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Astronaut Maurer wieder in Deutschland
Panorama 2 Min. 07.05.2022
Pudelwohl zurück

Astronaut Maurer wieder in Deutschland

Maurer bei seiner Ankunft in Köln: Der 52-jährige Saarländer hatte rund ein halbes Jahr an Bord der Internationalen Raumstation ISS verbracht und war am Freitagmorgen mit einer Raumkapsel zur Erde zurückgekehrt.
Pudelwohl zurück

Astronaut Maurer wieder in Deutschland

Maurer bei seiner Ankunft in Köln: Der 52-jährige Saarländer hatte rund ein halbes Jahr an Bord der Internationalen Raumstation ISS verbracht und war am Freitagmorgen mit einer Raumkapsel zur Erde zurückgekehrt.
Foto: DPA
Panorama 2 Min. 07.05.2022
Pudelwohl zurück

Astronaut Maurer wieder in Deutschland

Unmittelbar nach seiner Landung im Golf von Mexiko düste der Astronaut weiter nach Köln. Nun will er erstmal die Füße hochlegen.

(dpa) - Als oben in der Flugzeugtür ein Mann im blauen Overall erscheint, brandet unter den Wartenden Applaus auf: Nach seiner Rückkehr zur Erde ist der Astronaut Matthias Maurer nun wieder in Deutschland angekommen. Am frühen Samstagmorgen landete er mit einer Maschine der Luftwaffe auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn. Er sei zwar noch etwas wacklig auf den Beinen, fühle sich ansonsten aber pudelwohl, sagte der 52-Jährige. „Ich bin sehr glücklich.“

Das waren auch die mehreren Dutzend Angehörigen und Freunde, die Maurer bei der Ankunft empfingen. „Wir sind erstmal froh, dass er heil und gesund zurück ist“, meinten etwa seine Studienfreunde Erik Hepp und Uwe Arenz, die mit kleinen Deutschland-Fähnchen winkten. „Wir sind schon sehr gespannt, was er alles erzählen wird.“

Sechs Monate im All

Der Saarländer hatte rund ein halbes Jahr an Bord der Internationalen Raumstation ISS verbracht. Am Freitagmorgen hatte eine Raumkapsel ihn und drei US-Amerikaner vor der Küste Floridas abgesetzt. Danach flog Maurer weiter nach Köln.

Mit dem Verlauf seiner Mission sei er sehr zufrieden, gleichzeitig verspüre er große Demut, sagte Maurer. Er habe den Blick von oben genossen: „Da sieht man wirklich, dass die Erde eine Kugel ist.“ Vermisst habe er manchmal „Annehmlichkeiten wie das Essen von einem Teller, wo nicht alles wegfliegt“.

Mit den russischen Kosmonauten habe er sich wunderbar verstanden. „Die russischen Kollegen sind meine Weltraum-Brüder, genauso wie meine Nasa-Kollegen.“ Während Maurers Aufenthalt auf der ISS hatte der russische Angriff auf die Ukraine begonnen. Wegen des Kriegs gibt es erhebliche Spannungen zwischen Moskau und den westlichen Raumfahrtnationen.

„Erschreckende Beobachtungen“

„Ich komme von einer Insel, auf der alles in Ordnung war“, meinte Maurer. Die ISS sei 22 Jahre lang ein Symbol für internationale Kooperation, Freundschaft und friedliche Zusammenarbeit der Menschen gewesen. „Von dort oben zu sehen, wie die Welt entgleitet, ist sehr bedrückend und sehr erschreckend.“

Maurer war am 11. November 2021 zum Außenposten der Menschheit gereist. Dort war er an zahlreichen Experimenten beteiligt und absolvierte einen Außeneinsatz. Der Astronaut der europäischen Raumfahrtagentur Esa war der zwölfte Deutsche im Weltall.


HANDOUT - 19.11.2021, ---, --: Eine von Matthias Maurers ersten Aufgaben während seiner Cosmic Kiss-Mission war die Verteilung neuer Strahlungsmonitore auf der Internationalen Raumstation ISS für eine Untersuchung namens Dosis-3D. Er postete diese Bilder am 19. November in seinen sozialen Medien mit der Bildunterschrift: Ich habe mich ein bisschen wie der Weihnachtsmann gefühlt, als ich die Dosis-Monitore in der Internationalen Raumstation verteilt habe (nur meine Kopfbedeckung ist ein bisschen anders). Diese kleinen orangefarbenen Päckchen werden mit Klettverschluss an den Wänden befestigt, wo sie die Strahlung in allen Segmenten der Raumstation für eine Untersuchung namens Dosis-3D messen und kartieren. Wir wechseln sie nach jedem 6-monatigen Wechsel der Besatzung aus - eine meiner ersten Aufgaben an Bord. Mein blaues Stirnband? Es misst meine Körperkerntemperatur und den zirkadianen Rhythmus, um das "Weltraumfieber" zu verstehen - den anhaltenden Anstieg der Körperkerntemperatur, der durch die Zeit im All verursacht wird. Dieses Experiment von ESA, DLR und @DLRen, Charite-Universitätsmedizin Berlin ist als Thermo-Mini bekannt. (zu dpa: Astronaut Matthias Maurer fühlt sich auf ISS wie ein junger Vogel) Foto: -/ESA/NASA/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
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In Köln wird Maurer in den kommenden zwei Wochen im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) rund um die Uhr von einem spezialisierten Team betreut. Im DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin soll er nach Angaben einer Sprecherin eine Reihe medizinischer Tests durchlaufen, bei denen die Themen Gleichgewicht, Fitness und Leistungsfähigkeit im Mittelpunkt stehen.

Vorfreude auf Urlaub

Wenn das vorbei ist, werde er endlich mal „die Füße hochlegen, mich einfach mal ein bisschen entspannen“, sagte Maurer. Er freue sich auf etwas mehr Freiheit im eigenen Tagesablauf. Und dann wolle er auch mal Urlaub machen.

„Es waren unglaubliche Eindrücke und Erlebnisse“, meinte der Astronaut. Er könne sich gut vorstellen, erneut in den Weltraum zu fliegen: „Wenn es noch mal eine zweite Möglichkeit gibt, dann würde ich das gerne noch mal machen.“    

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