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Claire Lademachers Vater fürchtet um investierte Millionen
Panorama 2 Min. 14.10.2013 Aus unserem online-Archiv

Claire Lademachers Vater fürchtet um investierte Millionen

Hartmut Lademacher (hier mit seiner Fau Gabriele) ist alles andere als amused über die Wildwest-Methoden in Kroatien.

Claire Lademachers Vater fürchtet um investierte Millionen

Hartmut Lademacher (hier mit seiner Fau Gabriele) ist alles andere als amused über die Wildwest-Methoden in Kroatien.
Foto: Guy Jallay / Archiv
Panorama 2 Min. 14.10.2013 Aus unserem online-Archiv

Claire Lademachers Vater fürchtet um investierte Millionen

Das neue EU-Mitglied Kroatien tritt Unternehmer aus EU-Ländern, die dort ihr Geld anlegen wollen, öfters vor den Kopf. Investoren wie Hartmut Lademacher bekamen dies bereits am eigenen Leib zu spüren

(dpa/mk) - Kroatien galt lange Zeit als rotes Tuch für ausländische Investoren. Dann kam der EU-Beitritt des Adrialandes und alles sollte besser werden. Doch Unternehmer aus EU-Ländern, die dort ihr Geld anlegen wollen, fühlen sich über den Tisch gezogen.

Hartmut Lademacher, der Vater von Prinzessin Claire und Schwiegervater von Prinz Félix, sitzt in seinem Hotel im Fischerdörfchen Maslinica auf der Insel Solta vor den Toren der Hafenstadt Split und ist ziemlich sauer. Seit elf Jahren habe er hier „eine niedrige zweistellige Millionen-Euro-Summe“ investiert und „noch keinen einzigen Cent Gewinn gemacht“, sagt er deprimiert: „Und jetzt will mir der Staat meinen Besitz wieder wegnehmen.“

In erster Instanz hat der einstige Software-Unternehmer, dessen Vermögen von deutschen Medien auf 600 Millionen Euro geschätzt wird, vor dem Amtsgericht Split seinen Prozess verloren. Und das ging so. 2002 kaufte Lademacher ein ruiniertes Schlösschen Baujahr 1703, das zuletzt als kommunistisches Jugendlager genutzt wurde, in einer internationalen Ausschreibung von der Gemeinde Solta. Gemeinsam mit dem örtlichen Denkmalsamt wurde daraus ein Luxushotel.

Gemeinde verkaufte Staatsbesitz

Er erweiterte den verfallenen Hafen, dessen 45 Anlegestellen heute oft ausgebucht sind. Viele der insgesamt 20 000 Gäste im Jahr kamen allein wegen des Restaurants. Auf 10 000 Quadratmetern wurde ein botanischer Garten angelegt. Lademacher steht im Grundbuch und ist mit 34 Angestellten der größte Arbeitgeber auf der armen Insel. Als alles fertig war, kam der Staat in Gestalt der staatlichen Forstwirtschaft und behauptete: Das gehört alles uns, weil die Gemeinde das Land als unseren Besitz gar nicht verkaufen durfte.

„Das ist mir noch nirgendwo passiert“, sagt resigniert der Investor, der sein Geld in viele Tourismusobjekte in Frankreich, Spanien, der Schweiz und in den USA gesteckt hat. Doch der Leiter der staatlichen Forstbehörde, Ivan Pavelic, bleibt hart: Das sei eben die Gesetzeslage.

Fall Lademacher ist kein Einzelfall

Jetzt hofft Lademacher auf den Artikel 78 des in diesem Juli in Kraft getretenen neuen Gesetzes über die Verwaltung des Staatseigentums. Danach darf ein ausländischer Käufer seinen Besitz behalten, wenn er ihn „in gutem Glauben“ von einer staatlichen Stelle wie einer Gemeinde gekauft hat, auch wenn die eigentlich gar nicht der Eigentümer war.

Leider ist der „Fall Lademacher“ in Kroatien kein Einzelfall. Das schwedische Möbelhaus Ikea hat erst vor wenigen Wochen mit dem Bau seines ersten Objekts bei Zagreb beginnen können, nachdem es sich volle fünf Jahre mit der Bürokratie herumgeschlagen hatte. Auch die Flughafenmodernisierung durch eine französische Firma kam ein Jahr nicht vom Fleck. Jetzt ist die Investition blockiert, weil die 1045 Beschäftigten umgerechnet 21 Millionen Euro Abfindungen verlangen.


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