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„Corona" ist Luxemburger „Wort des Jahres 2020"
Panorama 28.12.2020 Aus unserem online-Archiv

„Corona" ist Luxemburger „Wort des Jahres 2020"

Die Pandemie dominierte 2020 das gesprochene und geschriebene Wort im Großherzogtum.

„Corona" ist Luxemburger „Wort des Jahres 2020"

Die Pandemie dominierte 2020 das gesprochene und geschriebene Wort im Großherzogtum.
Foto: Twitter ZLS
Panorama 28.12.2020 Aus unserem online-Archiv

„Corona" ist Luxemburger „Wort des Jahres 2020"

Nathalie RODEN
Nathalie RODEN
Die Pandemie schlägt sich nicht nur im Gemütszustand der Luxemburger nieder, sondern auch in ihrem Sprachgebrauch. Entsprechend wurde „Corona" nun zum „Wort des Jahres 2020“ gewählt.

Wohl kaum ein Luxemburger hätte vor einem Jahr vermutet, dass „Corona“ je als luxemburgisches Wort gelten könnte. Doch die Zeiten haben sich drastisch geändert und damit auch der Sprachgebrauch der Luxemburger. 

So war sich nicht nur die Mehrheit der Menschen, die Anfang Dezember via Email Vorschläge eingereicht hatten, sondern letztlich auch die fünfköpfige Experten-Jury einig, dass „Corona“ zum „Wort des Jahres 2020“ ernannt werden muss. Passend dazu sicherten sich der Hashtag „bleiftdoheem“ und die „Heibleifskärchen“ Platz 2 und 3.


Illustratioun Covidiot ZLS, Coronavirus
Corona op Lëtzebuergesch: Covidiot a Caddieflicht
Wat de Covid-19-Glossaire dem Lëtzebuerger Online Dictionnaire bruecht huet.

Es war das erste Mal, dass im Großherzogtum eine derartige Wahl auf Initiative des Zenter fir d’Lëtzebuerger Sprooch (ZLS) in Zusammenarbeit mit den Radiosendern 100,7 und RTL stattfand. Aus 497 E-Mails wurden in einem ersten Schritt 185 verschiedene Begriffe herausgefiltert. 

„Corona“ kristallisierte sich schließlich als jenes Wort heraus, das im Laufe der Monate für den alltäglichen Sprachgebrauch am prägendsten war und von dem etliche weitere Wortschöpfungen abgeleitet wurden.

Internationales Phänomen

Dass die Pandemie nicht nur im Luxemburger Sprachgebrauch ihren Niederschlag gefunden hat, sondern auch in anderen Ländern einen prägenden Einfluss auf das gesprochene und geschriebene Wort hatte, verdeutlichen gleich mehrere Beispiele. Das deutsche „Wort des Jahres“ lautet aktuell „Corona-Pandemie“, in Österreich fiel die Wahl dagegen auf „Babyelefant“, eine Visualisierung jenes Abstandes, der in Pandemiezeiten von Person zu Person einzuhalten ist. 


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In Flandern spricht man offenbar besonders häufig vom „Knuffelkontakt“ (Kuschelkontakt), also jenen vereinzelten Kontaktpersonen, die man während des Lockdowns noch treffen darf. 

Und in der mehrsprachigen Schweiz fand man in Zeiten der „Pandemia“ (italienischsprachige Schweiz) vieles „systemrelevant“ (deutschsprachige Schweiz) und bedauerte die Entstehung des „Coronagraben“ (französischsprachige Schweiz), der sich aufgrund unterschiedlicher sanitärer Regelungen zwischen den einzelnen Kantonen etablierte.

Link:

Zenter fir d’Lëtzebuerger Sprooch 

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