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60. Auflage des Wiener Opernballs : Es schlägt wieder im Dreivierteltakt
Panorama 3 Min. 04.02.2016

60. Auflage des Wiener Opernballs : Es schlägt wieder im Dreivierteltakt

Der Wiener Opernball wird auch in diesem Jahr auf dem Sender 3Sat übertragen (4. Februar, 20.15 Uhr).

60. Auflage des Wiener Opernballs : Es schlägt wieder im Dreivierteltakt

Der Wiener Opernball wird auch in diesem Jahr auf dem Sender 3Sat übertragen (4. Februar, 20.15 Uhr).
Foto: ZDF/ORF
Panorama 3 Min. 04.02.2016

60. Auflage des Wiener Opernballs : Es schlägt wieder im Dreivierteltakt

Beim Wiener Opernball können nicht nur die österreichische High Society, sondern auch internationale Gäste beim Walzer ihr Talent unter Beweis stellen.

von Danielle Schmitz

Schon kurz nach der Eröffnung der österreichischen Ballsaison ist mit dem Wiener Opernball bereits der Höhepunkt erreicht. Alles was Rang und Namen hat, wird in Abendroben oder im traditionellen Frack heute über den roten Teppich an der Ringstraße schreiten. 5 000 nationale und internationale Gäste werden erwartet.

Traditioneller Ablauf

Eröffnet wird der Ball durch den Einzug des österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer und seiner Gattin in die Loge. Im Anschluss erfolgen die österreichische Bundeshymne sowie der Einzug des Jungdamen- und Jungherren-Komitees. Jene als Debütanten beziehungsweise Debütantinnen bezeichneten jungen Tänzer werden an diesem Abend in die Wiener Gesellschaft eingeführt.

Nach dem Vorführen einer im Vorfeld einstudierten Choreografie wird das Parkett mit dem Kommando „Alles Walzer“ auch für die restlichen Gäste freigegeben. Um Mitternacht und um 3 Uhr erfolgen dann sogenannte „Quadrillen“, wobei jeder Tanzschritt vorher angesagt wird. Nach dem „Donauwalzer“, dem „Radetzkymarsch“ und „Brüderlein fein“ gilt der Ball um Punkt 5 Uhr morgens als beendet.

Lugner und seine Gäste

Jedes Jahr sorgen insbesondere die Gäste des Baulöwen Richard „Mörtel“ Lugner für viel Gesprächsstoff. Im Jahre 1992 wurde Lugner zum ersten Mal von dem Sänger und Schauspieler Harry Belafonte begleitet. Dies war der Auftakt für einer Reihe von mehr oder weniger prominenten Stargästen. Neben Filmgrößen wie Joan Collins, Sophia Loren und Claudia Cardinale wurde der 83-Jährige auch bereits von Pamela Anderson, Paris Hilton oder Karim el-Mahroug alias Ruby Rubacuori, bekannt durch ihre intime Begegnung mit Silvio Berlusconi, begleitet.

2014 führte der Baulöwe Kim Kardashian in seine Loge. Diese verließ den Ball jedoch bereits kurz nach der Eröffnung aufgrund rassistischer Äußerungen einiger Comedians. Nach diesem Eklat hat sich Lugner vermehrt den gestandenen Frauen zugewandt. Im vergangenen Jahr konnte er mit Elisabetta Canalis einen geselligen Abend verbringen.

Diesen erhofft er sich auch von der amerikanischen Schauspielerin Brooke Shields („Die blaue Lagune“), die ihm heute zur Seite sitzt. Ob er jedoch einen Tanz mit der 1,83 m großen Amerikanerin wagen wird, wird sich zeigen. Denn trotz Auszahlung hoher Gagen haben bisher nur etwa die Hälfte seiner Gäste das Tanzbein mit ihm geschwungen. Damit seine 57 Jahre jüngere Ehefrau Cathy Lugner nicht alleine den Abend verbringen muss, wird sie vom niederländischen Rapper Mr. Probz begleitet.

Kostspieliges Event

Der Wiener Opernball hat bereits Nachahmer in New York, Dubai, Zagreb und Kuala Lumpur gefunden. Auch auf dem Kreuzfahrtschiff „Europa“ wurde 2015 ein „Wiener Opernball“ zelebriert.

Dabei sind die Kosten des Originals beträchtlich. So belaufen sich die jährlichen Ausgaben auf etwa 2,3 Millionen Euro. Durch den Verkauf der Tickets und insbesondere der begehrten Logen können jedoch Gewinne von rund 3,4 Millionen Euro erzielt werden. Somit ist der Wiener Opernball die einzige Veranstaltung im Jahr, die der Wiener Staatsoper einen Gewinn einfährt.

Ungeachtet der teuren Ticketpreise bleibt der Ball das begehrteste Event der österreichischen Hauptstadt. Damit man sich auch noch im Nachhinein an die nicht ganz kostengünstige Veranstaltung erinnern kann, nehmen sich einige Gäste – zum Missfallen des Veranstalters – verbotenerweise Blumengestecke mit, die zur Dekoration angebracht wurden.

Ob es dieses Jahr wieder zu einem Eklat kommt oder ob mit dem Wiener Walzer harmonische Klänge angestimmt werden, wird sich zeigen. Auf jeden Fall wird der Wiener Opernball auch außerhalb Österreichs in aller Munde sein.

Opernball-Debütanten

Wer als Debütantin oder Debütant den Wiener Opernball eröffnen will, muss einige Voraussetzungen erfüllen: Die Kandidaten müssen zwischen 17 und 24 Jahre alt sein und über gute Linkswalzerkenntnisse verfügen. Zudem werden nur Bewerbungen von Tanzpaaren – und keine Einzelbewerbungen – akzeptiert. Paare aus dem Ausland müssen sich per Bewerbungsschreiben inklusive Lebenslauf und Foto beim Opernballbüro vorstellen. Zudem muss eine Mitgliedskarte des Jungdamen- bzw. Jungherrenkomitees erworben werden (120 Euro). Wer diese Hürden gemeistert hat, muss sich mit den passenden Outfits eindecken: sie mit schneeweißem Ballkleid, er mit schwarzem Frack – das übrigens nicht nur für den Ball selbst, sondern bereits für die Proben.


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