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Einzigartiges Literaturfestival in historischem Rahmen

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12. Bücherfest lockte zahlreiche Leseratten nach Vianden


Zu ihrem 12. Bücherfest luden die „KultOureilen“ aus Vianden in Zusammenarbeit mit dem „Naturpark Our“ am Wochenende erstmalig nicht in die Strassen der Oberstadt, sondern in die Viandener Hofburg ein. Zahlreiche Literaturfreunde, Leseratten und Sammler fanden sich dann auch an diesem historischen Ort zusammen, um echtes Papier zwischen den Fingern zu spüren, den Duft von Büchern, die schon x-Mal durchgeblättert wurden zu riechen, Autoren zuzuhören, sich mit Lektüre eindecken aber auch traditionelle Handwerkskunst zum Thema Buch kennenzulernen.

Die Entscheidung, das Bücherfest, das in den vergangenen Jahren mehrmals dem schlechtem Wetter fast zum Opfer viel, aus den Strassen der Oberstadt in die Hofburg zu verlegen, gab den Organisatoren recht. Bereits am Samstag hatten, wenn auch leider erst ab frühen Nachmittag, zahlreiche Besucher aus Nah und Fern den Weg ins Schloss gefunden, wo es in den verschiedenen Räumen und Sälen an über 40 Verkaufsständen von Bouquinisten, Antiquaren und Verlagen so manches zu entdecken gab, was das Herz von Sammlern und Leseratten höher schlagen lässt. Neben dem Verkauf von Büchern wartete wiederum ein vielfältiges Rahmenprogramm auf die Besucher.

So fanden u.a. eine „Burgen und Schlösser“-Buchausstellung (Bibliothèque Nationale), Ex-Libris (Cercle Pierre Roberti), Signierstunden mit den Comic-Autoren und -zeichnern Roger Leiner, Andy Genen, Ritchie Rischard und John Rech sowie die „The Egg“ - Ausstellung im „Musée de la caricature et du Carton“ in der Oberstadt statt.

Auch verschiedene Kunsthandwerker rund ums Buch wie u.a. das Künstlerehepaar Michelle und Norman Hothum, die die Gäste in die hohe Kunst der Kalligraphie und Buchillustration einführten – alleine ihre ausgestellten prächtigen „Kunstwerke“ wären schon den Besuch wert gewesen- , stießen auf reges Interesse bei den Besuchern. Zahlreich auch die Teilnehmer an den Lesungen der Autoren Marco Schank, Henriette Nittel und Michel Hubert. Weitere „Specials“ waren am Sonntag das Diaporama „Autour de Notre-Dame de Paris“ (Roman von Victor Hugo) vorgeführt von Frank Wilhelm sowie der satirische Exkurs „Lëtzebuerg de Lëtzebuerger oder den Nuebel vun der Welt“ mit Pierre Puth, musikalisch begleitet von Paul Dahm an Piano und Saxophon.

Aus vielen Ecken der Burg „wehte“ einem an beiden Tagen Musik entgegen. Waren es in der Taverne im Schlosskeller die Gruppe „Fidibus“, die für musikalische Unterhaltung der Gäste, die sich an den angebotenen Speisen und Getränken stärkten, sorgten, so fand im Eingang der Burg inmitten historischer Rüstungen Konzerte des „Cercle des Mandolinistes“ aus Tetingen und des Guitarrenensembles des „Conservatoire du Nord“ statt. Im Rittersaal war es die Gruppe „Saitenswing“ derweil im Saal Vic. Abens „Les Gavroches“ die Besucher unterhielten.

Für die Unterhaltung der kleinen Gäste sorgte an beiden Tagen die Gruppe „Milites Viennenses mit einer mittelalterlichen Schreibwerkstadt, in der die Kinder sich in der Kunst der „Schönschrift“ und des Buchbindens versuchen konnten.

Darüber hinaus wartete am Samstag Abend im „Ancien Cinéma Café-Club“ in Vianden ein musikalischer Leckerbissen auf die Besucher. Das Duo „Lottchen“ (Eva Buchmann und Sonja Huber) entführten hier mit glockenklaren Vibraphon-Klängen und charismatischer Stimme die Besucher in ungewohnte Klangwelten.


Einer weiteren Auflage dieses beliebten Bücherfestes an diesem historischen Ort steht demnach nichts im Wege, so auch die Meinung zahlreicher Besucher.

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Text/Fotos: ARMAND WAGNER