet werden.

Bis 2011 gehörten die Reste zur medizinhistorischen Sammlung der Charité. Sollte es sich herausstellen, dass Schädel von Hinrichtungsopfern der Kolonialherren stammen, müsse auch über eine Rückgabe gesprochen werden, sagte Bernhard Heeb vom Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte. Nach bisherigen Erkenntnissen sei dies aber nicht der Fall.


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