Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Außergewöhnliche Studien
Panorama 3 Min. 03.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Alles andere als 08/15

Außergewöhnliche Studien

Beim Space Master an der Uni Würzburg steht etwa Robotik und Raumschiff-Bau auf dem Stundenplan. Hier konstruieren Studenten im Reinraum den Mini-Satelliten UWE-2.
Alles andere als 08/15

Außergewöhnliche Studien

Beim Space Master an der Uni Würzburg steht etwa Robotik und Raumschiff-Bau auf dem Stundenplan. Hier konstruieren Studenten im Reinraum den Mini-Satelliten UWE-2.
dpa-tmn
Panorama 3 Min. 03.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Alles andere als 08/15

Außergewöhnliche Studien

„Was studierst du?“ - Diese Frage wird Studenten permanent gestellt. Häufig lautet die Antwort Betriebswirtschaft, Jura oder Medizin. Wer gegen den Strom schwimmen will, entscheidet sich für ungewohnte Orchideenfächer.

(dpa/tmn) - „Was studierst du?“ - Diese Frage wird Studenten permanent gestellt. Häufig lautet dann die Antwort Betriebswirtschaft (BWL), Jura oder Medizin. Die Klassiker sind zwar beliebt, aber auch ein bisschen langweilig. Wer gegen den Strom schwimmen will, entscheidet sich für ein Orchideenfach. Das sind außergewöhnliche Studienfächer, mit denen Studenten auf Partys und bei Vorstellungsgesprächen punkten können. Hier kommen fünf kuriose Studiengänge, die an der Uni Würzburg und in Halle angeboten werden.

Space Master: Auf diesen Titel wäre sogar Darth Vader neidisch. Und das zu Recht. Auf dem Stundenplan stehen nicht nur Planetologie, Robotik und Sensorik, sondern auch Raumschiff-Bau. Der Studiengang an der Universität Würzburg dauert zwei Jahre. Die rund 50 Studenten verbringen das erste Semester an der Heimat-Uni und reisen für das zweite an den Space Campus ins schwedische Kiruna. Zur Vertiefung des Studiums im zweiten Jahr stehen sechs Universitäten in Europa und vier in Asien und Amerika zur Auswahl. „Unser Studiengang ist so international wie die Weltraumindustrie“, erklärt Informatik-Professor Klaus Schilling.

Wer das Studium erfolgreich abschließt, führt den Titel Space Master. Der hört sich nicht nur toll an, er soll auch viele Türen öffnen. Das Einsatzspektrum der Absolventen reicht von der Weltraumforschung über die Raumfahrttechnik bis zur Automobilindustrie. „Weil die Weltraumpioniere der ersten Stunde nun zahlreich in Rente gehen, ist Nachwuchs gefragt“, sagt Schilling.

Ethnomusikologie: Früher auch vergleichende Musikwissenschaften genannt wird als Masterstudienfach an der Universität Würzburg angeboten. „Hier setzen sich Studierende während ihres zweijährigen Studiums mit mindestens einer regionalen Musikkultur intensiv auseinander“, erklärt Musikprofessor Salah Eddin Maraqa. Ob Pop, Rock oder Elektro: Jeder kann seinen Lieblingsmusikstil zum Untersuchungsobjekt machen. Aber auch verschiedene Musikgruppen können Studenten analysieren.

Nach der Theoriephase, sollen sie Feldforschung betreiben. Ob in der Disco oder der Oper, einem unterfränkischen Dorf oder im Ausland: Inspiration gibt es überall. Absolventen haben die Chance, etwa bei Musikverlagen, als Musikkritiker oder bei Festivals zu arbeiten.

Alte Welt: Wer sich nicht nur auf ein Fach begrenzen will, kann auch eine ganze Welt studieren. Der Bachelor Alte Welt wird an der Universität Würzburg angeboten - gelehrt werden mehrere altertümliche Wissenschaften. „Die Studenten bekommen einen Einblick in die Archäologie, Philologie und Geschichte der Antike“, erläutert Carola Koch, Akademische Rätin des Instituts für Altertumswissenschaften. Außerdem können sie exotische Sprachen lernen, wie Bengali, Sanskrit oder Hindi. Absolventen können im Museum oder an der Uni arbeiten.

Cultural Landscapes: Stupides ankreuzen von Multiple-Choice-Fragen? Nicht im neuen Masterstudiengang Cultural Landscapes an der Universität Würzburg. Hier heißt es: Raus an die frische Luft. Die Landschaften von Franken, Ohio und der Toscana stehen auf dem Stundenplan. Was sie gemeinsam haben? Den Menschen. „Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt im transatlantischen Vergleich von Landschaften, die der Mensch nach seinen Bedürfnissen kulturell geformt hat“, erläutert Prof. Helmut Flachenecker vom Institut für Geschichte. Das Studium ist international. Studenten lernen in Würzburg, Florenz und Kent in Ohio. Absolventen sollen im Bereich Tourismus arbeiten können.

Zehn Semester dauert die Ausbildung zum Diplom-Schmuckkünstler an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Die Werke stammen von den Studenten Kathrin Borst (oben links, im Uhrzeigersinn), Sophie Baumgärtner, Sawa Aso und Stephanie
Zehn Semester dauert die Ausbildung zum Diplom-Schmuckkünstler an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Die Werke stammen von den Studenten Kathrin Borst (oben links, im Uhrzeigersinn), Sophie Baumgärtner, Sawa Aso und Stephanie
dpa-tmn

Schmuck: Gegenstand diese Fachs, und das kann in diesem Fall wörtlich genommen werden, ist Schmuck. Die Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle bietet dieses akademische Schmuckstück an. Nachdem Studenten im Hörsaal alles über die kunsthistorischen Grundlagen gelernt haben, fertigen sie im Atelier Unikate an. „Die Studenten hangeln sich bei uns nicht von Aufgabe zu Aufgabe, sondern entwickeln eigene Ideen weiter“, erklärt Daniel Kruger, Professor für Schmuck.

Die entstandenen Fabrikate werden anschließend auf Fachmessen oder in Galerien ausgestellt. Zehn Semester dauert die Ausbildung zum Diplom-Schmuckkünstler. Nach dem Studium sind die Absolventen meist selbstständig und arbeiten in ihrem eigenen Atelier.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Ein europäisches Projekt bringt Universitäten in der Weltraumforschung zusammen – auch die Universität Luxemburg ist mit dabei und engagiert sich unter anderem im Bereich Unternehmertum.
Europe from space at night with city lights showing European cities in Germany, France, Spain, Italy and United Kingdom (UK), global overview, 3d rendering of planet Earth, elements from NASA (Europe from space at night with city lights showing Europe
Warum nicht einfach nach den Sternen greifen – das war wohl eine der Überlegungen von Luana Capus. Die 22-Jährige aus Düdelingen studiert Luft- und Raumfahrtechnik im niederländischen Delft.
Erfahrungsbericht einer Studentin aus Brüssel
Nach dem Abitur beginnt für viele Schüler ein neuer Lebensabschnitt. Studium ist Synonym für Freiheit, Unabhängigkeit, Abenteuer, aber auch Vorbereitung auf das Arbeitsleben, auf das Erwachsenwerden.
Die „Grand-Place“, eines der Wahrzeichen von Brüssel.