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Anke Engelke wird 50
Panorama 3 Min. 21.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Start in der Villa Louvigny

Anke Engelke wird 50

Anke Engelke hat kein Problem damit, über sich selbst zu lachen. Privates behält sie dennoch lieber für sich.
Start in der Villa Louvigny

Anke Engelke wird 50

Anke Engelke hat kein Problem damit, über sich selbst zu lachen. Privates behält sie dennoch lieber für sich.
Foto: LW-Archiv
Panorama 3 Min. 21.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Start in der Villa Louvigny

Anke Engelke wird 50

Auch Fernsehfrauen werden älter. Mit dieser Binsenweisheit wurden in diesem Jahr TV-Grazien wie Maybrit Illner und Désirée Nosbusch konfrontiert. Sie alle haben inzwischen das halbe Jahrhundert an Lebenszeit erreicht. Die kesse Anke Engelke, deren Karriere in Luxemburg begann, wird an diesem Montag 50 Jahre alt.

von Rainer Holbe

In den Chor der Gratulanten reiht sich Komiker Bastian Pastewka ein, der glaubt, dass Anke so beschäftigt sei, dass man sie wohl an ihren eigenen Geburtstag erinnern müsse: „Es gibt Tage in ihrem Leben, an denen sie ihre Berlinale-Moderationen in Gebärdensprache umlernt, während sie in Lissabon eine Oper inszeniert, in deren Pause sie gegen einen Gedächtnisweltmeister antritt.“

Es war mal wieder Frank Elstner, der Direktor des deutschen Programms von Radio Luxemburg, der neben Thomas Gottschalk und Hugo Egon Balder ein weiteres von ihm entdecktes Talent vor das Mikrofon der „vier fröhlichen Wellen“ holte. Ganze zwölf Jahre alt war die Kölnerin Anke als sie gemeinsam mit der Luxemburger Schülerin Désirée Nosbusch die Kindersendung „Moment mal“ moderierte, ein neues Format aus der Villa Louvigny. Die beiden gaben sich bald als Super-Profis, interviewten Bob Marley, Barclay James Harvest, Mike Oldfield und ABBA.

Was die zwei Mädels auszeichnete, war ihr bewundernswertes Sprachtalent. Beide beherrschen akzentfrei Französisch, Englisch und Deutsch. So dauerte es nicht lange, bis das ZDF das muntere Duo für den Bildschirm entdeckte und auf der Berliner Funkausstellung täglich eine Nachmittagssendung moderieren ließ. Dort stand Anke zwar immer im Schatten der nur wenige Monate älteren, aber wesentlich präsenteren Kollegin Désirée, doch es reichte aus, um vom SWF in Baden Baden für eine Morgensendung engagiert zu werden.

Nebenbei ließ sich die junge Dame zur Radio-Redakteurin ausbilden. Im SWF-Comedy-Ensemble „Gagstory“ entdeckte man ihr komisches Talent, mit dem sie sich schon bald nicht nur im Fernsehstudio, sondern auch auf kleinen Provinzbühnen austobte.

Auftritt bei Udo Jürgens

1965 im kanadischen Montreal geboren – ihr Vater war Stationsleiter bei der Lufthansa, die Mutter Fremdsprachenkorrespondentin – war die quirlige Anke schon immer ein kosmopolitischer Mensch. Außerdem stammt sie aus einer ziemlich lustigen Familie. „Die sind alle ein bisschen krank“, sagt sie. „Mein Vater ist ein Dauerredner, der extrem gut Pointen setzen kann. Meine Mutter ist eher eine Ruhige, die jede halbe Stunde einen Knaller aus der Hüfte heraus schießt. Der sitzt dann aber auch.“ Bei ihr selbst sei die Komik aus der Situation heraus entstanden, da sie mit ihren 1,65 Meter sehr klein sei und sich mehr durchboxen müsse als die Großen. Zurück in Köln – der Heimat ihrer Eltern – wurde sie aus dem Schülerchor heraus für einen Solo-Auftritt in der „Udo-Jürgens-Show“ entdeckt.

Nach ihrer Fernseh-Kinderzeit und ihrem Engagement als Radio-Journalistin gelang Anke Engelke der Durchbruch als „Nachrichtensprecherin“ der SAT.1-Comedy-Serie „Die Wochenshow“. Unvergessen bleiben hier auch ihre Auftritte als unbeholfene Moderatorin „Ricky“ auf dem „Popsofa“.

Als Bandmitglied der Formation „Fred Kellner und die famosen Soul Sisters“ bewies sie überdies ihr musikalisches Talent, moderierte die Weihnachts-Gala „Danke Anke“, den „Deutschen Fernsehpreis“ sowie mehrmals die Eröffnung der Berliner Filmfestspiele. Für ihre Sketch-Show „Ladykracher“ erhielt sie den Deutschen Fernsehpreis und den Deutschen Comedy-Preis in der Kategorie „Beste Comedy“. Parallel zu „Anke Late Night“ feierte sie ihr Kinodebüt in „Der WiXXer“. Es folgten weitere Leinwand-Komödien wie „Freche Mädchen“, die TV-Parodie „Fröhliche Weihnachten“ mit ihrem Lieblingspartner Bastian Pastewka und ihre Rolle als „Marge Simpson“, der sie in der deutschen Version ihre Stimme lieh, genau wie dem Wutz in „Urmel aus dem Eis“.

Ein Höhepunkt sollte ihre WDR-Kulturshow „Anke hat Zeit“ werden, die jedoch zum Jahresende eingestellt wird. Es sei „nicht verkehrt, an dieser Stelle einen Stopp einzulegen“, wurde Engelke vom Sender zitiert.

Bewusste Abgrenzung

Ihre Freizeit verbringt die Vegetarierin, die regelmäßig Tagebuch schreibt, mit Reisen und Lesen („Ich liebe es, wichtige Sätze zu unterstreichen“), Musik und Kinobesuchen – gerne amerikanische Filme im Original.

Dass auch eine Komikerin von den Fährnissen des Lebens nicht verschont bleibt, will Anke nicht kommentieren. Weder äußert sie sich zu ihren zwei Ehen, noch erzählt sie etwas über ihre drei Kinder, eine Tochter und zwei Söhne.

Wegen manch unguter Erfahrung mit Journalisten notiert sich Anke Engelke inzwischen nach jedem Interview in einer roten Kladde die Namen ihrer Gesprächspartner sowie zwei, drei Zeilen über das Gesagte. Später überprüft sie, was tatsächlich in der Zeitung steht. „Da passieren Dinge, die sich nicht gehören“, musste sie schon früh erkennen. „Dann sage ich: Mit dir rede ich nie wieder!“


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