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Altersfreigaben für Videospiele
Panorama 2 Min. 08.07.2015 Aus unserem online-Archiv
Das bedeuten die bunten Siegel der USK

Altersfreigaben für Videospiele

Die bunten Siegel der USK geben Aufschluss, ab welchem Alter ein Spiel freigegeben ist.
Das bedeuten die bunten Siegel der USK

Altersfreigaben für Videospiele

Die bunten Siegel der USK geben Aufschluss, ab welchem Alter ein Spiel freigegeben ist.
Foto: dpa-tmn
Panorama 2 Min. 08.07.2015 Aus unserem online-Archiv
Das bedeuten die bunten Siegel der USK

Altersfreigaben für Videospiele

In Computerspielen geht es oft um Gewalt und Horror. In Kinderhände gehören solche Titel definitiv nicht. Hinweise darauf geben die Altersfreigaben der USK - doch was bedeuten die bunten Zeichen genau?

(dpa/tmn) - Ein Mann, eine Kettensäge, Monster-Horden und viel Blut. Das ist das Rezept des Shooter-Klassikers „Doom“, dessen Neuauflage auf der Spielemesse E3 gerade Premiere feierte. Auch in anderen populären Spielen geht es nicht gerade friedlich zu. Aber nicht jedes Computerspiel ist ein brutales Massaker. Laut der offiziellen Statistik der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) war 2014 nicht einmal jeder zehnte Titel (9 Prozent) nur für Erwachsene geeignet. Mehr als die Hälfte der Neuerscheinungen war für Sechsjährige freigegeben oder ganz ohne Altersbeschränkung.

In manchen Videospielen kann es ziemlich blutig zu gehen.
In manchen Videospielen kann es ziemlich blutig zu gehen.
Foto: dpa-tmn

Seit 2003 müssen die Altersfreigaben der USK auf jedem im Handel für Kinder und Jugendliche zugänglichen Spiel abgedruckt sein. Ein Spiel ohne USK-Kennzeichen gilt automatisch als „Ab 18“. Welches Siegel ein Spiel erhält, ermittelt die USK in einem aufwendigen Verfahren: „Wir haben Sichter, die die Titel - mittlerweile auch viele Downloadspiele - komplett durchspielen“, erklärt USK-Geschäftsführer Felix Falk. Ein Prüfgremium fällt anschließend ein Urteil. Darin sitzen vom Beirat der USK berufene Experten. Etwa 2000 Verfahren gibt es pro Jahr.

USK-Siegel keine pädagogische Einschätzung

Die Experten schauen nicht nur darauf, wie viel Blut fließt. „Es gibt einen großen Kanon an Faktoren“, erklärt Falk. „Gewalt und Kriegsthematik spielen natürlich eine große Rolle, gerade in Deutschland. Dazu kommen aber unter anderem noch die Darstellung von Sexualität, von Drogen oder die Sprache.“ Auch Grusel-Atmosphhäre oder Zeit- und Handlungsdruck können die Freigabe beeinflussen. 

Ob online oder auf Disc - eines ist das USK-Kennzeichen nie: „Wir geben keine pädagogische Einschätzung“, so Falk. Eine Freigabe „Ab 6“ bedeutet also nicht, dass Grundschüler mit einem Titel tatsächlich Spaß haben. Eltern, die auf der Suche nach passenden Spielen für ihre Kinder sind, brauchen daher noch andere Quellen.

Medienpädagogen empfehlen Eltern aber vor allem, gemeinsam mit den Kindern zu spielen - und zwar nicht nur, um sie zu schützen. So sehen Eltern nämlich auch, wie ihr Kind auf bestimmte Reize und Inhalte reagiert. Dabei geht es nicht nur um Blut und Schockeffekte: Manchen Kindern machen etwa Misserfolge oder Zeitdruck wenig aus, andere reagieren darauf mit Frust oder Stress. 

Elterliche Begleitung beim Spielen von Videogames hilft nicht nur Kindern sondern auch den Eltern.
Elterliche Begleitung beim Spielen von Videogames hilft nicht nur Kindern sondern auch den Eltern.
Foto: dpa-tmn

Gemeinsames Spielen

Begleitung durch die Eltern schützt auch vor anderen Risiken, etwa vor Kostenfallen durch In-App-Käufe in sogenannten Free-to-Play-Spielen. Kinder können auch besser lernen, mit sozialen Zwängen wie Gruppendruck umzugehen. Etwa in Onlinespielen, in denen Spieler miteinander konkurrieren oder aufeinander angewiesen sind. Im Idealfall lernen Kinder beim Spielen sogar noch mehr - von Fachwissen über ein Gefühl für eigene Tabus bis zur Fähigkeit, mediale Inhalte besser einzuschätzen. Am Ende geht es jedoch vor allem darum, dass Kinder ein gesundes Verhältnis zu Spielen und Medien im Allgemeinen entwickeln.

Dabei können die USK-Kennzeichen nur eine erste Orientierungshilfe sein. Und nicht nur Eltern sollten sie beachten. Auch beim Verkauf gebrauchter Spiele sind sie wichtig. Ab 18 Jahren freigegebene Titel dürfen Minderjährigen nicht zugänglich gemacht werden. Viele Plattformen verbieten den Handel damit deshalb gleich ganz.


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Zum Themendienst-Bericht vom 20. Oktober 2015: 
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Foto: Silvia Marks
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