Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Banksy unterstützt Schiff zur Rettung von Flüchtlingen
Panorama 3 Min. 28.08.2020 Aus unserem online-Archiv

Banksy unterstützt Schiff zur Rettung von Flüchtlingen

Das Rettungsschiff MV LouiseMichel ist vom Streetart-Künstler Banksy bemalt. Bansky unterstützt das Schiff zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer.

Banksy unterstützt Schiff zur Rettung von Flüchtlingen

Das Rettungsschiff MV LouiseMichel ist vom Streetart-Künstler Banksy bemalt. Bansky unterstützt das Schiff zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer.
Foto: Louise Michel/dpa
Panorama 3 Min. 28.08.2020 Aus unserem online-Archiv

Banksy unterstützt Schiff zur Rettung von Flüchtlingen

Banksy ist für seine überraschend auftauchenden Werke zu sozialen Themen bekannt. Doch seine jüngste Aktion ist selbst für den anonymen Streetart-Künstler ziemlich ungewöhnlich.

Der geheimnisumwitterte Streetart-Künstler Banksy unterstützt ein Schiff zur Rettung von Migranten im Mittelmeer. „Er hat das Schiff finanziert und bemalt“, bestätigte die Sprecherin einer Organisation, die eine eigene Website zur Louise Michel erstellt hat, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Wer aber nun der Besitzer des Schiffes ist, wollte die Sprecherin nicht verraten.

Die Louise Michel fährt unter deutscher Flagge und ist rosa bemalt. Auf einer Schiffswand ist ein Kunstwerk zu sehen, das ein Mädchen mit Schwimmweste und einem herzförmigen Rettungsring zeigt. Das Schiff befindet sich der offiziellen Website zufolge derzeit im Mittelmeer, wo es am Donnerstag 89 Menschen in Not gerettet hat.

Der Stil des Künstlers ist unverkennbar.
Der Stil des Künstlers ist unverkennbar.
Foto: Louise Michel/dpa

Nach Angaben der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch handelt es sich um „ein unabhängiges Projekt von Aktivisten aus ganz Europa“. „Ein Schiff gesponsort und bemalt von Banksy, eine erfahrene Such- und Rettungsmannschaft aus ganz Europa - die MV LouiseMichel sicherte bereits zwei Einsätze der Sea Watch 4 und hat jetzt selbst 89 Menschen gerettet. Wir sind begeistert über die rosa Verstärkung!“, twitterte Sea-Watch. Ihr selbst gehöre das Schiff aber nicht, teilte die Organisation auf Anfrage der dpa mit.

Überraschende E-Mail

Banksys Beteiligung an der Rettungsaktion geht dem britischen Blatt „Guardian“ zufolge auf eine E-Mail zurück, die er vor knapp einem Jahr an die deutsche „Sea-Watch“-Kapitänin Pia Klemp geschickt hatte. Darin habe es geheißen, er habe Klemps Geschichte in der Zeitung gelesen. „Du klingst, als ob du ein harter Typ bist. Ich bin ein Künstler aus dem Vereinigten Königreich und habe einige Arbeiten über die Flüchtlingskrise gemacht, offensichtlich kann ich das Geld nicht behalten. Kannst du es benutzen, um ein neues Schiff oder etwas Anderes zu kaufen? Lass' es mich bitte wissen. Gut gemacht. Banksy“, zitierte die Zeitung aus der E-Mail des Künstlers.


HANDOUT - 06.07.2020, Italien, Porto Empedocle: Migranten gehen von Bord der Ocean Viking. Das Rettungsschiff der humanitären Gruppe SOS Mediterranee mit 180 Migranten, die tagelang an Bord gestrandet waren, hat endlich einen italienischen Hafen erreicht. Foto: Flavio Gasperini/SOS MEDITERRANEE/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
EU-Innenminister beraten zur Seenotrettung
Eine menschliche Katastrophe nach der anderen: Schon seit Jahren finden die EU-Staaten keine nachhaltige Lösung für die Seenotrettung. EU-Innenminister wagen nun einen neuen Versuch.

Klemp, die das Schreiben laut „Guardian“ zunächst für einen Scherz gehalten hatte, glaubt mittlerweile, Banksy habe sie wegen ihrer politischen Einstellung ausgewählt. „Ich sehe die Seenotrettung nicht als eine humanitäre Aktion, sondern als Teil eines antifaschistischen Kampfes“, sagte sie dem „Guardian“. Sie habe deutlich gemacht, dass sich Banksys Beteiligung an den Operationen auf die Bereitstellung finanzieller Unterstützung beschränke. „Banksy wird nicht so tun, als wüsste er besser als wir, wie man ein Schiff führt, und wir werden nicht so tun, als seien wir Künstler.“

Schneller und wendiger

Die 31 Meter lange Motorjacht gehörte laut „Guardian“ den französischen Zollbehörden. Sie sei kleiner, aber viel schneller als andere Rettungsschiffe von Hilfsorganisationen. Die Louise Michel könne „hoffentlich die sogenannte libysche Küstenwache überholen“, bevor diese Boote mit Flüchtlingen und Migranten erreiche und sie in die Internierungslager in Libyen zurückbringe, sagte Klemp.


Streetart-Künstler Banksy veröffentlicht Werk gegen Rassismus
Banksy hat sich in die Rassismus-Debatte eingeschaltet. Nicht nur mit einem neuen Werk, sondern auch mit einem sehr scharfen Appell.

Erst vor einem Monat hatte Banksy ein Kunstwerk zur Flüchtlingskrise versteigern lassen. Die mehr als 2,2 Millionen Pfund (fast 2,5 Millionen Euro) gehen an eine Klinik im Westjordanland, um dort ein Zentrum für akute Schlaganfälle aufzubauen. Zudem sollen Hilfsmittel für die Rehabilitation von Kindern beschafft werden. Das Werk besteht aus drei Ölgemälden: Zu sehen ist auf dem sogenannten Triptychon eine Mittelmeer-Küste mit angespülten Rettungswesten von Flüchtlingen.

Banksys Identität gibt nach wie vor Rätsel auf. Bekannt ist, dass er aus Bristol im Südwesten Englands stammt und Ende der 1990er-Jahre nach London kam. Einen Namen machte er sich mit gesellschaftskritischen und meist kontroversen Motiven, die oft überraschend auftauchen. Er thematisierte zum Beispiel auch Obdachlosigkeit, Konsumverhalten und die Corona-Krise.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema