„4days4girls“

Vier Frauen, vier Tage, ein Ziel

Um die Akkus des Fahrzeuges aufzuladen, wollen die vier Frauen an den sogenannten Supercharger-Ladestationen halten. In Luxemburg werden sie deswegen am Hotel Légère halten.
Um die Akkus des Fahrzeuges aufzuladen, wollen die vier Frauen an den sogenannten Supercharger-Ladestationen halten. In Luxemburg werden sie deswegen am Hotel Légère halten.
Foto: Jos Nerancic

6.200 Kilometer, vier Frauen, ein Tesla. Was sich wie das Drehbuch einer Roadmovie-Komödie liest, ist in Wahrheit der Versuch eines Weltrekordes. Ab dem 9. Juni fährt das Frauenteam – die Französinnen Marie Guerre und Paule Kiénert, die Niederländerin Sascha Bloemhoff und die Luxemburgerin Sandra Heinisch – vom Nordkap in Norwegen nach Tarifa in Spanien.

96 Stunden soll die Fahrt vom nördlichsten bis zum südlichsten Punkt Europas dauern. Die 6.200 Kilometer wollen die vier Frauen in einem Tesla „Model S 85“ zurücklegen, welches ihnen von Arendt & Medernach zur Verfügung gestellt wird. Die Wahl des Tesla hat einen bestimmten Grund wie Marie Guerre, Organisatorin des Projekts, erklärt: „Einzig und allein mit der Infrastruktur von Tesla, also den Superchargern, ist es möglich diese Distanz in vier Tagen zurückzulegen.“

Insgesamt 22 Mal plant das Team anzuhalten, um die Akkus des Fahrzeugs wieder aufzuladen. 18 Stunden werden dafür in Anspruch genommen, denn der Großteil der Ladestationen gehört nicht Teslas Supercharger-Netzwerk an, die den Akku in 40 Minuten zu 80 Prozent aufladen können. Die Reichweite eines „Model S“ beträgt je nach Ausführung zwischen rund 350 und 500 Kilometern pro Akkuladung. Damit das Frauenteam die Strecke zurücklegen kann, verzichten Guerre und Co. auf jeglichen Luxus – die Klimaanlage, das Radio und die Heizung bleiben während der gesamten Fahrt abgeschaltet. Ausschließlich das Navigationssystem läuft.

Haltestopp in Luxemburg

Und das Navi ist mit das Wichtigste an Bord: „Während eines Abschnittes gibt es immer einen Fahrer und einen Copiloten“, erklärt Marie Guerre. „Der Copilot passt auf, dass die Route eingehalten wird, während die zwei restlichen Teammitglieder schlafen dürfen.“ Auch wenn der Weltrekord für die vier eine ganz neue Herausforderung darstellt, sind allesamt begeisterte Autofahrerinnen. So ist Sascha Bloemhoff Teil des ersten Frauenteams, das an der Dakarrallye teilnehmen wird. Sandra Heinisch ist begeisterter Oldtimerfan und nimmt regelmäßig an Oldtimerrallyes teil. Marie Guerre ist wiederum kreativer Kopf des Weltrekordversuchs und zudem Gründerin des Fahrzeugklubs „The Car'Tell“ in Luxemburg-Stadt. Paule Kiénert fährt ebenfalls Rennen in ihrem Mini-Oldtimer.

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Alle zwei bis drei Stunden will das „4days4girls“-Team anhalten, um die Batterien des Fahrzeugs aufzuladen. Während der Ladepausen wechseln auch Fahrerin und Kopilotin. Ein etwas längerer Zwischenstopp ist in Luxemburg im Hotel Légère in Munsbach geplant. Dort erwartet die Frauen ein Empfang. „Und die erste Dusche nach zwei Tagen“, lacht Marie Guerre.

Keine Angst vor der Zukunft

Das Ziel dieser Reise ist der Weltrekord, aber nicht nur. „Wir wollen zeigen, dass man vor der Zukunft und vor neuen Technologien keine Angst haben muss“, erklärt Guerre. Heutzutage müsse niemand mehr ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor kaufen. Um die Aussage zu beweisen, hat „The Car'Tell“ auch die CO2-Emissionen der gesamten Fahrt ausgerechnet. So werden etwa 0,5 Tonnen CO2 in die Luft ausgestoßen. „Würde man“, so Guerre, „auf der gleichen Strecke mit einem Auto mit Verbrennungsmotor fahren, wären die CO2-Emissionen bei 2,5 Tonnen.“

Ob die vier Frauen den Weltrekord schaffen, erfahren sie selbst erst am 12. Juni. Dann sollen sie laut Zeitplan Tarifa erreichen. Die gesamte Fahrt soll übrigens live übertragen werden. Auf seiner Webseite will das Team eine Trackingmöglichkeit anbieten, die jederzeit über den jeweiligen Aufenthaltsort des Fahrzeugs informiert.

Marie Guerre ist guter Dinge. „Vier Frauen in ein Auto zu packen, ist eigentlich schon ein Rekord an sich“, scherzt sie. Und auch das nächste Ziel steht bereits fest. Nächstes Jahr will man wieder eine solche Strecke zurücklegen und dafür eine andere alternative Energiequelle nutzen. Welche, will Marie Guerre aber noch nicht verraten.