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Comedian Luke Mockridge : „Stefan Raab ist mein großes Vorbild“
Panorama 3 Min. 05.05.2017 Aus unserem online-Archiv

Comedian Luke Mockridge : „Stefan Raab ist mein großes Vorbild“

In der neuen Show von Luke Mockridge treten Schüler gegen prominente Erwachsene an.

Comedian Luke Mockridge : „Stefan Raab ist mein großes Vorbild“

In der neuen Show von Luke Mockridge treten Schüler gegen prominente Erwachsene an.
Foto: SAT.1/Brainpool/Willi Weber
Panorama 3 Min. 05.05.2017 Aus unserem online-Archiv

Comedian Luke Mockridge : „Stefan Raab ist mein großes Vorbild“

Nicole WERKMEISTER
Nicole WERKMEISTER
Er ist gerade mal 28 Jahre alt, gehört aber schon zu Deutschlands erfolgreichsten Comedians: Luke Mockridge. Nun bekommt der Senkrechtstarter seine eigene Prime-Time-Show.

Interview: Cornelia Wystrichowski

Luke Mockridge, in Ihrer neuen Show müssen Promis noch mal die Schulbank drücken. Wie waren Sie selber in der Schule?

Ich war ganz okay als Schüler und bin nie sitzengeblieben, ich schrammte aber mehrmals knapp daran vorbei. Im Nachhinein glaube ich, dass ich falsch unterrichtet worden bin. Ich habe ein katholisches Jungengymnasium besucht, das sehr naturwissenschaftlich ausgerichtet war, und musste viel auswendig lernen. Ich wäre aber lieber in musischen Dingen gefördert worden. Wenn man bei einem Kind Talente entdeckt, sollte man diese stärken und so für Erfolgserlebnisse sorgen. Die Schule sollte Spaß machen.

Ihr Vater Bill Mockridge hat in Ihrer Heimatstadt Bonn das bekannte Kleinkunsttheater „Springmaus“ gegründet. Hat es Ihnen in der Schulzeit geholfen, dass Ihr Papa prominent ist?

Nein nicht wirklich. In Bonn kannte man meine Familie, aber ich und meine Brüder, die an derselben Schule waren wie ich, hatten keinen Sonderstatus und haben deshalb keine besseren Noten bekommen.

Ihre Pateneltern sind Hella von Sinnen und der mittlerweile verstorbene Dirk Bach. Konnten die beiden Ihnen etwas für Ihre Karriere als Entertainer mitgeben?

Meine Eltern haben mit vielen Comedians gearbeitet. Es war nicht so, dass mich da mal jemand für einen väterlichen Rat zur Seite genommen hätte. Aber ich war immer umgeben von solchen Menschen und habe mir schon angeschaut, was die machen.

Die Doppelstunde des Showmasters verspricht unterhaltsam zu werden.
Die Doppelstunde des Showmasters verspricht unterhaltsam zu werden.
Foto: SAT.1/Brainpool/Willi Weber

Sie gehören zu einer neuen Komikergeneration. Was unterschiedet Sie von einstigen Spaßmachern wie etwa Otto?

Heutzutage sind authentische Sachen gefragt. Wenn man sich den Erfolg von Carolin Kebekus, Joko und Klaas oder eben auch von mir anguckt – da erzählen echte Menschen echte Sachen und es stehen nicht mehr Kunstfiguren und erfundene Storys im Vordergrund. Das hängt mit der Digitalisierung zusammen, der Selbstinszenierung bei YouTube und Facebook. Wenn ich in meinem Programm davon erzähle, wie es ist, heute als Mittzwanziger zu leben, dann ist das erst mal wahr und ich hole mein Publikum da ab, wo es gerade ist.

Und – wie ist es so, heute als Mittzwanziger zu leben?

Wir sind eine Generation, der alles vorgekaut wurde, wir sind im kompletten Wohlstand aufgewachsen, uns ging es immer gut. Jetzt kommen überall auf der Welt Probleme auf und wir müssen versuchen, damit umzugehen. Ich bin sehr katholisch erzogen worden und ich besinne mich dabei auf christliche Werte, ich versuche der beste Mensch zu sein, der ich sein kann. Aber meine Generation verliert sich leider in der Selbstinszenierung bei Facebook, wo es nur darum geht, dass alle sehen, was man für ein geiles Leben hat. Ich versuche dem komödiantisch einen soziologischen Spiegel vorzuhalten.

Wie politisch darf Comedy für ein breites junges Publikum denn sein?

So was hängt von der Zeit ab, in der man sich befindet. Als ich klein war, waren die Zeiten nicht sehr politisch, mir waren im Grunde nur Angela Merkel und Gerhard Schröder bekannt. Heute leben wir in hochpolitischen Zeiten, in denen rechtspopulistische Parteien auf dem Vormarsch sind. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Satire sich darüber lustig macht und junge Leute wie ich ein politisches Bewusstsein entwickeln. Ich bin kein Fan davon, sich über die Frisur oder die Mundwinkel von Angela Merkel lustig zu machen. Ich finde es wichtiger zu sagen, warum Missstände entstehen und warum die Kluft von Arm und Reich so groß ist.

Sie werden als potenzieller Nachfolger von Stefan Raab gehandelt …

Stefan Raab ist ein großes Vorbild für mich. Ich werde nicht versuchen, seine Karriere nachzubauen, und ich habe auch nicht das Ziel, in seine Fußstapfen zu treten. Aber ich bin von klein auf mit Stefan Raab groß geworden, so wie er mit Leuten wie Peter Frankenfeld groß geworden ist. Insofern hat er mich beeinflusst, aber ich gehe schon meinen eigenen Weg – das ist ein logischer künstlerischer Prozess.


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