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„Déi Gréng“ werfen Regierung mangelndes Engagement für Gewässerqualität und Tourismus vor

Pünktlich ehe der Urlaubsexodus der Luxemburger Sonnenanbeter zu den Sandstränden zwischen Mallorca und Malta beginnt, hatten „Déi Gréng“ der Bezirke Norden und Osten die Presse am 9. Juli ans schöne Sauerufer bei Weilerbach bestellt, um ihrem Ärger über das ihres Erachtens mangelnde Engagement der Regierung in Sachen Tourismus Luft zu machen.

Unbefriedigende Badegewässerqualität an der Sauer und anderen Flüssen sowie ein allzu lückenhaftes, aber baustellenreiches Fahrradwegenetz in der Saison seien das Resultat einer Politik, die Abwassersanierung und Tourismus bisher keine Priorität einräume.

Trauriges Paradebeispiel für die „mangelnde Förderung des touristischen Potenzials“ des Großherzogtums sei gerade die Untersauer. Deren wundervolles Tal sei zwar von zahlreichen Natur- und Kulturschätzen sowie von hochwertigen Camping- und Hotelanlagen umsäumt, deren Anziehungskraft allerdings nicht voll ausgenutzt werden könne, solange die Sauer selbst aufgrund mangelnder Wasserqualität mit einem Badeverbot vor Ort belegt sei.

Grüne wollen baden gehen ...

Eine Situation, die nun bereits seit 23 Jahren einer Lösung harre, so Camille Gira vom „Déi Gréng“-Nordbezirk. Statt aber die Abwassersanierung endlich zur Priorität zu erklären und den erheblichen Nachholbedarf in Sachen Kläranlagenbau an der Alzette konsequent anzugehen – was die Hauptursache für die Belastung der Untersauer sei –, greife das Wasserwirtschaftsamt lieber in die Trickkiste, indem es die problematischen Badegewässer für die Jahre 2011 und 2012 nicht freigibt, was zur Folge habe, dass diese ab 2013 gar nicht mehr im EU-Badegewässerbericht auftauchten. Ganz nach dem Motto, „keine Statistik, kein Problem“, so Gira.

„Déi Gréng“ forderten gestern demnach eine Offensive für den Gewässerschutz, mitsamt der dafür notwendigen finanziellen und personellen Mittel, sowie ein Ende des „seit Jahren herrschenden Investitionsstaus“ im Abwasserbereich.

Dabei erinnerte Camille Gira zugleich daran, dass Luxemburg wegen unzureichender Behandlung seiner Abwässer bereits 2006 vor dem EU-Gerichtshof verurteilt worden sei und nun eine Strafe von 2,2 Millionen Euro sowie ein tägliches Zwangsgeld von 11 340 Euro riskiere. Anstatt eine „populistische Debatte“ über den Wasserpreis zu führen, solle man besser die Wasserqualität in den Vordergrund der Diskussion rücken, so der Abgeordnete.

Mehr finanzielle und personelle Mittel sowie eine bessere nationale Koordinierung wurde anschließend aber auch für den weiteren Ausbau des Fahrradwegenetzes gefordert, das, trotz aller begrüßenswerten Initiativen in jüngster Zeit, noch zu lückenhaft sei, so Carole Dieschbourg von „Déi Gréng“ im Osten. Völlig inakzeptabel sei aber, dass Radwege, wie etwa von Diekirch nach Wasserbillig, mitten in der Saison „wegen seit Jahren andauernden Bauarbeiten gesperrt“ seien. Auch hier sei ein nationales Planungs- und Marketingkonzept vonnöten.

von John Lamberty