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Das waren die wichtigsten Nachrichten im März
Panorama 9 Min. 01.04.2021

Das waren die wichtigsten Nachrichten im März

Das waren die wichtigsten Nachrichten im März

Panorama 9 Min. 01.04.2021

Das waren die wichtigsten Nachrichten im März

Yves BODRY
Yves BODRY
Eine Partei auf Selbstzerstörungskurs und eine Impfdrängleraffäre, die immer weitere Kreise zieht. Doch der Monat März hatte noch mehr zu bieten.

Die Topthemen des Monats

Corona

Die CSV fordert die Regierung am 1. März auf, einen Stufenplan vorzulegen, der einen Weg zurück in die Normalität aufzeigt. Kernelemente sind die Impfungen und die Schnelltests. „Wir brauchen eine effiziente Logistik, damit wir schneller impfen können“, so Fraktionschefin Martine Hansen.

Im Altenheim in Niederkorn sind 22 Personen, die mit dem Corona-Virus infiziert waren, verstorben.
Im Altenheim in Niederkorn sind 22 Personen, die mit dem Corona-Virus infiziert waren, verstorben.
Foto: Guy Jallay

Unterdessen startet Luxemburg die zweite Impfphase. Für viele Bewohner im Altenheim „Um Lauterbann“ kommt die Impfung allerdings zu spät. Im Niederkorner Heim kommt es Anfang März zu einem Corona-Cluster mit 92 Fällen. Die Ursachen sind zunächst unklar. 22 Bewohner, die mit dem Virus infiziert waren, sind dort seit dem 17. Februar verstorben. Rund die Hälfte aller Corona-Opfer in Luxemburg sind Menschen aus Alten- und Pflegeheimen. 324 Opfer gab es laut Familienministerin Corinne Cahen zu beklagen.

Das Large-Scale-Testing geht unterdessen in die dritte Phase und wird bis Mitte Juli verlängert. Am 11. März lässt die EMA den Impfstoff von Johnson & Johnson zu. Ein Jahr nach der Erklärung einer Pandemie durch die Weltgesundheitsorganisation hat in Deutschland nach Überzeugung des Robert-Koch-Instituts die dritte Corona-Welle begonnen. Die sanitären Maßnahmen in Luxemburg werden derweil bis zum 2. April verlängert. Mit 31 Ja-Stimmen zu 29 Nein-Stimmen nimmt das Parlament am 12. März das bereits zehnte Covid-Gesetz an.

Brüssel räumt schlussendlich Fehler bei der Bestellung von Impfstoff ein. „Es stimmt, dass bei der Bestellung der Impfstoffe sowohl in Brüssel als auch in den Mitgliedstaaten Fehler gemacht wurden“, sagt EU-Kommissionsvize Frans Timmermans am 14. März.

Frans Timmermans, Vizepräsident der EU-Kommission.
Frans Timmermans, Vizepräsident der EU-Kommission.
Foto: AFP

Laut EU-Kommission soll ein Corona-Impfpass kommen. Wer immun gegen Corona ist, soll das künftig überall in Europa schnell und fälschungssicher nachweisen können. Negative Tests könnten ebenfalls vermerkt sein, so die Ansage am 17. März.

Nachdem Luxemburg und andere EU-Länder Impfungen mit Astrazeneca kurzzeitig wegen möglicher Nebenwirkungen gestoppt hatten, kommt er am 18. März wieder in den Einsatz.

Am 20. März wird der erste Corona-Fall innerhalb der Haftanstalt in Schrassig bekannt.

Impfdrängler

Die Kontroverse um frühzeitige Impfungen nimmt Fahrt auf. Nach der Affäre um die drei Verwaltungsratsmitglieder der HRS wird bekannt, dass auch Ex-DP-Minister Henri Grethen als Vorsitzender der Hospices civils geimpft wurde, obwohl er noch nicht an der Reihe war. Grethen entschuldigt sich dafür.

Der Vorsitzende der Hospices civils, Henri Grethen, hat sich für seine voreilige Impfung entschuldigt.
Der Vorsitzende der Hospices civils, Henri Grethen, hat sich für seine voreilige Impfung entschuldigt.
Foto: Anouk Antony

Der Verwaltungsrat des Centre hospitalier du Nord erstattet bereits am 2. März Anzeige gegen Unbekannt wegen Unregelmäßigkeiten bei der internen Impfkampagne. Auch dort wurden mutmaßlich Personen geimpft, die nicht vorgesehen waren.

Die ursprüngliche Affäre zieht derweil weitere Kreise. HRS-Generaldirektor Claude Schummer wird beurlaubt. Der Verwaltungsrat beauftragt Sandra Thein interimistisch mit der Leitung des Krankenhauses. In einem Brief wird zudem Mobbing auf höchster Ebene im HRS angeprangert. Des Weiteren ist die Rede davon, dass es Bemühungen gab, eine eigene Impfaktion ins Leben zu rufen. Schummer und Verwaltungsratspräsident Jean-Louis Schiltz belasten sich gegenseitig.

CSV

Der Monat März dürfte in CSV-Kreisen noch lange in Erinnerung bleiben. Allerdings in keiner guten. Am 3. März bewirbt sich der amtierende Parteipräsident Frank Engel mit einem Thesenpapier für eine weitere Amtszeit.

Keine gute Stimmung zwischen der CSV-Fraktion um ihre Vorsitzende Martine Hansen und Parteipräsident Frank Engel.
Keine gute Stimmung zwischen der CSV-Fraktion um ihre Vorsitzende Martine Hansen und Parteipräsident Frank Engel.
Foto: Guy Jallay/LW-Archiv

Am 16. März platzt dann die Bombe. Mehrere Parteimitglieder haben die Staatsanwaltschaft darüber informiert, dass Engel sich möglicherweise wegen „faux et usage de faux“ schuldig gemacht hat. Es geht um einen Arbeitsvertrag zwischen Engel und der „CSV Frëndeskrees asbl“. Die Vereinigung hat Engel im vergangenen Jahr ein Gehalt ausbezahlt, im Gegenzug sollte er Mitglieder für den Freundeskreis anwerben. Das sei aber nie passiert, heißt es aus Parteikreisen. Engel habe also seinen Teil des Vertrags nicht erfüllt.

„Es geht hier nicht um politische Spielereien“, betont CSV-Fraktionschefin Martine Hansen einen Tag später. Es ginge um Aufklärung und Transparenz. „Ich habe mir nichts vorzuwerfen“, sagt dagegen CSV-Präsident Frank Engel. Er sehe nicht, inwiefern der Arbeitsvertrag, den er mit der Vereinigung „CSV Frëndeskrees“ abgeschlossen hatte, gegen das Gesetz verstoße.

Am 19. März gibt Engel schließlich bekannt, dass er aufgrund der Vorwürfe gegen ihn sein Amt als Parteipräsident ruhen lassen wird.

Der Fall Frank Engel beschäftigt aber auch die Justiz. Die Staatsanwaltschaft Luxemburg leitet ein Ermittlungsverfahren gegen Engel ein. Am Morgen des 19. März findet eine Hausdurchsuchung am Sitz der „CSV Frëndeskrees asbl“ statt, wie die Justizverwaltung mitteilt.

Was sonst noch so geschah

1.3. | Frankreichs früherer Präsident Nicolas Sarkozy wird wegen Bestechung und unerlaubter Einflussnahme zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Davon werden zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

1.3. | Die Luxemburger Koproduktionen „Wolfwalker“ und „Deux“ gehen bei den Golden Globes leer aus.

3.3. | Die Abgeordneten der Fidesz verlassen die Fraktion der bürgerlichen Europäischen Volkspartei (EVP). Nach jahrelangem Streit mit Ministerpräsident Viktor Orban haben die Christdemokraten im Europaparlament zuvor den Weg zur Suspendierung von Ungarns Regierungspartei geebnet.

4.3. | Der Bauunternehmer Flavio Becca wird zu zwei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 250.000 Euro verurteilt. Die Haftstrafe wird dabei integral zur Bewährung ausgesetzt. Im Prozess geht es um den Erwerb von 842 Luxusuhren im Wert von rund 18 Millionen Euro durch mehrere von Beccas Unternehmen. Im Raum stehen der Vorwurf der Veruntreuung von Firmengeldern sowie der Verdacht der Geldwäsche. 

5.3. | Zum Auftakt seines Irak-Besuchs ruft Papst Franziskus die Regierung des Landes auf, allen religiösen Gruppen des Landes Rechte und Schutz zu gewähren. Es ist der erste Besuch eines Oberhaupts der katholischen Kirche im Irak.

Papst Franziskus winkt aus dem Papamobil während er am Franso-Hariri-Stadion ankommt, um eine Messe abzuhalten.
Papst Franziskus winkt aus dem Papamobil während er am Franso-Hariri-Stadion ankommt, um eine Messe abzuhalten.
Foto: dpa

5.3. | Die Luxemburger Koproduktion „Bad Luck Banging Or Loony Porn“ des rumänischen Regisseurs Radu Jude gewinnt den Goldenen Bären in der Hauptkategorie der 71. Berlinale.

 8.3. | Ein Interview von Herzogin Meghan und Prinz Harry mit US-Moderatorin Oprah Winfrey sorgt international für Schlagzeilen und zeichnet ein erschütterndes Bild des britischen Königshauses. Immer wieder ist die Rede von enormem Druck, dem Palast als goldenen Käfig und Rassismus. Persönliche Angriffe gegen Mitglieder der royalen Familie vermeidet das Paar. Meghan berichtet allerdings ausführlich von Selbstmordgedanken.

8.3. | Bei einem Sickerbrand in einer Biogasanlage im belgischen Grendel fließen  große Mengen Biomassenabwasser in die Attert und verschmutzen das Wasser. Der luxemburgische Sportfischerverband weist auf ein „massives Fischsterben“ auf einer Strecke von mehreren Kilometern hin.

9.3. | Im nationalen Fußball werden sämtliche Meisterschaften der unteren Divisionen abgebrochen. Demnach gibt es auch keine Auf- und Absteiger in der BGL Ligue.

13.3. | Mit vier Nominierungen geht die Luxemburger Korpoduktion „Deux“ ins Rennen bei der Césars-Veranstaltung, am Ende gibt es den Preis des besten Debütfilms für Regisseur Filippo Meneghetti.

14.3. | Der bosnische Film „Quo Vadis, Aidi?“ gewinnt den Grand-Prix des LuxFilmFest. Den Preis für die beste Dokumentation geht an das Schweizer Projekt „Nemesis“. Die elfte Auflage des Filmpreises findet pandemiebedingt in Hybridform statt. Die Filme laufen in den Kinos, können aber auch online gestreamt werden.

14.3. | Die Christdemokraten von Bundeskanzlerin Angela Merkel erleiden bei zwei Landtagswahlen in Deutschland heftige Verluste. In Baden-Württemberg setzen sich die regierenden Grünen durch, in Rheinland-Pfalz siegt die regierende SPD.

15.3. | Die US-Sängerin Beyoncé sammelt bei der Grammy-Verleihung ihre 28. Auszeichnung ein und stellt damit einen Rekord auf. Sie hat nun mehr Preise als jede andere weibliche Musikerin in der Geschichte der Grammys.

Beyoncé wurde zum 28. Mal mit einem Grammy  gekürt.
Beyoncé wurde zum 28. Mal mit einem Grammy gekürt.
Foto: AFP

16.3. | Der Ministerrat beschließt die Schaffung einer fünften Europaschule. Sie trägt den Namen „Ecole Internationale Mersch Anne Beffort“ und soll nach Mersch kommen.

18.3. | Der Rechtsliberale Mark Rutte gewinnt zum vierten Mal die Parlamentswahlen in den Niederlanden.

18.3. | Ein Missbrauchsgutachten erschüttert das Bistum Köln.  Kardinal Rainer Maria Woelki entbindet den Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp sowie den Kölner Kirchenrichter Günter Assenmacher vorläufig von ihren Aufgaben. Es werden laut Aktenlage insgesamt 75 Pflichtverletzungen von acht lebenden und verstorbenen Verantwortlichen von 1975 bis 2018 ausgemacht.

21.3. | Christine Majerus nutzt die Gunst der Stunde und feiert beim Omloop van de Westhoek ihren ersten Saisonsieg.

27.3. | Der Luxemburger Fußballnationalelf gelingt ein perfekter Start in die WM-Qualifikation. Die FLF-Auswahl gewinnt auswärts mit 1:0  gegen Irland  durch ein Tor von Gerson Rodrigues.

Gerson Rodrigues und die Luxemburger liefern sich mit Irland um Dara O'Shea (l.) ein spannendes Duell.
Gerson Rodrigues und die Luxemburger liefern sich mit Irland um Dara O'Shea (l.) ein spannendes Duell.
Foto: sportspress.lu/Jeff Lahr

27.3. | In Myanmar werden bei landesweiten Demonstrationen gegen das Militär mehr als 90 Menschen getötet. Nach Angaben der Vereinten Nationen ist es der „blutigste Tag“ seit dem Putsch Anfang Februar. „Die Gewalt ist völlig inakzeptabel und muss sofort aufhören“, hieß es in einer Mitteilung.

29.3. | Nach tagelanger Blockade durch ein riesiges Containerschiff ist der Suezkanal wieder frei. Die „Ever Given“ hatte sich nach einem Sandsturm auf der Seestraße quergestellt und den gesamten Schiffsverkehr blockiert.

Sisyphus-Arbeit: Ein Bagger versucht, die "Ever Given" freizubekommen.
Sisyphus-Arbeit: Ein Bagger versucht, die "Ever Given" freizubekommen.
Foto: Suez Canal Authority/dpa

Diese Persönlichkeiten haben uns im März 2021 verlassen

8.3. | Der französische Milliardär und Politiker Olivier Dassault kommt im Alter von 69 Jahren bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben.

Im Alter von 92 Jahren ist Josy Stoffel gestorben.
Im Alter von 92 Jahren ist Josy Stoffel gestorben.
Foto: Stéphane Guillaume

9.3. | Der fünfmalige Olympiateilnehmer Josy Stoffel stirbt im Alter von 92 Jahren. Stoffel gilt als erfolgreichster luxemburgischer Geräteturner der Geschichte: Der 15-malige Landesmeister nahm insgesamt fünfmal an Olympischen Spielen teil.

22.3. | Im Alter von 78 Jahren ist Roby Zenner aus Differdingen nach langer Krankheit gestorben. Roby Zenner war hauptberuflich Lehrer und engagierte sich nebenberuflich wie kaum ein anderer auf kultureller und gesellschaftlicher Ebene. 

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