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Cactus-Gruppe: Zehn Cent für ein besseres Leben sowie aktiven Naturschutz

Noch bevor die Supermarktkette Cactus im Herbst des vergangenen Jahres die Initiative „Cactus Charity“ ins Leben rief, war sie bereits seit vielen Jahren auf dem Gebiet der sozialen und humanitären Unterstützung aktiv. „natur & ëmwelt“ und Unicef sind nur zwei Beispiele von geförderten Vereinigungen.

Vor drei Jahren lief die Aktion „Natur Brout“ an. Gemeinsam setzten sich die Stiftung „Hëllef fir d'Natur“ und die Cactus-Gruppe während zwei Jahren für den Erhalt des Otter-Bestands in Luxemburg ein. Ein Teil des Verkaufserlöses der damals völlig neuen Brotsorte kam der Rettung des Otter-Bestandes in Luxemburg zugute. Von jedem verkauften „Natur Brout“ wurden zehn Cent an die Stiftung überwiesen. Die Zusammenarbeit zwischen der Naturschutzorganisation und der Cactus-Gruppe ist nicht neu. Seit mittlerweile mehr als 25 Jahren arbeiten die beiden Partner zusammen.

Nach dem Ende der Kampagne zur Rettung des Otter-Bestands läuft seit einem Jahr ein Projekt, das zur Unterstützung der Orchideen dient. Die Orchidee ist eine sehr seltene Pflanze, die ihren Lebensraum auf Halbtrockenrasen oder Kalkmagerrasen hat. Kalkreicher Boden mit wenigen Nährstoffen bietet die idealen Vorgaben für Orchideen, die sich ebenfalls an extreme klimatische Bedingungen anpassen können. Von den weltweit über 2 000 Pflanzen der Orchideen-Gattung haben 35 Arten in Luxemburg ihr Zuhause.

In Luxemburg bestehen neun ausgewiesene Naturschutzgebiete, die über das ganze Land verteilt sind und eine Fläche von insgesamt 223 Hektar umfassen. Sie befinden sich u. a. im Sauertal, in der Moselgegend, in der Nähe von Junglinster oder Moersdorf sowie in den ehemaligen Tagebaugebieten im Süden des Landes.

Das Ziel von „natur&ëmwelt“ ist es, Flächen aufzukaufen und diese zu erhalten und zu schützen. Allerdings ist es nicht so, dass diese Gebiete sich anschließend selbst überlassen oder gedüngt werden. Wäre dies der Fall, dann würde alles zuwachsen und den Orchideen der Lebensraum genommen werden. Durch Düngung würden die Bedingungen für die Orchideen verschlechtert werden, da ihnen im Gegensatz zu anderen Pflanzenarten ein nährstoffarmer Boden reicht. Bei genügendem Inhalt an Nährstoffen am gleichen Platz würden andere Pflanzenformen den Platz der Orchideen einnehmen und verdrängen. Zu den durchgeführten Arbeiten zählt u.a. das Mähen der Gräser per Hand oder dies wird von Schafen übernommen.

Neben den Orchideen sind im Naturschutzgebiet auch weitere seltene Pflanzen vorzufinden wie zum Beispiel der Enzian. Sämtliche Orchideenarten stehen unter Naturschutz und es ist strengstens verboten, diese zu pflücken, auch in nicht gekennzeichneten Naturschutzgebieten. „natur & ëmwelt“ bietet regelmäßig Führungen in den Naturschutzgebieten und diese werden auf der Internetseite www.naturemwelt.lu veröffentlicht.

Cactus-Orangensaft für Unicef
Während das „Natur Brout“ mit zehn Cent das Orchideen-Projekt unterstützt, nimmt der Cactus-Orangensaft ebenfalls an einer wohltätigen Aktion teil. Mit zehn Cent pro verkauftem Ein-Liter-Cactus-Orangensaft wird ein Unicef-Schulprojekt in Afrika gefördert. Die Kampagne „Des écoles pour l'Afrique“ wurde von der Unicef und „Fondation Nelson Mandela“ ins Leben gerufen. Das gemeinsame Ziel lautet, acht Millionen Kinder in mehr als zehn afrikanischen Ländern einzuschulen. Nachdem tausenden Kindern in Ruanda, in Kongo und Südafrika der Zugang zur Bildung ermöglicht wurde, setzt Unicef Luxemburg seit zwei Jahren den Schwerpunkt auf das Land Madagaskar.

Obwohl Madagaskar über das Image eines Tropenparadies verfügt, gehört es jedoch zu den ärmsten Ländern der Welt. Leidtragende sind Kinder, die keine finanziellen Möglichkeiten haben, zur Schule zu gehen und so keine Möglichkeit haben, den Armutskreis zu durchbrechen. Das Unicef-Projekt sieht vor, dass 240 000 Kinder binnen zwei Jahren die Schule besuchen können sowie den Anteil an Schülern, die die Schule frühzeitig abbrechen, zu senken. Das aktuelle Programm sieht seit dem Start der Aktion im September 2011 bis 2013 den Bau von jährlich 3 000 neuen Klassenräumen, die Modernisierung der bestehenden Infrastrukturen, das Errichten von Trinkwasserstellen und getrennte Latrinen für Mädchen und Jungen, die Schaffung von Partnerschaften mit Gemeinschaften, die aktiv an der Funktionsweise der Schule beteiligt sind, die Ausbildung von 6 000 Lehrkräften über ein nationales Netzwerk sowie die Verbesserung der Unterrichtsqualität. Zudem erhalten die Eltern eine Ausbildung in den Bereichen Hygiene, Kinderfürsorge, ausgeglichene Ernährung sowie einen respektvoller Umgang mit der Gleichberechtigung.

Erste Projekte tragen bereits ihre Früchte, wie der Fall von Manjo zeigt. Der Junge im Alter von 13 Jahren musste das zweite Schuljahr dreimal wiederholen, da seine Schule das dritte Schuljahr nicht anbieten konnte. Es fehlte sowohl an Lehrpersonal als auch an Räumlichkeiten. Dank der Unterstützung von Unicef Luxemburg und Cactus konnte ein neuer Schulsaal gebaut und ein zusätzlicher Lehrer dementsprechend ausgebildet werden.

In den ersten zehn Monaten des Verkaufs des Cactus-Orangensafts konnten 7 930 Euro in das Unicef-Schulprojekt investiert werden. Mit nur 25 Euro kann Unicef 21 Schulpakete besorgen. Jedes Paket beinhaltet eine Basis für gutes Lernen: ein Schulranzen, ein Lineal, zwei Kugelschreiber, ein Bleistiftspitzer, ein Radiergummi, ein Schulheft sowie Buntstifte.

VON JOS. NERANCIC