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Gasähnlicher Geruch sorgt für Aufregung

Von 1864 bis 1944 befand sich im Petrusstal das Gaswerk der Stadt Luxemburg. 2003 stieß man bei Baggerarbeiten nahe des Minigolfplatzes rein zufällig auf ein längst vergessenes Teerbecken. An dieser Stelle soll in den kommenden Monaten ein Skatepark entstehen.

Ein stechender Gasgeruch sorgte in den vergangenen Tagen bei den Anrainern des Petrusstals für Aufregung. „Die Sorgen sind unbegründet“ beruhigt Marc Weber, Chef des städtischen Hygienedienstes auf Nachfrage des „Luxemburger Wort“.

Monitoring wird durchgeführt

Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatten die Sanierungsarbeiten begonnen. Der Verzug geht zu Schulden des langen und strengen Winters. Das fünf Meter tiefe Teerbecken wurde in Zwischenzeit leergepumpt und zurückgebaut. Zwischen 2004 und 2011 wurden zahlreiche historische und technische Analysen über das Gelände des alten Gaswerks durchgeführt, respektiv verschiedene Sanierungskonzepte ausgearbeitet. 2011 gab nach der Naturverwaltung dann auch die Abteilung der „Gestion des eaux“ grünes Licht.

Bodenproben, die bis zu einer Tiefe von zehn Metern reichten, ergaben, dass das Becken in den vielen Jahrzehnten stark in Mitleidenschaft gezogen wurde und das Mauerwerk mit der Teerflüssigkeit durchtränkt worden war. Deshalb wurde vorsorglich mittels zehn Meter langen Betonpfählen ein großer Ring aus verstärktem Stahlbeton weiträumig um die verseuchte Stelle gezogen, um einer möglichen Grundwasserverschmutzung vorzubeugen.

Die Fundstelle wird seit Beginn der Arbeiten durch ein sogenanntes „Monitoring“ mittels regelmäßiger Bodenproben überwacht. „Das Monitoring wird auch nach unserem Sanierungseinsatz durchgeführt“, so Marc Weber weiter. Die geringen Mengen an Gas, die die Anrainer und Spaziergänger wahrgenommen hatten, seien für diese ungefährlich gewesen. Präventiv wurde der Fußgängerweg für Parkbesucher jedoch umgeleitet. Natürlich war die Gaskonzentration direkt über dem Teerbecken höher. Die Arbeiter erledigen ihren Job deshalb mit einer Gasmaske. Der restliche Teer, der durch den Abriss entstandene Bauschutt sowie das Geröll des Felsens, der bis in ein Meter Tiefe abgetragen wurde, werden von einer Spezialfirma entsorgt bzw. verbrannt.

Die bisher nicht abtransportierten Ausgrabungsüberreste wurden mit einer Plane abgedeckt, sodass der Regen den kontaminierten Schutt nicht auswäscht und so das Grundwasser verseucht werden könnte. Zum Abschluss der Sanierung wird eine Spezialfolie den Untergrund abdecken. Diese Arbeiten werden voraussichtlich Mitte Oktober abgeschlossen sein. So steht der Entstehung des Skateparks im nächsten Jahr nichts mehr im Wege.

Foto: Guy Jallay