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Alaaf und Helau in Trier
Panorama 11.11.2019

Alaaf und Helau in Trier

Zahlreiche Karnevalskostüme sind in der aktuellen Ausstellung im Stadtmuseum Simeonstift zu sehen.

Alaaf und Helau in Trier

Zahlreiche Karnevalskostüme sind in der aktuellen Ausstellung im Stadtmuseum Simeonstift zu sehen.
Foto: Harald Tittel/dpa
Panorama 11.11.2019

Alaaf und Helau in Trier

Michael JUCHMES
Michael JUCHMES
„Die Welt steht Kopf“ heißt es ab sofort in der ältesten Stadt Deutschlands: Das Stadtmuseum Simeonstift präsentiert eine Ausstellung rund um den rheinischen Karneval und seine Ursprünge.

Konfetti, Kostüme und Kamelle - die fünfte Jahreszeit ist seit dem 11. November um 11.11 Uhr in vollem Gange. Richtig wild wird es aber erst im neuen Jahr, doch schon jetzt dürfen die Jecken feiern.

Ein zentrales Objekt der Ausstellung, das auch den Katalog schmückt: Das Gemälde „Karneval“ von Peter Kirsam.
Ein zentrales Objekt der Ausstellung, das auch den Katalog schmückt: Das Gemälde „Karneval“ von Peter Kirsam.
Harald Tittel/-/dpa

Wie und warum gefeiert wird, das kann man derzeit in der Ausstellung „Die Welt steht kopf“ im Stadtmuseum Simeonstift in Trier erfahren. Die beiden Kuratorinnen – Dorothée Henschel, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums, und Historikerin Jutta Albrecht – haben rund 200 Ausstellungsstücke, darunter rund 25 Exponate aus dem Museumsbestand, zusammengetragen, die nicht nur die bunte Seite des Brauchtums beleuchten, sondern auch seine ursprüngliche Bedeutung offen legen. Militärische Zwänge, Auflehnung gegen die Oberen - die durchaus politischen Hintergründe werden natürlich ebenfalls thematisiert.

Darf auch hier nicht fehlen: Konfetti.
Darf auch hier nicht fehlen: Konfetti.
Foto: Harald Tittel/dpa

Die Idee zur Ausstellung entstand bereits vor einigen Jahren nach einer Schenkung eines Kostümverleihs, wie Museumsdirektorin Elisabeth Dühr erklärt. Darunter waren unter anderem einige prächtige Kostüme aus den 1950er-Jahren. Auch in der Folgezeit sei das Thema immer wieder aufgetreten, unter anderem bei zwei Vorträgen von Jutta Albrecht - einem zu Louis Scheuer, einem in Luxemburg geborenen jüdischen Karnevalisten (1872-1958), und einem zum Thema „Heil Hitler und Helau - Karneval im Nationalsozialismus“.

Eines der bedeutendsten Stücke der Ausstellung: Jan Havickszoon Steen, „Das Dreikönigsfest“, um 1664, Öl auf Leinwand, Inv. Nr. 335, Villa Vauban, Collection Jean-Pierre Pescatore.
Eines der bedeutendsten Stücke der Ausstellung: Jan Havickszoon Steen, „Das Dreikönigsfest“, um 1664, Öl auf Leinwand, Inv. Nr. 335, Villa Vauban, Collection Jean-Pierre Pescatore.
Foto: LW-Archiv

Ein wichtiges Ausstellungsstück ist eine Leihgabe aus Luxemburg: das Gemälde „Das Dreikönigsfest“ (um 1664) von Jan Havickszoon Steen aus der Villa Vauban, das die „galette des rois“ thematisiert. Dargestellt auf dem Bild sind nicht nur der Maler selbst und seine Familie, sondern auch seine Bediensteten. Wenn einer von ihnen die Bohne in seinem Kuchenstück fand, war er der König für einen Tag, wie Kuratorin Dorothée Henschel erklärt. „Hier haben wir eine Umkehrung der Hierarchien, eine Welt die auf den Kopf gestellt wird.“ Der Dreikönigstag sei für den Karneval besonders wichtig, wie Dorothée Henschel erläutert: Erst ab diesem Tag dürfe ausgelassen gefeiert werden - mit Sitzungen und Umzügen.

Zur Ausstellung wurde ein umfangreiches Begleitprogramm konzipiert. Weitere Informationen unter www.museum-trier.de. Stadtmuseum Simeonstift - Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr; Eintritt: 5,50 Euro (ermäßigt 4 Euro); Themenführungen auf Anfrage möglich.


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