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Der König des All-American-Style
Panorama 11 3 Min. 24.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Modemacher für die Massen

Der König des All-American-Style

Tommy Hilfiger wird heute 65 Jahre alt.
Modemacher für die Massen

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Tommy Hilfiger wird heute 65 Jahre alt.
Foto: Shutterstock
Panorama 11 3 Min. 24.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Modemacher für die Massen

Der König des All-American-Style

Vom Nobody zum Star-Designer und Multimillionär: Tommy Hilfiger gilt als Schöpfer des unverkennbaren All-American-Style. Der US-Amerikaner feiert heute seinen 65. Geburtstag – und genießt sein Leben in vollen Zügen.

(dpa/mij) - Tommy Hilfiger trägt – keine Überraschung – fast immer Tommy Hilfiger. „Wahrscheinlich etwa 99 Prozent der Zeit ziehe ich meine eigenen Entwürfe an“, sagte der Designer jüngst dem „Wall Street Journal“. „Ich bin Perfektionist und will sicherstellen, dass es auch wirklich gut passt und sich gut wäscht. Ich bin definitiv mein schärfster Kritiker.“

Der Modemacher, der heute 65 Jahre alt wird, hat sich aus einfachen Verhältnissen zum Multimillionär hochgearbeitet und ist inzwischen der König des All-American-Style – immer adrett, fast immer blau, weiß, rot und „nicht arm“, wie Hilfiger einmal ergänzte. Seine nach ihm benanntes Unternehmen hat Hilfiger längst an Finanzinvestoren verkauft, aber das letzte Wort bei alle Kollektionen behält weiter er. Außerdem berät er andere Modefirmen und engagiert sich sozial.

Für den Herbst hat der Designer seine Memoiren angekündigt – und hat auch sonst viele Pläne. „Einer meiner Träume ist zum Beispiel, ein Hotel zu eröffnen. Ich weiß aber noch nicht, wann und wo. Wie meine Kleidung wäre es vom Stil her klassisch amerikanisch.“

Familiäre Wurzeln

Geboren wurde der erfolgreiche Designer als Thomas Jacob Hilfiger am 24. März 1951 im US-Städtchen Elmira. „Das mag zwar im Bundesstaat New York liegen, aber es fühlt sich an wie ein Kaff mitten in den USA, umgeben von Äckern und mit altmodischen Werten und einem entspannten Lebensstil“, erklärte Tommy Hilfiger einmal in einem Interview.

Seine Mutter war Krankenschwester, der Vater Uhrmacher und Tommy das zweite von neun Kindern. „Da lernt man schnell, zusammenzuarbeiten und als Team zu funktionieren. Aber man lernt auch, eine große Bandbreite von Stilen und Ansichten zu respektieren, was mir später beim Start meiner Firma sehr geholfen hat, weil es so viele Kunden mit so unterschiedlichem Geschmack gibt.“ In der Schule glänzte Hilfiger nicht. „Ich hatte kein Selbstvertrauen. Ich war kein guter Schüler und dachte wirklich, dass ich ziemlich dumm bin. Algebra sah für mich aus wie Chinesisch, und in das Lesen von Shakespeare bin ich auch nie so richtig reingekommen.“

Also schlug er den Wunsch der Eltern nach einer College-Ausbildung aus und konzentrierte sich auf „Musik und Mädchen und Autos“, wie er dem „Guardian“ erzählte. „Ich habe mir Jim Morrison und David Bowie und Mick Jagger angeschaut und dachte: ,Ah! Ich will so aussehen wie die.'“

Mit Freunden eröffnete er nach seinem High-School-Abschluss in seinem Heimatstädtchen den Laden „People's Place“. „Es gab Räucherstäbchen und Rock-'n'-Roll-Poster, und wir haben Schallplatten und Zigarettenblättchen verkauft. Die Leute konnten einfach bei uns abhängen, es war eine coole Stimmung.“ Er sei aber immer schon nur ein „Pseudo-Hippie“ gewesen, gesteht Hilfiger heute ein. „Ich mochte schon immer das Unternehmerische und wollte auch nie im Zelt schlafen.“ Eine Zeit lang brummte „People's Place“, doch dann gingen Hilfiger und seine Freunde damit bankrott. Damals war er gerade einmal 25 Jahre alt.

Zweiter Anlauf

Hilfiger rappelt sich wieder auf, geht nach New York, schlägt lukrative Jobangebote – unter anderem bei Designer Calvin Klein – aus und gründet seine eigene nach ihm benannte Firma. „Ich dachte, wenn ich mein eigenes Unternehmen aufmache, dann kann ich auch mein eigenes Schicksal kontrollieren.“ Und es läuft glänzend, vor allem weil Hilfiger als einer der ersten Designer erkennt, wie wertvoll Prominente als Werbeträger sind. Seine aktuellen Aushängeschilder: Rafael Nadal und Gigi Hadid.

Heute besitzt der Designer, der in zweiter Ehe mit dem Model Dee Ocleppo verheiratet ist und fünf Kinder hat, Anwesen in Connecticut, New York und der Karibik sowie ein schickes Büro in Midtown Manhattan – dekoriert ganz im Stil seiner Marke. „Die einzige Möglichkeit, den Raum noch idealisierter amerikanisch zu machen, wäre, indem Frank Sinatra in der Ecke mit den Fingern schnippen und Martha Stewart einen Apfelkuchen backen würde“, beschrieb es der „Guardian“.

Hilfiger sieht genau das als sein Lebenswerk an. „Dieser amerikanische Stil hat einen Coolness-Faktor, der Kulturen auf der ganzen Welt anspricht. Und ich denke von mir gerne, dass ich dazu beigetragen habe, ihn auf der ganzen Welt zu verbreiten.“


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