Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Anwälte bringen „Sabotage“ ins Spiel
Panorama 03.11.2021
Todesschuss bei Baldwin-Dreh

Anwälte bringen „Sabotage“ ins Spiel

Blick auf das Gelände, wo der verhängnisvolle Dreh stattfand.
Todesschuss bei Baldwin-Dreh

Anwälte bringen „Sabotage“ ins Spiel

Blick auf das Gelände, wo der verhängnisvolle Dreh stattfand.
Foto: AFP
Panorama 03.11.2021
Todesschuss bei Baldwin-Dreh

Anwälte bringen „Sabotage“ ins Spiel

Die Waffenmeisterin hat Vorwürfe der Nachlässigkeit am Set zurückgewiesen.

(dpa) - Nach dem Tod einer Kamerafrau bei einem Filmdreh mit Hollywood-Star Alec Baldwin haben die Anwälte der im Fokus stehenden Waffenmeisterin „Sabotage“ ins Spiel gebracht. Jemand könnte eine Kugel mit scharfer Munition in eine Schachtel mit harmlosen Dummy-Patronen gelegt haben, um den Dreh zu sabotieren, sagte der Anwalt Jason Bowles am Mittwoch in der „Today Show“. Es habe unzufriedene Mitarbeiter am Set gegeben, die sich über die Arbeitsbedingungen beschwert hätten, führte Bowles weiter aus.

Alec Baldwin war nach dem Unfall am Boden zerstört.
Alec Baldwin war nach dem Unfall am Boden zerstört.
Foto: AFP

Die 24 Jahre alte Waffenmeisterin habe die Waffe mit Kugeln aus einer Schachtel mit Dummy-Patronen beladen. Wie die scharfe Munition in den Revolver gekommen sei, müsse untersucht werden, sagte der Anwalt. Zeitweise seien die Waffen und die Munition am Set nicht unter Verschluss, sondern für alle zugänglich gewesen.

Echte Kugel im Colt

Bei dem Vorfall während der Dreharbeiten zu dem Low-Budget-Western „Rust“ auf einer Filmranch in Santa Fe (New Mexico) wurde am 21. Oktober Chef-Kamerafrau Halyna Hutchins (42) tödlich verletzt und Regisseur Joel Souza (48) an der Schulter getroffen. Baldwin (63), der als Hauptdarsteller und Produzent bei dem Film mitwirkt, hatte die Waffe bei der Probe für eine Szene abgefeuert. Ermittlungen ergaben, dass in dem Colt eine echte Kugel steckte.


Bei schussfähigen, täuschend echten Filmwaffen oder gar Explosionen ist die sorgfältige Planung und Kontrolle unumgänglich.
„Selbst Plastik-Waffen sind am Set kein Spielzeug“
Bei Luxemburgs Filmdrehs ist die Arbeit mit Waffen streng geregelt. Doch das bedeutet nicht, dass keine Gefahren bestehen.

Am Set stießen Ermittler auf drei Handfeuerwaffen und etwa 500 Schuss Munition, darunter Platzpatronen und sogenannte Dummy-Patronen, die kein Schießpulver enthalten. Doch vermutlich war auch scharfe („live“) Munition darunter, teilten die Ermittler vorige Woche mit.

Die Waffenmeisterin hat Vorwürfe der Nachlässigkeit am Set zurückgewiesen. Sie habe „keine Ahnung“, wo die gefundene scharfe Munition hergekommen sei, teilte die 24-Jährige Ende Oktober über ihre Anwälte in einem Schreiben mit. Ein ebenfalls im Fokus stehender Regieassistent räumte ein, er habe die Sicherheitsvorkehrungen nicht strikt befolgt und die Waffe nur unvollständig geprüft.  

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

"Pumpguns" auf der Schueberfouer
Die Beamten der Polizei staunten nicht schlecht, als sie am Mittwoch fünf voll funktionsfähige Vorderschaftrepetierflinten in einer Schießbude auf der „Schueberfouer“ entdeckten. Wir haben nachgefragt, warum die Waffen zuvor tagelang nicht bemerkt wurden.
Die beschlagnahmten Vorderschaftrepetierflinten.