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Corona: Experte warnt vor Lockerungen ab Inzidenz von 50
Panorama 07.02.2021

Corona: Experte warnt vor Lockerungen ab Inzidenz von 50

Thorsten Lehr, Saarbrücker Pharmazie-Professor vor einem Bildschirm mit einer von ihm entwickelten Simulation der Corona-Entwicklung.

Corona: Experte warnt vor Lockerungen ab Inzidenz von 50

Thorsten Lehr, Saarbrücker Pharmazie-Professor vor einem Bildschirm mit einer von ihm entwickelten Simulation der Corona-Entwicklung.
Foto: Iris Maria Maurer/dpa
Panorama 07.02.2021

Corona: Experte warnt vor Lockerungen ab Inzidenz von 50

Laut Thorsten Lehr von der Universität des Saarlandes sei der Wert dann noch zu hoch, um Infektionsketten zurückzuverfolgen. Das lasse sich mit einem eigens entwickelten "Covid-Simulator" gut ableiten.

(dpa) - Vor einer Lockerung der Corona-Maßnahmen ab einer Inzidenz von 50 hat der Saarbrücker Pharmazie-Professor Thorsten Lehr gewarnt. Dieser Wert werde seinen Berechnungen nach voraussichtlich bundesweit um den 18. Februar erreicht, sagte der Experte für Corona-Prognosen der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Doch er sei noch „viel zu hoch“, um Infektionsketten nachzuverfolgen. Hinzu komme noch die Unwägbarkeit über die Ausbreitung der hochansteckenden Mutanten. „Unsere magische Grenze liegt eher bei 20. Auch wenn das keiner hören will.“


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Wenn der aktuelle Lockdown-Zustand in Deutschland beibehalten werde, werde man 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche nach Analyse des „Covid-Simulators“ an der Universität des Saarlandes Mitte März erreichen. Bei 10 wäre man Mitte April. Bisher ist der Lockdown bis zum 14. Februar beschlossen. 

Zum Vergleich: Im Saarland liegt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell bei 118. In Luxemburg lag sie für die letzte Januarwoche bei 160.

Unsere magische Grenze liegt eher bei 20. Auch wenn das keiner hören will.

Gegen eine Öffnung bei 50 spreche auch, dass es in Deutschland verschiedene Entwicklungen gebe, sagte Lehr. „Wir sehen Bundesländer, bei denen läuft es richtig gut. Das sind vor allem die ostdeutschen Bundesländer, dort sind die R-Werte deutlich niedriger als der Bundesdurchschnitt.“ Und dann gebe es noch „zwei Sorgenkinder“: Saarland und Bremen. „Die sind 1 und leicht darüber. Da bewegt sich gerade nichts.“ Der R-Wert beschreibt die Reproduktionszahl, also die Anzahl der Personen, die eine infizierte Person durchschnittlich ansteckt. 

Dynamisches Infektionsgeschehen

Lehr betonte, dass im ersten Lockdown 2020 die Sieben-Tage-Inzidenz nie die Schwelle von 50 überschritten hatte. Im Simulator sehe man, dass das Infektionsgeschehen „richtig dynamisch“ geworden sei, nachdem Ende September die Grenze von 20 durchbrochen worden sei. Er gehe davon aus, dass die Mutationen bald „mit einer deutlicheren Kraft um sich greifen als was wir bisher sehen“.


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