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Akropolis oje
Panorama 2 Min. 27.02.2019

Akropolis oje

Antike Tempelanlagen sind eines von vielen Markenzeichen Griechenlands: so wie hier am Kap Sounion.

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Antike Tempelanlagen sind eines von vielen Markenzeichen Griechenlands: so wie hier am Kap Sounion.
Foto: Marc Willière
Panorama 2 Min. 27.02.2019

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Der Tourismus war die Lokomotive, die Griechenland aus der Rezession zog. Aber jetzt stottert der Wachstumsmotor. Nach sechs Rekordjahren zeichnet sich im Griechenland-Tourismus eine Flaute ab.

von Gerd Höhler (Athen)

Die griechische Tourismusbranche ist erfolgsverwöhnt. Seit 2013 stiegen die Gästezahlen ununterbrochen an. Heute begrüßt das Land doppelt so viele Urlauber wie vor Beginn der Krise.

2018 bescherte den Griechen noch den sechsten Reise-Rekord in Folge: Erstmals kamen mehr als 30 Millionen Besucher ins Land. Das war ein Plus von knapp elf Prozent gegenüber 2017. Die deutschen Urlauber hatten daran einen besonderen Anteil, ihre Zahl stieg sogar um 18 Prozent. Auch die Einnahmen aus dem Reiseverkehr erreichten mit 16,1 Milliarden Euro einen neuen Höchststand.

Der neuen Saison sehen die hellenischen Hoteliers mit gemischten Gefühlen entgegen. Giannis Retsos, Präsident des Verbands der griechischen Touristikunternehmen, erwartet für 2019 „eine Stagnation oder einen leichten Rückgang“ im Griechenland-Tourismus. Die Erfahrung zeige, „dass nach sechs bis sieben Jahren Wachstum die Dynamik nachlässt“, so Retsos.

Dafür gibt es tatsächlich Anzeichen: Die Marktforscher des Touristikverbandes melden, dass die Linien- und Charterfluggesellschaften in diesem Jahr sieben Prozent weniger Sitze im Griechenlandverkehr anbieten. Das Angebot aus Deutschland reduzieren die Airlines sogar um 16 Prozent. Auch der Urlaubs-Monitor des Reiseportals Holiday Check zeigt ein rückläufiges Interesse an Griechenlandreisen: Bei den Frühbuchungen lag Griechenland im Zeitraum November 2018 bis Januar 2019 um fünf Prozent unter dem Vorjahr.

Fünf Gründe für die Flaute

Für die sich abzeichnende Flaute nennen Marktbeobachter fünf Gründe: Die schwache Konjunktur in der Eurozone, das Comeback der Türkei und der Rekordsommer 2018, der viele Europäer das eigene Land als Ferienziel entdecken lässt. Hinzu kommt die Pleite der deutschen Fluggesellschaft Germania, die im vergangenen Jahr 381 000 Sitze nach Griechenland anbot. Der fünfte Grund hat sechs Buchstaben: Brexit. Er verunsichert derzeit viele britische Urlauber.

Wie sich die Saison für die griechischen Hoteliers wirklich entwickelt, wird man allerdings erst im Frühsommer absehen können. Branchenexperten verweisen darauf, dass die Airlines bei wachsender Nachfrage ihre Flugpläne kurzfristig anpassen können. Überdies hat das Jahr gut begonnen: Im Januar stieg die Zahl der ausländischen Passagiere auf den griechischen Flughäfen um 10,8 Prozent.

Selbst wenn die von vielen erwartete Konsolidierung eintritt: Langfristig bleibt die griechische Reisebranche auf Wachstumskurs. Die Entwicklung neuer Ziele, die zeitliche Streckung der Saison und die Erschließung neuer Märkte, allen voran China, sollen für Zuwachs sorgen. Im vergangenen Jahr trug der Tourismus 20 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt Griechenlands bei. Nach einer Prognose des World Travel and Tourism Council (WTTC) wird dieser Anteil bis 2028 auf fast 23 Prozent steigen.


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