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Vianden gedenkt seiner amerikanischen Befreier

Am 12. Februar 1945 wurde Vianden als letzte Ortschaft des Landes befreit

Vianden. Seit 1995 gedenken die Viandener Bürger jedes Jahr im Februar denjenigen US-Soldaten, die am 12. Februar 1945, also zwei Monate nach Beginn der Rundstedtoffensive am 16. Dezember 1944, Vianden als letzte Ortschaft des Landes befreiten. Bis zur Befreiung der „Unterstadt“ sollte es anschließend gar noch zehn Tage lang dauern. Erst am 22. Februar konnte eine „Bailey-Brücke“ über die Our errichtet werden, um das „28th Cavalry Reconnaissance Squadron“ überzusetzen und die Unterstadt zu räumen.

Bei der Gedenkzeremonie am Sonntag (10. Februar) legten Gemeindevertreter um Bürgermeister Henri Majerus, in Anwesenheit von Viandener Bürgern und Gästen ein Blumengebinde am Denkmal für die „6th Cavalry Group“ und das „1255th Engineer Combat Battalion“ am Belvedère hoch über Vianden nieder.

In Vertretung der Veteranen des 1255th Engineer Combat Battailon deponierte Marcel Scheidweiler eine Rose für jeden der elf US-Soldaten, die bei diesen erbitterten Kämpfen ihr meist junges Leben ließen.

Nach der Sonnerie, gespielt von Nic. Scheidweiler und Michel Pleim der „Veiner Musik“ war es Bürgermeister Henri Majerus, der in seiner Ansprache noch einmal auf die Geschehnisse von damals und das unsägliche Leid der Viandener Bürger einging. „Auch wenn der Krieg endlich vorbei war, so standen zahlreiche Viandener vor den Trümmern ihrer Häuser“, so Majerus. Wie dem Band 2 der „Chronik der Stadt Vianden“ der „Veiner Geschichtsfrënn“ zu entnehmen ist, waren in Vianden 35 Häuser total zerstört, 47 Wohnungen waren unbewohnbar und zahlreiche Häuser stark beschädigt. Henri Majerus erinnerte zudem an diejenigen Einwohner aus Vianden, die im Krieg ihr Leben verloren sowie an die vielen Zwangsrekrutierte, Deserteure, Umgesiedelte. Es sollte noch drei Jahre dauern, bevor auch der letzte Viandener wieder seine Heimat wiedersah. Am 28. Februar 1948 war dies Leo Eydt (†), der aus russischer Gefangenschaft in das Ourstädtchen zurückkehrte.

Im Anschluss an die Zeremonie wurde in der Viandener Trinitarierkirche ein Hochamt zu Ehren aller GI’s zelebriert, dem Dechant Jeannot Gillen vorstand. Musikalisch umrahmt wurde diese Messe von der „Chorale Trinitaire“.

TEXT/FOTOS: ARMAND WAGNER