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Was Mausbewegungen über unser Verhalten aussagen
Panorama 23.06.2021
Computersicherheit

Was Mausbewegungen über unser Verhalten aussagen

Welche Bewegungen man beim surfen mit der Maus ausführt, lässt unter Umständen auf persönliche Daten schließen.
Computersicherheit

Was Mausbewegungen über unser Verhalten aussagen

Welche Bewegungen man beim surfen mit der Maus ausführt, lässt unter Umständen auf persönliche Daten schließen.
Foto: Shutterstock
Panorama 23.06.2021
Computersicherheit

Was Mausbewegungen über unser Verhalten aussagen

Forscher der Uni Luxemburg haben herausgefunden, welche Daten man anhand der Mausbewegung vor dem Computer über die Nutzer erfassen kann.

(Sch) - Wie jemand am Computer seine Maus bewegt, sagt offenbar mehr über ihn aus, als gedacht. Forscher der Universität Luxemburg haben gemeinsam mit internationalen Partnern herausgefunden, wie Mausbewegungen genutzt werden können, um mehr über das Nutzerverhalten zu erfahren. Ein Ergebnis: Mausbewegungen können auch sensible Informationen über die Nutzenden preisgeben, wie beispielsweise deren Alter oder Geschlecht. 

„Wir haben nachgewiesen, wie einfach es ist, im großen Stil Daten über das Nutzerverhalten zu erfassen, indem wir die Mausbewegungen unauffällig verfolgt, und mithilfe von fünf Code-Zeilen die demografischen Informationen des Benutzers mit ziemlicher Genauigkeit vorhergesagt haben. Jahrelang konnte man die Mausbewegungen auf Websites ganz einfach aufzeichnen, doch für die Analyse brauchte man fortgeschrittene Kenntnisse in Informatik und maschinellem Lernen. Heute gibt es viele Bibliotheken und Frameworks, die es jedem mit einem Minimum an Programmierkenntnissen ermöglichen, ziemlich ausgereifte Klassifikatoren zu erstellen. Das wirft neue Fragen zu m Datenschutz auf, denn die Nutzenden selbst haben keinen einfachen Opt-Out-Mechanismus“, so Professor Luis Leiva vom Fachbereich Informatik an der Universität Luxemburg, einer der Autoren der Studie. 

Positiv und negativ

Um das ungewollte Auslesen der Bewegung zu erschweren, hat das Team eine Methode entwickelt, die als Webbrowser-Erweiterung implementiert wurde und die Mausverfolgung verhindert. So könne auch in der Praxis jeder von den Ergebnissen profitieren, erklärt Leiva.


Zum Themendienst-Bericht von Pauline Sickmann vom 12. Dezember 2017: Eine einfach Auflage kann schon Wunder wirken und das mausgeplagte Handgelenk entlasten.
(Archivbild vom 16.11.2017/Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher.) Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn
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Mausverfolgung ist aber nicht zwangsläufig etwas Schlechtes. Sie kann sich auch positiv auswirken, wie die Forschenden betonen. Suchmaschinen etwa könnten auch dann nützliche Informationen generieren und ihre Dienste verbessern, wenn sie nur relevante Teile der Bewegung verfolgen, sodass die Privatsphäre der Nutzer besser geschützt sei. 

Letztendlich, so Professor Leiva,  könne man durch die effiziente Aufzeichnung der richtigen Menge an Bewegungsdaten wertvolle Bandbreite und Speicherplatz sparen, die Privatsphäre des Nutzers schützen und die Geschwindigkeit erhöhen, mit der maschinelle Lernmodelle trainiert und eingesetzt werden können. „In Anbetracht der Größe des Internets wird dies unter dem Strich einen positiven Effekt auf unsere Umwelt haben.“  

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