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Christian Kohlund: Kanzlei statt Karibik
Panorama 3 Min. 28.02.2019

Christian Kohlund: Kanzlei statt Karibik

Thomas Borchert (Christian Kohlund) kämpft im „Zürich-Krimi“ mit dem Titel „Borchert und die mörderische Gier“ für einen Kunst-
studenten, der im Koma liegt und unter schwerem Verdacht steht.

Christian Kohlund: Kanzlei statt Karibik

Thomas Borchert (Christian Kohlund) kämpft im „Zürich-Krimi“ mit dem Titel „Borchert und die mörderische Gier“ für einen Kunst-
studenten, der im Koma liegt und unter schwerem Verdacht steht.
Foto: ARD Degeto/Roland Susom Richter
Panorama 3 Min. 28.02.2019

Christian Kohlund: Kanzlei statt Karibik

Der Schweizer Schauspieler spricht im Interview über seine Rolle als Anwalt in der ARD-Filmreihe „Der Zürich-Krimi“und über einen guten Rat von Friedrich Dürrenmatt, den er persönlich kannte.

Interview: Martin Weber

Das Publikum kennt ihn aus den Erfolgsserien „Schwarzwaldklinik“ oder „Traumhotel“, in denen er lange Zeit den strahlenden Helden ohne Fehl und Tadel mimte. Seit drei Jahren ist Christian Kohlund in einer ganz anderen, etwas anspruchsvolleren Rolle zu sehen: In der ARD-Filmreihe „Der Zürich-Krimi“ spielt der Schweizer den Anwalt Thomas Borchert, der immer wieder in Kriminalfälle verwickelt wird, in denen er sich konsequent auf die Seite der Schwachen stellt. Am 28. Februar und am 7. März sind im Ersten jeweils um 20.15 Uhr zwei neue Folgen der Reihe zu sehen.

Christian Kohlund, die Krimireihe spielt in Zürich. Arbeiten Sie – als Schweizer – gern in Ihrer alten Heimat?

Na ja, ich bin ja am Zürichsee aufgewachsen, und wenn ich jetzt als älterer Herr so durch Zürich schlendere, dann erinnern mich so manche Ecken schon an das ein oder andere von früher. Da ist vieles noch sehr vertraut, obwohl sich in der Stadt unendlich viel getan hat.

Früher haben Sie im „Traumhotel“ einen netten Kerl gespielt. Jetzt mimen Sie einen Anwalt mit Ecken und Kanten. Macht es Ihnen Spaß, endlich einmal Ihre raue Seite zeigen zu können?

Unbedingt. Ich stamme ja aus einer alten Theaterfamilie, und mir hat es immer Spaß gemacht, heute mal das zu spielen und morgen was anderes, am einen Tag eine Komödie und am anderen eine Tragödie. Mit der Rolle kehre ich in gewisser Weise auch zu den Wurzeln meines Berufs zurück. Ich war ja lange Jahre am Theater, wo ich wichtige Rollen gespielt habe. Nichts gegen eher kommerzielle Sachen wie das „Traumhotel“, aber so eine Charakterrolle wie im „Zürich-Krimi“ ist natürlich schon eine andere Herausforderung.

Das „Traumhotel“ hat vor einer Weile seine Tore geschlossen. Vermissen Sie die vielen Reisen, die Sie für die Serie machen durften?

Eigentlich nicht. Ich hätte zwar die ein oder andere Destination schon noch ganz gern mitgenommen, muss aber sagen, dass ich im Laufe meines Berufslebens schon so viel von der Welt gesehen habe, dass mein Bedarf ganz gut gedeckt ist. Dabei hatten meine vielen Reisen und Auslandsaufenthalte nicht nur mit dem „Traumhotel“ zu tun. Ich war zweimal in Australien, jeweils für acht Monate, ich habe lange in Italien und in Frankreich gearbeitet, in Kanada … Da kommt schon einiges zusammen.

In welche Länder wollen Sie denn noch reisen?

Nach Tahiti und Argentinien vielleicht, da war ich noch nie.

Als Züricher Anwalt sind Sie mit eisgrauem Dreitagebart und schütterem Haar zu sehen – Ihr Bekenntnis zum Alter?

Absolut, ich habe nicht vor, mich auch nur einen Tag jünger zu machen. Das hätte überhaupt keinen Sinn und wäre auch ziemlich lächerlich. Ich finde außerdem, dass es zu der Figur passt. Bei der geht es ja nicht ums gute Aussehen.

Die „Traumhotel“-Fans haben Sie natürlich etwas anders, etwas lässiger in Erinnerung …

Ja, für die ist der Look vielleicht etwas irritierend. (lacht) Aber es muss sein, die Rolle erfordert es. Und ich finde es gut so.

Als Anwalt zitieren Sie sogar den weltberühmten Schweizer Dramatiker Friedrich Dürrenmatt. Den kannten Sie ja persönlich …

Stimmt, der hat im Haus meiner Eltern verkehrt, und ich habe ihn schon kennengelernt, als ich noch ein kleiner Junge war. Auch später habe ich ihn das ein oder andere Mal getroffen – es war absolut faszinierend, diesem Mann zuzuhören. Ein ungeheuer witziger und humorvoller Zeitgenosse, der die Menschen ganz genau durchschaut hat und viel über das Leben wusste.

Haben Sie ihn mal um Rat gefragt?

Das habe ich tatsächlich mal, als junger Mann in meiner idealistischen Phase. Da habe ich ihn gefragt, warum das denn so sein muss, dass nichts funktioniert mit der Menschheit, keine Religion, keine Politik, nichts. Und er hat grinsend geantwortet: „Ach weischt du, Chrischtian, der Mensch ischt einfach schlecht.“ Das ist doch wunderbar. (lacht) 


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