Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Annette Frier: "Abends bin ich zu schlapp zum Streiten"
Panorama 5 Min. 09.04.2020

Annette Frier: "Abends bin ich zu schlapp zum Streiten"

Anne (Annette Frier) und ihr Mann Erik (Christoph Maria Herbst) versuchen es noch einmal miteinander, mal schauen, ob es klappt.

Annette Frier: "Abends bin ich zu schlapp zum Streiten"

Anne (Annette Frier) und ihr Mann Erik (Christoph Maria Herbst) versuchen es noch einmal miteinander, mal schauen, ob es klappt.
Foto: ZDF und Martin Valentin Menke
Panorama 5 Min. 09.04.2020

Annette Frier: "Abends bin ich zu schlapp zum Streiten"

Martin WEBER
Martin WEBER
Sie streiten wieder: Annette Frier über die neuen Folgen der Comedyserie "Merz gegen Merz" und ihre ganz persönliche Formel für eine glückliche Ehe.

Jetzt streiten sie wieder: Auch in den neuen Folgen der im vergangenen Jahr gestarteten Comedyserie "Merz gegen Merz", die Donnerstag um 22.15 Uhr im ZDF zu sehen sind, geben sich die von Christoph Maria Herbst und Annette Frier gespielten Eheleute Saures. Das Dumme an der verfahrenen Situation: Erik Merz und seine Frau Anne gehen sich nicht nur in den eigenen vier Wänden auf den Keks, sondern auch am Arbeitsplatz, wo sie den gemeinsamen Familienbetrieb auf Kurs halten müssen.

Annette Frier, in der zweiten Staffel von "Merz gegen Merz" spielen Sie und Christoph Maria Herbst wieder zwei Eheleute und haben es sich auch dieses Mal ganz schön gegeben … 

Richtig, wir haben uns mal wieder nichts geschenkt. 

Wie bereitet man sich als Schauspielerin auf das ganze Streiten, Schreien und Kreischen vor? 

Das übe ich immer zu Hause mit meinem Ehemann. (lacht) Stimmt natürlich nicht, eigentlich freut der sich, dass ich während der Dreharbeiten meine Aggressionen tagsüber losbekomme und abends viel zu schlapp bin, um weiter zu streiten. Im Ernst: Er findet das Format toll, und was die Vorbereitung betrifft: Die unterscheidet sich auch nicht groß von der bei anderen Rollen, das ist der Job einer Schauspielerin und hat in erster Linie mit Handwerk zu tun. "Merz gegen Merz" ist eine Sitcom und da geht es hauptsächlich ums richtige Timing, nicht um persönliche Recherche. 

Nimmt man was von der eigenen Ehe mit in die Rolle? 

Ich sage mal so, man packt immer was vom eigenen Leben in eine Rolle mit hinein, und das schließt selbstverständlich auch den ein oder anderen niederträchtigen Gedanken mit ein. (lacht) 

Ganz entscheidend ist, dass der Partner ein richtig guter Freund ist.

Annette Frier

Warum scheitern so viele Ehen, was glauben Sie? 

Boah, sauschwierige Frage, wenn ich das wüsste, wäre ich wahrscheinlich reich. Ich denke, dass sich Menschen im Laufe eines Lebens verändern, und wenn sie die Veränderungen nicht mit dem jeweiligen Partner kommunizieren, dann wird es schwierig. Klar, es gibt auch Menschen, die sich aus den falschen Gründen geheiratet haben, und wenn eine Ehe ein einziges großes Missverständnis ist, dann ist es auch besser, sich scheiden zu lassen. Kann natürlich auch sein, dass sich jemand in einen anderen verliebt und deshalb raus will aus der Ehe, das kommt ja auch nicht selten vor und passiert meistens dann, wenn sie sowieso nicht mehr so richtig intakt ist. Unterm Strich geht es wie überall um ehrliche Kommunikation. 

Also ist gelungene Kommunikation das Rezept zum Eheglück? 

Rezept würde ich nicht sagen, aber 60 bis 70 Prozent des Glücks hängen schon davon ab, dass man gut miteinander reden kann. Verliebt sein ist auch wichtig, man kann sich ja auch immer wieder neu in den Partner verlieben. Ganz entscheidend ist, dass der Partner ein richtig guter Freund ist. Er oder sie muss ein Mensch sein, mit dem man gerne Zeit verbringt, das glaube ich ganz fest. 

Ist das in Ihrer Ehe so? 

Ja, ich würde sagen das ist bei uns so. Nicht zu unterschätzen ist übrigens auch Humor. Da hab ich Glück gehabt, äh, er mit mir. 

Und wie verstehen Sie sich mit dem Kollegen Herbst? 

Ausgezeichnet, und das muss auch so sein, weil wir während der Dreharbeiten zwölf Stunden am Tag miteinander verbringen. Würden wir uns privat gar nicht verstehen, hätte man bestimmt keine zweite Staffel gedreht. So etwas geht vielleicht bei einem Spielfilm mal, dass man sich einen Monat zusammenreißt, aber bei einer Serie sollte die Chemie grundsätzlich stimmen. Obwohl, die Wildecker Herzbuben sind jahrelang miteinander aufgetreten, ohne ein einziges persönliches Wort zu sprechen, oder? 

Könnten Sie sich vorstellen, mit Herrn Herbst verheiratet zu sein? 

Nö, warum das denn? 

Immerhin spielen Sie ja ein Ehepaar. Wäre er denn überhaupt Ihr Typ Mann? 

Darüber habe ich tatsächlich noch nie nachgedacht. Ich finde ihn maximal lustig, sehr nett und arbeite gerne mit ihm zusammen, darüber hinaus existieren keine weiteren Ambitionen – das müssen Sie mir glauben. (lacht)

Man muss sich immer fragen, bevor man etwas zerdeppert, wer danach die Scherben wegräumt.

Annette Frier

Wird’s eine dritte Staffel von "Merz gegen Merz" geben? 

Wird es, die Drehbücher werden demnächst in Angriff genommen. 

Demnächst sind Sie ja auch in neuen Folgen der Filmreihe "Ella Schön" zu sehen, in der Sie eine autistische Rechtsanwältin spielen. Was fasziniert Sie an dieser Rolle? 

In erster Linie der ganz besondere Blick, den sie als Aspergerin auf die Gesellschaft hat. Sie leidet an einer Dysfunktion, die nicht heilbar ist, und dadurch sieht sie die Dinge zwangsläufig anders – das fasziniert mich an dieser Figur. 


ARD/SR TATORT: DAS FLEISSIGE LIESCHEN, am Montag (13.04.20) um 20:15 Uhr im ERSTEN.
Am Tatort: im Vordergrund Anna Böttcher alias Rechtsmedizinerin Dr. Henny Wenzel
© SR/Manuela Meyer,
Der "Tatort" und das Corona-Virus
Wegen der Corona-Pandemie fallen viele Dreharbeiten ins Wasser. Doch "Tatort"-Fans müssen sich noch keine Gedanken machen - die Krimi-Versorgung ist laut ARD vorerst gesichert.

Ella Schön sagt jedem ungeschminkt die Meinung ins Gesicht. Haben Sie das auch mal versucht? 

Ich würde das manchmal auch ganz gerne machen, bin aber meistens zu diplomatisch dafür. Wahrscheinlich wäre es hier und da sinnvoll, diese Impulse einfach rauszulassen. Auf der anderen Seite ist es bei mir so, dass ich mich nur mit Leuten richtig streite, die ich sehr sehr gerne mag. Mit den meisten Menschen will ich mich überhaupt nicht streiten. 

Werden Sie dann eiskalt? 

Eiskalt nicht, aber ich frage mich auch hier, ob ein Streit wirklich notwendig ist – und das ist er meistens nicht. Man muss sich immer fragen, bevor man etwas zerdeppert, wer danach die Scherben wegräumt. Ich habe da übrigens ein einfaches Rezept: Dreimal einatmen und wieder ausatmen, und die Wut ist weg. 

Was halten Sie denn von der zurzeit wohl berühmtesten Autistin, der Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg? 

Sie ist die Galionsfigur einer ganzen Generation und ein geschichtsveränderndes Phänomen. Nicht mehr und nicht weniger. Ich bin wahnsinnig froh, dass es diese Bewegung gibt, weil ich will, dass wir diesen Planeten auch in 200 Jahren noch bewohnen können.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema