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„Das Land braucht starke Gemeinden“

Bereits Ende des vergangenen Jahres waren die Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten am Winseler Gemeindehaus fertiggestellt worden, doch erst jetzt wurden die neuen Räumlichkeiten offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Dies am vergangenen Freitagnachmittag im Beisein von Innenminister Jean-Marie Halsdorf.

Bürgermeister Romain Schroeder stellte die Gemeinde in seiner Begrüßungsansprache noch einmal kurz vor, bevor er den Anwesenden eröffnete, dass die Modernisierung des Gemeindehauses eine schwierige Geburt war. Denn bereits vor rund zwölf Jahren habe man vorgehabt, das Haus zu renovieren. Damals sei sogar ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben worden, bei dem es hohe Preise zu gewinnen gab. Schließlich sei das Projekt dann doch wieder in der Schublade verschwunden, und zwar aus diversen Gründen. Später habe die Möglichkeit bestanden, durch den Kauf eines privaten Anwesens in der Nähe neue Räumlichkeiten für die Gemeinde zu schaffen, doch diesmal sei das Projekt aus rein finanziellen Gründen gescheitert.

2009 habe man sich dann wieder zusammengesetzt und sich Gedanken gemacht über eine Renovierung des vor 40 Jahren erbauten Gemeindehauses und einen Erweiterungsbau. Im September 2009 hätten die Arbeiten dann begonnen und seien Ende 2011 abgeschlossen worden.

Die Aussage von Romain Schroeder, dass Jean-Marie Halsdorf auch kleine Landgemeinden sicher nicht egal seien, ansonsten er wohl kaum den weiten Weg in den Norden des Großherzogtums gefunden hätte, nahm der Innenminister sozusagen als Steilvorlage und meinte: „Ja die Gemeinden im ländlichen Raum bedeuten mir sehr viel und wenn sie noch so klein sind. Es liegt mir viel daran, sie so zu unterstützen, dass auch sie die hohen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts meistern können. Denn das Land braucht starke Gemeinden. Ich bin ein Freund der Gemeinden und bin auf ihrer Seite.“

Die Gemeinden müssten sicherstellen, dass alle Bürger gleich behandelt werden. Von daher setze er sich dafür ein, dass die finanzielle Unterstützung seitens des Staats eine gerechte sei. Man schaue schon genau hin, wem man wieviel Unterstützung zukommen lasse, wobei es klar sei, dass finanziell schwächer gestellte Gemeinden verhältnismäßig mehr unter die Arme gegriffen wird als anderen. „Dies ist der Weg, damit auch im ländlichen Raum starke Gemeinden entstehen können“, so Jean-Marie Halsdorf abschließend.

Nach dem Durchtrennen der Trikolore als Zeichen der offiziellen Inbetriebnahme bot sich den Ehrengästen dann die Gelegenheit, die neuen Einrichtungen in Augenschein zu nehmen. Im Untergeschoss des Anbaus, der teilweise mit einer Glasfassade versehen ist, wurde ein Versammlungssaal für die Dorfbevölkerung eingerichtet. Im Erdgschoss wurden zwei Büros und im 1. Stock ein Konferenzsaal untergebracht.

Im Untergeschoss des Altbaus wurde die Garage durch einen Informatik- bzw. Telekommunikationsraum ersetzt. Des Weiteren richtete man hier das Gemeindearchiv ein. Im Erdgeschoss wurden die beiden Büros für Einnahme und Anmeldung durch den Abriss der Trennwand zu einem einzigen Büro umgewandelt. Ebenfalls wurde ein Warteraum eingerichtet. Sowohl im Untergschoss als auch im Erdgeschoss wurde eine Verbindung zum neuen Gebäude hergestellt. Schließlich wurden auch noch das Dach und die Fassade des alten Gebäudes komplett erneuert.

Der bestehende Weg und die Parkplätze um das Gemeindegebäude wurden durch eine Grünanlage mit Parkraum, Fußwegen und einem öffentlichen Platz ersetzt. Der untere und obere Fahrweg wurden erneuert.

Der Kostenpunkt der Investitionen liegt bei 1 590 594 Euro (Kostenvoranschlag: 1 072 030 Euro). Staatlicherseits kann die Gemeinde mit einer finanziellen Unterstützung von rund 600 000 Euro rechnen.


VON NICO MULLER