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„A new dawn“: 31. Internationaler Chaos Communication Congress: Hacker in Aufbruchstimmung
Clubatmosphäre: Dank hunderter erleuchteter Laptopscreens und loungetauglicher Deckenbeleuchtung wirkte das internationale Gipfeltreffen der Computerhacker eher gemütlich als nerdig oder gar chaotisch.

„A new dawn“: 31. Internationaler Chaos Communication Congress: Hacker in Aufbruchstimmung

picture alliance / dpa
Clubatmosphäre: Dank hunderter erleuchteter Laptopscreens und loungetauglicher Deckenbeleuchtung wirkte das internationale Gipfeltreffen der Computerhacker eher gemütlich als nerdig oder gar chaotisch.
Panorama 30.12.2014

„A new dawn“: 31. Internationaler Chaos Communication Congress: Hacker in Aufbruchstimmung

Der Chaos Computer Club gab sich in Hamburg sein jährliches Stelldichein.

Beim Stichwort Hacker mag so mancher durchschnittliche Computerbesitzer wild auf ihren Laptoptastaturen herumtippende Cyberkriminelle vor Augen haben. Doch wer glaubt, der Chaos Communication Congress sei ein Gipfeltreffen von Gangstern, der irrt. Unter dem Motto „A new dawn“, ein neuer Tagesanbruch, versammelten sich von Samstag bis Dienstag rund 10 000 Mitglieder und Anwärter des Chaos Computer Clubs (CCC) – darunter auch einige Luxemburger – um sich über die aktuellen Entwicklungen in der Computerszene auszutauschen.Hier treffen jedes Jahr ebenso technikbegeisterte wie kommunikationsfreudige Computerfanatiker aufeinander, denen nicht nur die eigene Privatsphäre am Herzen liegt, sondern die aller Internetnutzer. Entsprechend drehte sich ein Großteil der über 120 Vorträge, bei denen unter anderem Meisterhacker wie Jacob Appelbaum und die Regisseurin und Snowden-Vertraute Laura Poitras auftraten, um Sicherheitslücken in Sachen Datenschutz.

Neben Mobilfunk-Schwachstellen wurden auch Biometrie-Risiken aufgedeckt: Der Computerexperte Jan Krissler, den Hacker unter dem Pseudonym „Starbug“ kennen, demonstrierte etwa, wie er mittels eines Fotos der deutschen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen eine Latexkopie ihres Daumenabdrucks erstellen konnte, mit der sich Fingerprintscanner überlisten lassen. Die Gefahr lauert also nicht nur im Internet, sondern überall, wo digitaler Datenaustausch stattfindet.

Kampf um Privatsphäre

„Es ist höchste Zeit der NSA und allen andere Geheimdiensten gehörig in den Hintern zu treten“, fasst Jan Guth vom Luxemburger Chaos Computer Club (C3L) die Hauptbotschaft des Kongresses zusammen. Kryptographie – Datenverschlüsselung – lautet das Zauberwort, mit dem dies künftig gelingen soll.

Bei der breiten Masse sei das Interesse daran aber leider noch immer nicht allzu stark. Vermutlich, weil die technischen Details, mit denen sich Hacker allzu gerne beschäftigen, das allgemeine technische Auffassungsvermögen überschreiten. Deshalb bemühe man sich in Zukunft verstärkt um allgemeine Verständlichkeit und die Entwicklung leicht anwendbarer Sicherheitssoftware. „Ein Teil der Hacker bedauert es zwar, dass der C3 mittlerweile so stark politisch geprägt ist, aber in unseren Augen verlaufen Hacken und Hacktivismus immer parallel zueinander“, so Sam Grüneisen vom Luxemburger C3L.

Infos unter c3l.lu und ccc.de.