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Aus Sorge ums Klima: Coldplay wollen auf Tournee verzichten
Panorama 1 2 Min. 21.11.2019 Aus unserem online-Archiv

Aus Sorge ums Klima: Coldplay wollen auf Tournee verzichten

Old-school cool: Die Mitglieder von Coldplay Jonny Buckland, Chris Martin, Guy Berryman und Will Champion (v.l.n.r.) auf dem Cover ihres neuen Albums "Everyday Life".

Aus Sorge ums Klima: Coldplay wollen auf Tournee verzichten

Old-school cool: Die Mitglieder von Coldplay Jonny Buckland, Chris Martin, Guy Berryman und Will Champion (v.l.n.r.) auf dem Cover ihres neuen Albums "Everyday Life".
Foto: Warner Music/dpa
Panorama 1 2 Min. 21.11.2019 Aus unserem online-Archiv

Aus Sorge ums Klima: Coldplay wollen auf Tournee verzichten

Vier Jahre lang gab es keine neue Einspielung. Nun bringt Coldplay gleich ein Doppelalbum auf den Markt – doch Liveauftritte rund um den Globus soll es vorerst nicht geben.

(dpa/jt) - Die britische Band Coldplay will mit ihrem neuen Doppelalbum, das am Freitag erscheint, vorerst nicht auf Tournee gehen. Grund dafür ist die Sorge um die Umwelt. 

"Wir werden uns ein oder zwei Jahre Zeit nehmen, um herauszufinden, wie wir eine Tour nachhaltig und nützlich gestalten können", erklärte Coldplay-Sänger Chris Martin im Interview mit der BBC. "Unsere nächste Tour wird die umweltfreundlichste Version einer solchen Tour sein", sagte der 42-Jährige. "Wir wären enttäuscht, wenn sie nicht klimaneutral wäre." 

Flugreisen gelten wegen des hohen CO2-Ausstoßes als klimaschädlich und stehen deshalb vermehrt in der Kritik. 

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Coldplay flogen zuletzt zwischen 2016 und 2017 im Rahmen ihrer "A Head Full of Dreams"-Tournee rund um die Welt. Derzeit hält sich die Band in Amman in Jordanien auf. Anlässlich ihrer Album-Veröffentlichung spielen Coldplay am Freitag zwei Live-Shows, die auf Youtube übertragen werden.

Kreative Werbekampagne

Das Doppelalbum "Everyday Life" ist die erste Coldplay-Einspielung seit vier Jahren. Der Song "Arabesque" ist der Knaller auf dem Album. Eine französische Strophe von "Arabesque" steuerte das belgische Multitalent Stromae bei. "Stromae ist vielleicht einer der besten Künstler der Welt", sagte Martin im BBC-Interview. "Sein letztes Album 'Racine carrée' ist brillant, es hat mich weggehauen. Ich glaube, das hat unser Album stark beeinflusst. Wir haben uns angefreundet, ich habe ihn gefragt, ob er mitsingen würde, und er sagte: ok."


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Das Doppelalbum mit nur 16 Stücken und vielen Interludes teilt sich in "Sunrise" und "Sunset". "Everyday Life" ist insgesamt kürzer als manches der sieben einzelnen Vorgängeralben, die seit dem internationalen Durchbruch mit "Parachutes" vor 19 Jahren den weltweiten Erfolg von Coldplay markieren.

Die Veröffentlichung von "Everyday Life" glich einer versteckten Inszenierung: Noch bevor die PR-Maschine sich drehte, verschickte die Band Briefe an völlig überraschte Fans, in denen sie das Album ankündigte. Die Texte der 15 neuen Lieder wurden zudem in der kleinen neuseeländischen Lokalzeitung "Otago Daily Times" veröffentlicht.

Viele der neuen Songs sind beeinflusst oder begleitet von Martins Tonaufnahmen aus der ganzen Welt. Er schneide so ziemlich alles per Smartphone mit, verriet er der BBC. "Wenn jemand singt oder tanzt, nehme ich das einfach auf." Und lasse sich die Nummer geben "für den Fall, dass wir es samplen". Auf "Everyday Life" finden sich laut Martin Samples aus Buenos Aires, Paris, Italien, vielen anderen Ecken der Welt.

Keine Scheu mehr vor Kraftausdrücken

Chris Martin spricht inzwischen von einer Befreiung der Band. "Ich bin einfach glücklich und dankbar, ein Mensch zu sein. Es ist mir egal, wenn jemand nicht mag, was wir machen. Aber ich liebe, was wir machen." Etwas drastischer formulierte Martin das im US-Sender KYSR: "Unsere Haltung ist jetzt: Fuck it, mach' einfach, was du tun willst und mach' dir keine Gedanken darüber."


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Apropos "Fuck it": Auch auf Coldplay-Alben sind jetzt Kraftausdrücke zu hören. "Fluchen hilft manchmal", weiß Martin aus dem täglichen Leben. Bisher seien ihm solche Stellen von der Band immer rausgestrichen worden, „so funktionieren wir.“ Bei "Everyday Life" ist es anders: "Es ist das erste Album, auf dem unser Drummer Will Champion mir das erlaubt hat."

Den bekannten schwarz-weißen Warnhinweis für Eltern auf "Explicit Content" braucht "Everyday Life" dann aber wohl doch nicht. In "Arabesque" etwa singt Coldplay von Menschen, die eben zusammengehören. Sie haben das "same fucking blood".


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