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Belästigungsvorwürfe: Regisseur Ruggia in Polizeigewahrsam
Panorama 1 14.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Belästigungsvorwürfe: Regisseur Ruggia in Polizeigewahrsam

Christophe Ruggia

Belästigungsvorwürfe: Regisseur Ruggia in Polizeigewahrsam

Christophe Ruggia
Foto: AFP/François Guillot
Panorama 1 14.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Belästigungsvorwürfe: Regisseur Ruggia in Polizeigewahrsam

Die französische Schauspielerin Adèle Haenel wirft dem Regisseur Christophe Ruggia sexuelle Übergriffe vor – und löste damit ein Erdbeben in der Kulturszene aus. Seit Dienstagmorgen befindet sich Ruggia in Polizeigewahrsam.

(dpa) - Weil er eine minderjährige Schauspielerin sexuell belästigt haben soll, ist der französische Regisseur Christophe Ruggia in Polizeigewahrsam genommen worden. Ruggia (55) sei am Dienstagmorgen in Gewahrsam genommen worden, bestätigte die Pariser Staatsanwaltschaft. 

Die französische Schauspielerin Adèle Haenel (31) hatte dem Regisseur Ende vergangenen Jahres vorgeworfen, während der Dreharbeiten zum Film „Les Diables“ mehrfach übergriffig geworden zu sein und sie unangemessen angefasst zu haben. Damals war Haenel zwischen 12 und 15 Jahren alt. Ruggia hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

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Der Fall hatte in Frankreich große Aufmerksamkeit bekommen. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits Ende November Voruntersuchungen wegen des Verdachts des sexuellen Übergriffs gegen eine 15-Jährige eingeleitet. Haenel schilderte die Ereignisse, die sich zwischen 2001 und 2004 ereignet haben sollen, in einem Video-Interview mit dem Investigativportal Mediapart. Haenel hat in Frankreich zweimal den Filmpreis César gewonnen. Das Video-Interview, in dem Haenel die Ereignisse schildert, die sich zwischen 2001 und 2004 ereignet haben sollen, wurde öffentlich breit diskutiert. Sie erhielt viel Zuspruch - etwa von den Schauspielerinnen Marion Cotillard oder Julie Gayet.


In this file photo taken on April 10, 2014 French writer Gabriel Matzneff leaves a church after attending French author Regine Deforges's funeral in Paris. - The French National Book Centre has recommended to the French Culture minister to stop the annual allowance paid to  Matzneff, its president told the newspaper L'Opinion. Paris prosecutors on January 3, 2020 opened a rape investigation into the author Gabriel Matzneff, a day after the publication of a book detailing his sexual relationship with a girl of 14 over three decades ago. (Photo by JACQUES DEMARTHON / AFP)
Matzneff verschwindet auch aus Luxemburger Buchhandlungen
Ein Enthüllungsbuch bringt angesehenen Schriftsteller in Frankreich zu Fall. Seine Werke werden nicht mehr verkauft - auch in Luxemburg.

Kurze Zeit später erhob die französische Verlegerin und Autorin Vanessa Springora in einem Buch schwere Vorwürfe gegen den Schriftsteller Gabriel Matzneff. Springora schreibt in ihrem Buch von einer Beziehung mit Matzneff in den 1980er Jahren – damals war sie minderjährig. Auch in diesem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Die beiden Fälle haben in Frankreichs Kulturszene ein Beben ausgelöst und eine neue MeToo-Debatte angestoßen. Auch Kulturminister Franck Riester schaltete sich ein: Literarisches Talent sei kein Garant für Straffreiheit, erklärte er. „Ich gebe allen Opfern, die den Mut haben, das Schweigen zu brechen, meine volle Unterstützung.“