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Bewusst vor dem Bildschirm
Panorama 04.10.2018

Bewusst vor dem Bildschirm

Nicht verbieten, sondern maßvoll einsetzen – das ist die Botschaft der 
neuen Kampagne des Gesundheitsministeriums.

Bewusst vor dem Bildschirm

Nicht verbieten, sondern maßvoll einsetzen – das ist die Botschaft der 
neuen Kampagne des Gesundheitsministeriums.
Grafik: sante.lu
Panorama 04.10.2018

Bewusst vor dem Bildschirm

Michael JUCHMES
Michael JUCHMES
Smartphone, Fernseher und Tablet sind vor allem bei den Kleinen beliebt. Eine neue Kampagne des Gesundheitsministeriums fordert zur maßvollen Bildschirmnutzung in den verschiedenen Altersgruppen auf.

Verstärkte Bildschirmnutzung hat negative Folgen auf die Kindesentwicklung – zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle kanadische Studie. Die Forscher der Universität von Ottawa, des Cheo-Instituts und der Carleton-Universität fanden heraus, dass Kinder, die mehr als zwei Stunden pro Tag vor einem Bildschirm (Fernsehen, Computer, Smartphone, Tablet) verbringen, an geistiger Beweglichkeit einbüßen. Für die Studie wurden insgesamt 4 520 Kinder im Alter zwischen acht und elf Jahren aus 20 US-Städten unter anderem auf Reaktionsfähigkeit, Konzentration, Sprach- und Erinnerungsvermögen getestet.

Auch in Luxemburg werden die Stimmen immer lauter, die einen bewussteren Umgang mit Fernseher, Tablet und Co. fordern, erklärte Gesundheitsministerin Lydia Mutsch auf einer Veranstaltung anlässlich des 50. Geburtstags des Service audiophonologique. „Kinder sind den Medien immer früher ausgesetzt“, so die Ministerin. Dass dies auch gesundheitliche Folgen haben kann, müsse daher auch der Bevölkerung nähergebracht werden.

Altersgerechter Medienkonsum

Eine Forderung, die auch der Service audiophonologique unterstützt. Um Eltern eine Art Leitfaden an die Hand zu geben, hat man sich daher entschlossen, gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium die Kampagne „Apprivoiser les écrans et grandir“ zu lancieren, die auf der „3-6-9-12“-Kampagne des französischen Psychoanalytikers Dr. Serge Tisseron basiert: Der Medienkonsum soll altersgerecht angepasst werden. „Es gibt keinen schlechten Bildschirm“, so Tisseron. Alles sei nur eine Frage des Alters.

Kinder unter drei Jahren sollten etwa nie alleine mit einem Gerät gelassen werden. Kurze Spielzeiten, gemeinsam mit den Eltern, sind dagegen okay. Aber aufgepasst: Das Gerät sollte nicht als Lernmittel angesehen werden. Selbst die „Großen“, die älter als zwölf Jahre alt sind, sollten laut Tisseron keinen unbegrenzten Zugang haben. Ein Zeitlimit sei ratsam. Außerdem müssten die Kinder über die negativen Seiten des Internets unbedingt aufgeklärt werden.


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