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Gemeinderat: Abänderung an PAP in der „Cité Steen I“ sorgt für angeregte Debatten

Für recht hitzige Debatten sorgten am 11. September im Gemeinderat Weiswampach die Abänderungspläne für fünf Baulose innerhalb der „Cité Steen I“ in Weiswampach.

Hatte der Teilbebauungsplan (PAP) für die Erschließung der Wohnsiedlung dereinst nur den Bau von Einfamilienhäusern vorgesehen, so sollen auf besagten Parzellen nun auch einige Mehrfamilienhäuser samt Büros für Freiberufler ermöglicht werden, deren Tätigkeit jedoch mit den Gegebenheiten eines Wohngebiets vereinbar ist. Alles im legalen Rahmen des PAP also, meint der Schöffenrat; ein Wortbruch gegenüber anderen Ankäufern, so die Kritiker ...

Die Kritiker, das sind vor allem ein Anwohnerpaar und mehrere nur indirekt implizierte Bürger, die in zwei Briefen Einspruch gegen das Vorhaben eingelegt hatten. Aber auch Rat Michel Deckenbrunnen, der am Mittwoch nicht mit seinem Unmut über die Abänderungspläne hinter dem Berg hielt. Hauptbedenken: Ein noch intensiveres Verkehrsaufkommen in und um die Siedlung wegen der angedachten Gewerbe sowie ein Verlust an Wohn- und Lebensqualität.

Vorspielung falscher Verkaufsargumente?

Und letzten Endes ganz einfach die Vorspielung trügerischer Verkaufsargumente, ob nun seitens der anbietenden Immobiliengesellschaft oder der Gemeinde, hätten die bisherigen Ankäufer ihr Bauland in der „Cité Steen I“ doch nicht zuletzt mit Aussicht auf die beschauliche Lage inmitten einer Einfamilienhaussiedlung erworben, so Rat Michel Deckenbrunnen. Abgesehen davon, sehe er aber auch überhaupt kein Bedürfnis, hier seitens der Gemeinde auch Mehrfamilienhäuser samt Freiberuflerbüros zuzulassen.

Vorwürfe, die der Schöffenrat keineswegs auf sich sitzen lassen wollte. Man habe schließlich sowohl den Einwänden aus den beiden Briefen als auch dem Gutachten der staatlichen „Commission d'aménagement“ Rechnung getragen, wie Bürgermeister Henri Rinnen betonte. So habe man die Anzahl der Appartements klar begrenzt und auch je zwei Stellplätze pro Wohnung bzw. nochmals zwei pro freiberuflichem Gewerbe festgeschrieben. Unter Letzteren seien übrigens klipp und klar nur Büros und Praxen zu verstehen, die mit einem Wohngebiet vereinbar seien. Diese lägen zudem so, dass Kunden überhaupt nicht in die „Cité“ einzubiegen bräuchten, weshalb auch die Sorge vor einem Verkehrschaos unbegründet sei.

Entscheidend sei aber letztlich, dass die Volumen der Mehrfamiliengebäude sich in allen Punkten innerhalb der festgelegten Baurahmen des gültigen PAP aus dem Jahre 2005 bewegten, so der Bürgermeister, der sich damit gegen Zweifel von Rat Deckenbrunnen angesichts den angedachten Gebäudedimensionen verwahrte. Die bisher vom Immobilienanbieter vorgelegten Pläne seien denn auch Skizzen, die zeigten, dass die Gebäude innerhalb des geltenden Baurahmens umsetzbar seien, so Schöffe Norbert Morn.

Während Rat Jos Vesque dem Schöffenrat in seiner Argumentation ausdrücklich den Rücken stärkte, und darüber hinaus für die Einführung von „Tempo 30“-Limits in den Cités wie auch am „Kiricheneck“ plädierte, hielten sich die anderen Ratsmitglieder mit ihrer Meinung zurück. Die Abänderung des PAP wurde letztlich mit den Gegenstimmen der Räte Michel Deckenbrunnen und Ambroise Reuland gutgeheißen.

Einstimmigkeit herrschte derweil bei einer anderen PAP-Abänderung in einer Wohnsiedlung am Ourenerweeg in Weiswampach, wo einer Ankäuferin gestattet wird, etwas näher an eine von ihr erworbene und unterhaltene Grünzone heranzubauen.

Fitnessparcours samt Kunst und Natur am See?

Mit Blick auf das Freizeitzentrum am See in Weiswampach gab Schöffe Norbert Morn am Mittwoch zudem noch nähere Erläuterungen zur Idee, einen Fitnessparcours im Umfeld des Sees anzulegen. In diesen könnten zugleich auch Kunstobjekte, bevorzugt von Nachwuchskünstlern, oder auch ein Naturlehrpfad eingebunden werden, so Morn. Man werde sich nun zunächst mit allen eventuellen Partnern zur Beratung an einen Tisch setzen.

Bürgermeister Henri Rinnen ging in diesem Zusammenhang aber auch auf die laufenden Planungen zur Modernisierung und Attraktivitätssteigerung des Campings ein. Diesbezüglich sei man zuletzt bereits mit Ressortministerin Françoise Hetto-Gaasch zusammengetroffen. Gespräche, die bislang ganz zuversichtlich stimmten, so Rinnen.