"Affäre Boël" in Belgien

Albert II. muss vor Gericht

Delphine Boël möchte vor Gericht Gewissheit über ihre Abstammung erlangen.
Delphine Boël möchte vor Gericht Gewissheit über ihre Abstammung erlangen.
Foto: Reuters

(tom) - In die belgische "Affäre Boël" kommt Bewegung: Wie die belgische Zeitung "Le Soir" am Dienstag berichtet, muss König Albert II. in der seit Jahren andauernden Frage, ob er der uneheliche Vater von Delphine Boël ist, am 21. Februar in Brüssel zu einer Anhörung vor Gericht erscheinen.

Die belgische Künstlerin Delphine Boël, Jahrgang 1968, behauptet seit über zehn Jahren öffentlich, unter anderem in ihrer 2008 erschienenen Autobiographie, dass König Albert II. ihr Vater sei. Der mittlerweile pensionierte Monarch habe von 1966 bis 1984 eine außereheliche Beziehung zu ihrer Mutter, der Baronin Sybille de Sélys Longchamps unterhalten. Diese war zum Zeitpunkt von Boëls Geburt noch mit dem Industriellen Jacques Boël verheiratet.

DNA-Test und Gerichtstermin

Albert II. hatte sich bislang nie zu der möglichen Vaterschaft geäußert. Delphine Boël hatte bereits 2013 einen DNA-Test verlangt und eine Vaterschaftsklage gegen Albert II. eingereicht, die Gegenstand diverser juristischer Auseinandersetzungen wurde. Alberts Anwälte bezeichneten die Vorwürfe als verjährt. Außerdem stand die Frage im Raum, ob nach belgischem Recht ein Kind die Vaterschaft des zum Zeitpunkt der Geburt mit seiner Mutter verheirateten Mannes so einfach anfechten kann. Beide Einwände wurden vom belgischen Verfassungsgericht Anfang 2016 ausgeräumt.

Boël, die nach eigenen Angaben bereits 2014 durch einen DNA-Test geklärt hatte, dass Jacques Boël nicht ihr leiblicher Vater sei, hatte daraufhin die Aberkennung von Jacques Boëls Vaterschaft angestoßen.

Im nächsten Schritt wird es also  am 21. Februar zu einem Gerichtstermin kommen, zu dem erstmals auch Albert II. erscheinen muss.