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Betzdorf als Vorreiter : Neue Kampagne „Ouni Pestiziden“
Panorama 2 Min. 22.03.2016

Betzdorf als Vorreiter : Neue Kampagne „Ouni Pestiziden“

Pestizidfreie Blumen und Stauden wurden gepflanzt.

Betzdorf als Vorreiter : Neue Kampagne „Ouni Pestiziden“

Pestizidfreie Blumen und Stauden wurden gepflanzt.
Foto: Guy Seyler
Panorama 2 Min. 22.03.2016

Betzdorf als Vorreiter : Neue Kampagne „Ouni Pestiziden“

Kürzlich wurde die Kampagne 2016 „Ouni Pestiziden“ und die „Semaine sans pesticides“ in Anwesenheit von Umweltministerin Carole Dieschbourg in der Gemeinde Betzdorf gestartet.

von Guy Seyler

Im neuen Aktionsplan sind vier große Baustellen vorgesehen: ein Pilotprojekt „Pestizidfreie Blumen“, die Förderung des pestizidfreien Unterhalts von Firmenflächen, die Unterstützung der Gemeinden und Unternehmen durch die Ausarbeitung von Merkblättern und Straßenschildern sowie die Erstellung einer Artenliste für Saatgutmischungen mit Wildpflanzen. Mit diesen Aktionen will die „Emweltberodung Lëtzebuerg“ (EBL) die Gemeinden bei der Umsetzung unterstützen.

Durch das Gesetz vom 19. Dezember 2014 ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf öffentlichen Flächen ab Januar 2016 verboten. Mit Pestiziden behandelte Pflanzen stellen eine tückische Nahrungsquelle für Bienen und Schmetterlinge dar. Ziel des Pilotprojekts „Pestizidfreie Blumen“ ist es, die nationale Produktion von pestizidfreien Pflanzen zu fördern und den urbanen Raum ein Stück schadstofffreier zu gestalten. Eine große Mehrheit der Gemeinden hat sich bereit erklärt, diese Aktion aktiv zu unterstützen. Teilnehmer müssen eine Charta unterschreiben, in der sie sich bereit erklären, auf pestizidfreie Pflanzen zurückzugreifen.

Eine Vorbildrolle: Die Pflanzung der ersten, im Rahmen des Projekts produzierten, pestizidfreien Blumen und Stauden vor dem Betzdorfer Rathaus eröffnete die neue Kampagne „Ouni Pestiziden“.
Eine Vorbildrolle: Die Pflanzung der ersten, im Rahmen des Projekts produzierten, pestizidfreien Blumen und Stauden vor dem Betzdorfer Rathaus eröffnete die neue Kampagne „Ouni Pestiziden“.
Foto: Guy Seyler

Neben den öffentlichen Akteuren verfügen auch Unternehmen über größere Grünflächen, die gepflegt werden müssen. Das „Institut national pour le développement durable“ (INDR), welches das ESR-Label (Entreprise socialement responsable) verleiht, hat sich dazu entschlossen, dem Beispiel der Gemeinden zu folgen und den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel als Kriterium zur Vergabe des Labels in ihren Maßnahmenkatalog aufzunehmen. Durch Vernetzung und Austausch von Wissen soll auch auf Firmenflächen der pestizidfreie Unterhalt gefördert werden.

Heimisch, schön und nützlich

Da die Gemeinden und der Staat nicht mehr auf chemische Produkte zurückgreifen dürfen, müssen Pflege- und Arbeitsmethode angepasst werden. Technische Merkblätter und Schilder der Kampagne „Ouni Pestiziden“ sollen Gemeinden und Unternehmern bei der Umstellung helfen. Straßenschilder dienen der direkten Information und Sensibilisierung der Bürger. Dadurch soll ein neues Bewusstsein entstehen und das bisher existierende Schönheitsideal bezüglich der Grünflächen in Frage gestellt werden. Doch dies bedarf der Akzeptanz der Bürger.

Um die Ortschaften zu verschönern, kann eine Ansaat mittels Samenmischung erfolgen. Wichtig ist hierbei die Herkunft des Saatguts. Es sollte nur heimisches Saatgut aus grenznahen Regionen mit zertifizierten Herkunftsnachweisen verwendet werden. Pflanzenarten, die bei uns nicht heimisch sind, sollten nicht eingebracht werden. Anhand bestehender Mischungen wurde eine Liste erstellt, die Arten enthält, die bei der naturnahen Gestaltung in Luxemburg genutzt werden können. Mit dabei sind auch Arten, die wichtige Nahrungsquellen für Insekten, wie Honigbienen, Wildbienen und Schmetterlinge darstellen.

Umweltministerin Carole Dieschbourg begrüßte die Initiative und die Dynamik der Partner und Unterstützer der Aktionen. Diese Kampagne sei umso wichtiger, da der Mensch ein Teil der Natur ist und er die Beziehung zur Natur wieder neu erlernen muss.


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